Freitag, 17. Januar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

29. Mai 2019 Typ-2-Diabetes mit kardiovaskulärer Erkrankung: Kombinationsbehandlung verbessert Funktionsstörungen

Beim Typ-2-Diabetes (T2D) und kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) handelt es sich um ein gefährliches Duo, weil sich beide Erkrankungen gegenseitig verstärken und zu einer potenziert schlechteren Prognose führen, erläuterte Dr. med. Anselm K. Gitt, Ludwigshafen, auf einem von MSD unterstützten Symposium während des Kardiologenkongresses 2019 in Mannheim. Daher sei, wie andere Fachärzte weiter ausführten, bei dieser Komorbidität eine – auch initiale – Kombinationsbehandlung indiziert.
Die antidiabetische Kombinationstherapie beim T2D kann mit modernen Medikamenten gleich mehrere Krankheitskomponenten verbessern, führte Prof. Dr. med. Dirk Müller-Wieland, DGK-Mannheim, aus. Als Beleg referierte er die VERTIS SITA2 Studie, welche die Effekte einer Add-on-Gabe des neueren SGLT2-I Ertugliflozin zur bereits bestehenden Kombination Metformin/Sitagliptin nach 52 Wochen untersuchte.

Dreifach-Medikation verbessert mehrere Funktionsstörungen

Unter der höheren Dosis von 15 mg von Ertugliflozin konnte der HbA1c um weitere 0,8% gesenkt werden. Im sekundären Endpunkt Körpergewicht verloren die Patienten im Schnitt 3,5 kg, und auch die Systole wurde nochmal um 5 mmHg gesenkt (1). Auch wenn der HbA1c nicht mehr alleinig im Mittelpunkt der diabetologischen Bemühungen steht, erklärt der Kardiologe und Diabetologe, weil meistens bei den Patienten zahlreiche andere Risikofaktoren das Outcome beeinflussen, sollte doch frühzeitig der HbA1c in den Referenzbereich gesenkt werden, weil es ansonsten durch Entstehung des „metabolischen Gedächtnisses“ späterhin immer schwieriger wird, den Wert zu senken. Auch in dieser Hinsicht ist der zeitige Einsatz von Kombinationen relevant. Zudem kann dadurch längere Zeit eine rein orale Therapie durchgeführt werden.

Einfache Algorithmen bei gängigen Konstellationen

Vor diesem Hintergrund berichtete Prof. Dr. med. Monika Kellerer, Stuttgart, über den ADA/EASD-Consensus- Report 2018 (2). Er geht einmal auf neue Antidiabetika ein und berücksicht Erkenntnisse zur (oftmals) umfassenden Komorbidität von T2D-Patienten mit der Zielrichtung einer personalisierteren Behandlung. Wichtige Primärtherapie bleibt Metformin zusammen mit Lebensstilmodifikation. Vor dieser Matrix haben Landgraf und Kollegen vorrangige Therapieoptionen ab der zweiten Behandlungslinie bei häufigen klinischen Konstellationen in der Diabetologie erarbeitet (3). Bei starker Adipositas sollten GLP1-RA, SGLT2-I oder DPP-4-I dazugegeben werden. Dies empfiehlt sich ebenso bei Neigung zu Hypoglykämien. Bei CVD und renaler Dysfunktion (eGFR>30 ml/min) kann Empagliflozin noch bis zu einem eGFR von 45 ml/min eingesetzt werden oder Liraglutid und DPP-4-I oder dann Insulin. Beim gleichen Klientel, bei dem aber die eGFR < 30 ml/min ist, verbleiben noch Liraglutid, Sitagliptin und Insuline.

Fixkombination Ertugliflozin + Sitagliptin

Zur einfacheren Applikation von Mehrfach-Gaben ist die Fixkombination aus Ertugliflozin und Sitagliptin (Steglujan®) aktuell das einzige Präparat, in dem ein SGLT-2-Inhibitor mit dem DPP-4-Hemmer Sitagliptin zusammen enthalten ist.

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: Was Kardiologen über die Therapie des Typ-2-Diabetes wissen sollten, im Rahmen des 85. Jahrestagung der DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie), Mannheim, 26.04.2019; Veranstalter: MSD Sharp & Dohme GmbH

Literatur:

(1) Dagogo-Jack S et al., Diabetes Obes Metab 2017; doi:10.1111/dom.13116
(2) Davies et al., Diabetes Care 2018; 41 (12): 2669-701.
(3) Landgraf R et al., Diabetologie 2018; 13 (Suppl 2): S144-S165.


Das könnte Sie auch interessieren

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt

Migräne: Wenn extreme Hitze zu Kopfschmerzen führt
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Das Wetter in Deutschland wird immer wärmer und für viele erfüllt sich der langersehnte Traum vom „richtigen Sommer“. Heiße Tage und laue Nächte erfreuen aber nicht alle. Während die einen glücklich im Café sitzen und die Sonnenstrahlen in sich aufsaugen, ist bei Migräne-Betroffenen die Freude oft gedämpft. Ein starker Temperaturwechsel kann bedeuten, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Pochen und Ziehen in der Schläfengegend meldet und die nächste Migräneattacke ankündigt. Gutes Trigger-Management...

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?
© JPC-PROD / Fotolia.com

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Typ-2-Diabetes mit kardiovaskulärer Erkrankung: Kombinationsbehandlung verbessert Funktionsstörungen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.