Sonntag, 29. März 2020
Navigation öffnen

Medizin

21. Juni 2018 Typ-2-Diabetes: Tipps für den geglückten Start in die Insulintherapie

Der Beginn einer Injektionstherapie mit Insulin ist ein kritischer Moment im Leben eines Diabetikers. Wird er durch den Arzt optimal begleitet, ist der Patient langfristig zufrieden, läuft hingegen schon anfangs etwas schief, rächt sich dies durch mangelnde Adhärenz und schlechte Behandlungsergebnisse.
Anzeige:
Absolut vermieden sollte in der Verhandlungsphase über eine solche einschneidende Maßnahme zum Beispiel eine Bagatellisierung der neuen Therapieform. Äußerungen wie „Sie werden es kaum merken“ oder die unbegründete Motivierung des Patienten nach dem Motto „Das schaffen Sie schon“ sind tabu, erläuterte Susan Clever, niedergelassene Psychologin aus Hamburg. Das gelte auch für Drohungen wie „Wenn Sie das nicht tun, lehne ich jede Verantwortung ab“ oder die nonverbale Signalisierung des eigenen Unbehagens aufgrund mangelnder Erfahrung mit der Therapie durch den Arzt. Auch Argumente wie „Das kriegt keiner mit“ sind fehl am Platz, wenn nicht zuvor die spezifischen Widerstände des Patienten aufgedeckt wurden. Last not least sollte der Arzt in der Verhandlungsphase über eine solche Behandlung keinesfalls unter Zeitdruck stehen oder diesen beim Patienten erzeugen, so die Expertin mit dem Schwerpunkt Psychodiabetologie.

Wichtig sei, auf die emotionalen Bedürfnisse der Patienten einzugehen, Verständnis für die Notwendigkeit und Unausweichlichkeit der Insulintherapie zu wecken und ihnen vor allem am Anfang häufigere Kontakte oder Termine anzubieten. Weitere Voraussetzung ist, subjektive Krankheitstheorien der Diabetiker wahrzunehmen und zu berücksichtigen und ihnen das Gefühl der Autonomie zur eigenen Entscheidungsfindung zu vermitteln. Zwei Patientengruppen sind dabei nach Clevers Erfahrung zu unterscheiden: Patienten mit „interner Kontrolle“ und hoher Selbstwirksamkeit, die wissen, was sie aus eigener Kraft erreichen können. Diese Einstellung ist mit einem positiven Therapieverlauf und sogar mit geringerer Mortalität verbunden. Auf der anderen Seite stehen Patienten mit externer Kontrolle, die ihr Verhalten nicht autonom steuern, sondern Gott, dem Schicksal oder dem Behandler vertrauen. Gerade diese Gruppe brauche sehr viel Unterstützung über den gesamten Therapieverlauf. Beiden Gruppen sei jedoch gemein, dass sie während der Therapie das Gefühl behalten wollen, „noch der Alte“ zu sein und den eigenen Lebensplan beibehalten zu können.

4 ärztliche Strategien haben sich nach Befunden der EMOTION-Studie  zur Akzeptanz einer Insulintherapie bei Typ-2-Diabetikern als besonders überzeugend für die Patienten erwiesen, wie Privatdozent Dr. Matthias Frank vom Diakonie Klinikum Neunkirchen berichtete. Es waren ein patientorientierter Interaktionsstil, die Aufklärung über den Nutzen der Insulintherapie, die Erklärung deren Anwendung und das Ausräumen von Mythen über die Therapie.

In der Umsetzung dieser Strategien sind Diabetologen offenbar etwas erfolgreicher als Hausärzte, wie eine Studie mit dem Basalinsulin Abasaglar® zur Therapie-Persistenz zeigte. Noch 24 Monaten waren beim Diabetologen noch 80,7% der Patienten unter der Therapie, beim Hausarzt hingegen nur 72,6%. Unterstützend ist unter www.abasaglar.de/broschueren für Ärzte ein Leitfaden mit Praxistipps zum gelungenen Insulinstart und unter www.abasaglar.de/Patienten Informationsmaterial für Patienten in verschiedenen Sprachen verfügbar.

Quelle: Fachpressegespräch zu Abasaglar® „Start der Insulintherapie: Emotionen von Patienten bewältigen – Erfolgschancen erhöhen“, Frankfurt am Main 18. 06. 2018, Veranstalter Boehringer Ingelheim GmbH und Lilly Deutschland GmbH.


Das könnte Sie auch interessieren

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen
© pixologic / fotolia.com

Neues Verfahren bietet erstmals Heilungschance bei Lymphstauungen. Vor allem Krebspatienten haben darunter zu leiden: Zwar ist der Krebs erfolgreich behandelt, doch zurück bleiben Folgen wie beispielsweise Lymphstauungen an Armen und Beinen. Meist handelt es sich um geschwollene, schmerzende Extremitäten, in denen die Lymphflüssigkeit nicht mehr abfließen kann, weil das feine System der dafür nötigen Kanäle beschädigt wurde. Bisher konnten nur die Symptome gelindert werden, oft eine unbefriedigende und lebenslang leidvolle Situation für die...

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet

Betroffene teilen Erfahrungen und geben Depression eine Stimme – nutzergenerierte Website gestartet
© Artem Furman / fotolia.com

Eine interaktive und multimediale Aufklärungs-Webseite über Depression ist neu an den Start gegangen. Auf der Seite können Betroffene und Angehörige in eigenen Beiträgen über ihre Erfahrungen mit Depression berichten und der Erkrankung so eine Stimme geben. Die Betroffenen können für die Website schriftliche Erfahrungsberichte oder Audio- und Video-Dateien einreichen.

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung
© Konstantin Yuganov / fotolia.com

Es geht wieder los: Die Grippe-Zeit beginnt! Insbesondere ältere Patienten sind durch Influenza-Viren gefährdet. Aber auch Schwangere, Kinder und Pflegepersonal sind besonders betroffen. Deswegen raten Experten jetzt zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses...

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie
@ drubig-photo / Fotolia.com

Die britische Firma Abson Development hat mit "Sleep like a Baby" eine neue Lifestyle-App veröffentlicht, um Schlafprobleme von Erwachsenen, Kindern und Säuglingen zu lösen. "Schlaf ist bekannterweise sehr wichtig, aber viele Menschen haben aufgrund von verschiedenen Faktoren, wie Stress, einem neugeborenen Kind oder einem Tinnitus, immer wieder Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen", sagt Entwickler Lance Abson.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-2-Diabetes: Tipps für den geglückten Start in die Insulintherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden