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Medizin

21. Juni 2018 Typ-2-Diabetes: Tipps für den geglückten Start in die Insulintherapie

Der Beginn einer Injektionstherapie mit Insulin ist ein kritischer Moment im Leben eines Diabetikers. Wird er durch den Arzt optimal begleitet, ist der Patient langfristig zufrieden, läuft hingegen schon anfangs etwas schief, rächt sich dies durch mangelnde Adhärenz und schlechte Behandlungsergebnisse.
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Absolut vermieden sollte in der Verhandlungsphase über eine solche einschneidende Maßnahme zum Beispiel eine Bagatellisierung der neuen Therapieform. Äußerungen wie „Sie werden es kaum merken“ oder die unbegründete Motivierung des Patienten nach dem Motto „Das schaffen Sie schon“ sind tabu, erläuterte Susan Clever, niedergelassene Psychologin aus Hamburg. Das gelte auch für Drohungen wie „Wenn Sie das nicht tun, lehne ich jede Verantwortung ab“ oder die nonverbale Signalisierung des eigenen Unbehagens aufgrund mangelnder Erfahrung mit der Therapie durch den Arzt. Auch Argumente wie „Das kriegt keiner mit“ sind fehl am Platz, wenn nicht zuvor die spezifischen Widerstände des Patienten aufgedeckt wurden. Last not least sollte der Arzt in der Verhandlungsphase über eine solche Behandlung keinesfalls unter Zeitdruck stehen oder diesen beim Patienten erzeugen, so die Expertin mit dem Schwerpunkt Psychodiabetologie.

Wichtig sei, auf die emotionalen Bedürfnisse der Patienten einzugehen, Verständnis für die Notwendigkeit und Unausweichlichkeit der Insulintherapie zu wecken und ihnen vor allem am Anfang häufigere Kontakte oder Termine anzubieten. Weitere Voraussetzung ist, subjektive Krankheitstheorien der Diabetiker wahrzunehmen und zu berücksichtigen und ihnen das Gefühl der Autonomie zur eigenen Entscheidungsfindung zu vermitteln. Zwei Patientengruppen sind dabei nach Clevers Erfahrung zu unterscheiden: Patienten mit „interner Kontrolle“ und hoher Selbstwirksamkeit, die wissen, was sie aus eigener Kraft erreichen können. Diese Einstellung ist mit einem positiven Therapieverlauf und sogar mit geringerer Mortalität verbunden. Auf der anderen Seite stehen Patienten mit externer Kontrolle, die ihr Verhalten nicht autonom steuern, sondern Gott, dem Schicksal oder dem Behandler vertrauen. Gerade diese Gruppe brauche sehr viel Unterstützung über den gesamten Therapieverlauf. Beiden Gruppen sei jedoch gemein, dass sie während der Therapie das Gefühl behalten wollen, „noch der Alte“ zu sein und den eigenen Lebensplan beibehalten zu können.

4 ärztliche Strategien haben sich nach Befunden der EMOTION-Studie  zur Akzeptanz einer Insulintherapie bei Typ-2-Diabetikern als besonders überzeugend für die Patienten erwiesen, wie Privatdozent Dr. Matthias Frank vom Diakonie Klinikum Neunkirchen berichtete. Es waren ein patientorientierter Interaktionsstil, die Aufklärung über den Nutzen der Insulintherapie, die Erklärung deren Anwendung und das Ausräumen von Mythen über die Therapie.

In der Umsetzung dieser Strategien sind Diabetologen offenbar etwas erfolgreicher als Hausärzte, wie eine Studie mit dem Basalinsulin Abasaglar® zur Therapie-Persistenz zeigte. Noch 24 Monaten waren beim Diabetologen noch 80,7% der Patienten unter der Therapie, beim Hausarzt hingegen nur 72,6%. Unterstützend ist unter www.abasaglar.de/broschueren für Ärzte ein Leitfaden mit Praxistipps zum gelungenen Insulinstart und unter www.abasaglar.de/Patienten Informationsmaterial für Patienten in verschiedenen Sprachen verfügbar.

Quelle: Fachpressegespräch zu Abasaglar® „Start der Insulintherapie: Emotionen von Patienten bewältigen – Erfolgschancen erhöhen“, Frankfurt am Main 18. 06. 2018, Veranstalter Boehringer Ingelheim GmbH und Lilly Deutschland GmbH.


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