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Medizin

05. Juni 2019 Typ-2-Diabetes: Weiterentwickelte Insulin aspart Formulierung senkt PPH-Risiko

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes sind trotz Basalinsulintherapie von postprandialen Hyperglykämien (PPH) betroffen. Die Wirkung der weiterentwickelten Insulin aspart Formulierung tritt schneller ein als die von konventionellem Insulin aspart (1). Damit kann Faster Aspart dem physiologischen Insulinprofil Gesunder noch näher kommen als konventionelles Insulin aspart (2).
Stärkere Hemmung der endogenen Glucoseproduktion

In einer Untersuchung bei Patienten mit Typ-1-Diabetes konnte eine stärkere Hemmung der endogenen Glucoseproduktion innerhalb der ersten 60 Minuten nach einer Mahlzeit mit Faster Aspart (Fiasp®) im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart (NovoRapid®) gezeigt werden (3). Diese Aspekte können bei der Vermeidung von PPH eine Rolle spielen.

PPH verhindern

„Ein Blick auf die gravierenden möglichen Folgeschäden, die aus PPH resultieren können, verdeutlicht die Bedeutung einer effektiven glykämischen Kontrolle“, so Prof. Dr. Werner Kern, Ulm. PPH können das Mortalitätsrisiko erhöhen (4,5) und auch emotionale und kognitive Folgen haben: Sie können Menschen zermürben, ungesellig und gereizt machen, aber auch die Konzentrationsfähigkeit stören und so den Alltag stark beeinträchtigen (6). „Eine wichtige Aufgabe der modernen Diabetestherapie ist nach wie vor, PPH gerade auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes effektiver zu verhindern“, betonte Kern und ergänzt: „Daher ist es wichtig, bei der Wahl eines Mahlzeiteninsulins neben den Patientenbedürfnissen vor allem auch das Wirkprofil des Präparats zu berücksichtigen.“

Deutlich schnellere Insulinexposition

Mit Faster Aspart hat Novo Nordisk ein Mahlzeiteninsulin entwickelt, das durch seinen schnellen Wirkbeginn dem physiologischen Insulinprofil Gesunder im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart näherkommen und die „Insulinlücke“ verkleinern kann (1). Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes zeigte Faster Aspart im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart ein doppelt so schnelles erstes Auftreten im Blut und eine doppelt so hohe Insulinexposition in den ersten 30 Minuten nach Applikation (1,2,7). Es konnte eine 74% höhere Insulinwirkung in den ersten 30 Minuten nachgewiesen werden (1,7). Die gesamte blutzuckersenkende Wirkung war bei Faster Aspart und konventionellem Insulin aspart vergleichbar. Im Rahmen der Zulassungsstudie onset® (2) wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Faster Aspart im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart bei Menschen mit Typ-2-Diabetes untersucht (8). Es wurde eine vergleichbare Wirkung auf die Senkung des HbA1c-Werts erzielt (ETD: -0,02%; 95 %-KI: -0,15; 0,10). Der Vergleich zeigte auch: Faster Aspart bewirkte einen signifikant geringeren Anstieg der postprandialen Plasmaglucose (PPG) eine Stunde nach standardisiertem Mahlzeitentest (ETD: -0,59 mmol/l; 95%-KI:-1,09; -0,09 bzw. -10,6 mg/dl; 95%-KI: -19,56; -1,69; p=0,0198). Nach 2 Stunden war die PPG-Zunahme zwischen beiden Insulinen vergleichbar (ETD: -0,36 mmol/l; 95%-KI: -0,81; 0,08 bzw. -6,6 mg/dl -14,5; 1,4) (8).

Schneller Wirkeintritt kann endogene Glucoseproduktion stärker hemmen

Es sind jedoch nicht nur Mahlzeiten, die zu einem Anstieg der PPG führen. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes hat die endogene Glucoseproduktion einen bedeutenden Anteil an der postprandialen Glucose im Blut. Ihr Anteil beträgt bei Menschen mit Typ-2-Diabetes in den auf eine Mahlzeit folgenden 6 Stunden rund 38% der gesamten postprandialen Glucose im Blut – während es bei Gesunden nur rund 25% sind (9). Der schnellere Wirkeintritt von Faster Aspart ist mit einer stärkeren Hemmung der endogenen Glucoseproduktion assoziiert, worauf eine Studie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes hinweist. Im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart hemmte Faster Aspart diese um 96% stärker innerhalb der ersten 30 Minuten nach einer Mahlzeit (3). Durch seinen schnellen Wirkeintritt kann Faster Aspart so frühen postprandialen Glucoseanstiegen unmittelbar nach der Mahlzeit entgegenwirken (8) und helfen, die Diabeteseinstellung auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu verbessern.

Faster Aspart als Mahlzeiteninsulin bei Typ-2-Diabetes

Dem Nutzen einer Neueinstellung auf ein Mahlzeiteninsulin steht seitens der Betroffenen jedoch die Herausforderung des zusätzlichen Messens und Injizierens gegenüber. Kern betonte daher die Wichtigkeit von positiven Anreizen im Rahmen einer solchen Neueinstellung: „Gerade Patienten mit Typ-2-Diabetes scheuen oft den Beginn einer Insulintherapie. Wenn man sie dann zusätzlich zu einem Basalinsulin auf ein Bolusinsulin einstellt, sollte sich dieses durch eine gute Wirksamkeit auszeichnen, damit die Patienten im Alltag den therapeutischen Nutzen von besseren postprandialen Glucosewerten direkt spüren können,“ so Kern. Hinzukommen sollte die Möglichkeit, den Injektionszeitpunkt flexibel und bedarfsgerecht wählen zu können. Faster Aspart kann 2 Minuten vor und bis 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit injiziert werden (1). Mögliche Vorteile liegen laut Kern auf der Hand: „Eine zeitlich flexible Anwendung in Kombination mit Verbesserungen bei der postprandialen Blutzuckerkontrolle können zur Therapieadhärenz und damit zum gesamten Behandlungserfolg beitragen.“

Quelle: NovoNordisk

Literatur:

(1) Fachinformation Fiasp®, aktueller Stand.
(2) Heise T et al. Diabetes Obes Metab 2015; 17: 682-688.
(3) Basu A et al. Diabetes Obes Metab 2018; 20: 1615-1622.
(4) The DECODE Study Group on behalf of the European Diabetes Epidemiology Group, Diabetes Care 2003; 26: 688-696.
(5) Shaw JE et al. Diabetelogica 1999; 42: 1050-1054.
(6) Heller S et al. World Diabetes Congress 2015 (Poster #0956-P).
(7) Heise T et al. Clin Pharmacokinet 2017; 56: 551-559.
(8) Bowering K et al. Diabetes Care 2017; 40: 951-957.
(9) Woerle HJ et al. Am J Physiol Endocrinol Metab 2006; 290: E67-E77.


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