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Medizin

25. November 2019 Typ-2-Diabetes: Vermeidung von Hypoglykämien durch Intensivierung des Mahlzeiteninsulins

Mit dem Einstieg in die Insulintherapie wird bei Patienten mit Typ-2-Diabetes auch das Thema Hypoglykämien relevant: Bei der Wahl des Basalinsulins sollte deshalb das Hypoglykämierisiko möglichst gering gehalten werden. Zeigen sich unter der bisherigen Therapie zudem Blutzuckerspitzen nach dem Essen, kann eine Intensivierung mit einem Mahlzeiteninsulin notwendig werden. Im Rahmen eines Symposiums der DDG-Herbsttagung verdeutlichte Dr. Andreas Liebl, Bad Heilbrunn, welche Möglichkeiten moderne Basal- und Mahlzeiteninsuline wie Insulin degludec (Tresiba®) und Fiasp® (weiterentwickelte schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung) in der Therapie der Patienten mit Typ 2 Diabetes bieten können.
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Basistext
„Um das Hypoglykämierisiko in der Insulintherapie auch langfristig möglichst gering zu halten, sollte meines Erachtens ein Basalinsulin mit einem flachen und stabilen Wirkprofil angewendet werden. Hier bietet sich Insulin degludec an,“ empfahl Liebl. Dass ein möglichst geringes Hypoglykämierisiko auch für Angehörige von Menschen mit Diabetes relevant ist, verdeutlicht eine aktuelle Umfrage unter 4.300 Familienangehörigen: Demnach sorgen sich 64% der Befragten aufgrund von Hypoglykämien um ihre mit Insulin behandelten Angehörigen (1).

Möglichst niedriges Hypoglykämierisiko anstreben

Klinische Studien zeigten für Insulin degludec bei bestimmten Patientenpopulationen mit Typ-2-Diabetes weniger Hypoglykämien im Vergleich zu Insulin glargin 100 E/ml (2-4). Die DEVOTE Studie zeigte beispielsweise unter anderem eine 40%-ige Reduktion der Rate schwerer Hypoglykämien unter Insulin degludec vs. Insulin glargin 100 E/ml bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulären Risiko (2).
In der Treat-to-Target-Studie CONCLUDE ergab sich gegenüber Insulin glargin 300 E/ml ein rein numerischer Unterschied zu weniger hypoglykämischen Ereignissen unter der Therapie mit Insulin degludec in der 36-wöchigen Erhaltungsphase (5). Der primäre Endpunkt einer Überlegenheit wurde nicht erreicht. Die Auswertung der sekundären Endpunkte ist somit explorativ: Die Rate nächtlicher schwerer oder bestätigter symptomatischer Hypoglykämien in der Erhaltungsphase war unter Insulin degludec verglichen mit Insulin glargin 300 E/ml geringer (RR: 0,63; 95%-KI: 0,48; 0,84) (5). Dies wurde auch für die Rate schwerer Hypoglykämien während der Erhaltungsphase beobachtet (RR: 0,20; 95%-KI: 0,07; 0,57) (5).
„Von den Patienten“, so Liebl, „wird an Insulin degludec im Übrigen der Erhalt der Flexibilität im Alltag geschätzt. Aufgrund seines flachen Wirkprofils und seiner langen Wirkdauer über 42 Stunden ist mit Insulin degludec eine flexible Anpassung des Injektionszeitpunkts bei Bedarf möglich (6). Dabei muss zwischen den Injektionen ein Mindestabstand von 8 Stunden eingehalten werden“ (6).

Therapieeskalation mit modernen Mahlzeiteninsulinen

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, bei denen postprandial erhöhte Blutzuckerwerte gemessen werden, kann eine Therapieanpassung mit einem Mahlzeiteninsulin sinnvoll sein. Wichtiges Kriterium eines Mahlzeiteninsulins ist ein schneller Wirkeintritt, um den postprandialen Blutzuckeranstieg weitmöglichst zu reduzieren. Fiasp®, eine weiterentwickelte schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung, kann durch seinen schnellen Wirkeintritt dem physiologischen Insulinprofil Gesunder im Vergleich zum konventionellen Insulin aspart (NovoRapid®) noch näherkommen (7, 8). Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fiasp® im Vergleich zu NovoRapid® in Verbindung mit Insulin degludec ± Metformin wurde kürzlich in der Studie onset® untersucht (9). Dabei zeigte sich bei Patienten mit Typ-2-Diabetes unter Fiasp® eine wirksame Blutzuckerkontrolle bei überlegener Kontrolle der postprandialen Glucoseanstiege 1 Stunde nach der Mahlzeit im standardisierten Mahlzeitentest und einer geringeren Rate schwerer oder bestätigter Hypoglykämien im Vergleich zu NovoRapid® (9). „Die vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass sich Tresiba® und Fiasp® im Rahmen einer Basal-Bolus-Therapie gut ergänzen können – gerade auch in der Therapie der Patienten mit Typ 2 Diabetes“, resümierte Liebl.

Quelle: NovoNordisk

Literatur:

(1) Harris SB et al. Family members: the forgotten players in the diabetes care team (The TALK-HYPO Study), Diabetes Ther, https://doi.org/10.1007/s13300-019-00687-y (zuletzt aufgerufen am 21.10.2019).
(2) Marso SP et al. N Engl J Med 2017; 377: 723-732.
(3) Wysham C et al. JAMA 2017; 318: 45-56.
(4) Rodbard HW et al. Diabet Med 2013; 30: 1298-1304.
(5) Philis-Tsimikas A et al. Diabetologia 2019; 62(Suppl 1): S47-S47: Abstract #90.
(6) Fachinformation Tresiba®, aktueller Stand.
(7) Heise T et al. Clin Pharmacokinet 2017; 56: 551-559.
(8) Heise T et al. Diabetes Obes Metab 2017; 19: 208-215.
(9) Lane W et al. Diabetologia 2019; 62(Suppl 1): S10-S11: Abstract #17.


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