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Medizin

29. Mai 2019 Typ-2-Diabetes mit kardiovaskulärer Erkrankung: Kombinationsbehandlung verbessert Funktionsstörungen

Beim Typ-2-Diabetes (T2D) und kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) handelt es sich um ein gefährliches Duo, weil sich beide Erkrankungen gegenseitig verstärken und zu einer potenziert schlechteren Prognose führen, erläuterte Dr. med. Anselm K. Gitt, Ludwigshafen, auf einem von MSD unterstützten Symposium während des Kardiologenkongresses 2019 in Mannheim. Daher sei, wie andere Fachärzte weiter ausführten, bei dieser Komorbidität eine – auch initiale – Kombinationsbehandlung indiziert.
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Die antidiabetische Kombinationstherapie beim T2D kann mit modernen Medikamenten gleich mehrere Krankheitskomponenten verbessern, führte Prof. Dr. med. Dirk Müller-Wieland, DGK-Mannheim, aus. Als Beleg referierte er die VERTIS SITA2 Studie, welche die Effekte einer Add-on-Gabe des neueren SGLT2-I Ertugliflozin zur bereits bestehenden Kombination Metformin/Sitagliptin nach 52 Wochen untersuchte.

Dreifach-Medikation verbessert mehrere Funktionsstörungen

Unter der höheren Dosis von 15 mg von Ertugliflozin konnte der HbA1c um weitere 0,8% gesenkt werden. Im sekundären Endpunkt Körpergewicht verloren die Patienten im Schnitt 3,5 kg, und auch die Systole wurde nochmal um 5 mmHg gesenkt (1). Auch wenn der HbA1c nicht mehr alleinig im Mittelpunkt der diabetologischen Bemühungen steht, erklärt der Kardiologe und Diabetologe, weil meistens bei den Patienten zahlreiche andere Risikofaktoren das Outcome beeinflussen, sollte doch frühzeitig der HbA1c in den Referenzbereich gesenkt werden, weil es ansonsten durch Entstehung des „metabolischen Gedächtnisses“ späterhin immer schwieriger wird, den Wert zu senken. Auch in dieser Hinsicht ist der zeitige Einsatz von Kombinationen relevant. Zudem kann dadurch längere Zeit eine rein orale Therapie durchgeführt werden.

Einfache Algorithmen bei gängigen Konstellationen

Vor diesem Hintergrund berichtete Prof. Dr. med. Monika Kellerer, Stuttgart, über den ADA/EASD-Consensus- Report 2018 (2). Er geht einmal auf neue Antidiabetika ein und berücksicht Erkenntnisse zur (oftmals) umfassenden Komorbidität von T2D-Patienten mit der Zielrichtung einer personalisierteren Behandlung. Wichtige Primärtherapie bleibt Metformin zusammen mit Lebensstilmodifikation. Vor dieser Matrix haben Landgraf und Kollegen vorrangige Therapieoptionen ab der zweiten Behandlungslinie bei häufigen klinischen Konstellationen in der Diabetologie erarbeitet (3). Bei starker Adipositas sollten GLP1-RA, SGLT2-I oder DPP-4-I dazugegeben werden. Dies empfiehlt sich ebenso bei Neigung zu Hypoglykämien. Bei CVD und renaler Dysfunktion (eGFR>30 ml/min) kann Empagliflozin noch bis zu einem eGFR von 45 ml/min eingesetzt werden oder Liraglutid und DPP-4-I oder dann Insulin. Beim gleichen Klientel, bei dem aber die eGFR < 30 ml/min ist, verbleiben noch Liraglutid, Sitagliptin und Insuline.

Fixkombination Ertugliflozin + Sitagliptin

Zur einfacheren Applikation von Mehrfach-Gaben ist die Fixkombination aus Ertugliflozin und Sitagliptin (Steglujan®) aktuell das einzige Präparat, in dem ein SGLT-2-Inhibitor mit dem DPP-4-Hemmer Sitagliptin zusammen enthalten ist.

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: Was Kardiologen über die Therapie des Typ-2-Diabetes wissen sollten, im Rahmen des 85. Jahrestagung der DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie), Mannheim, 26.04.2019; Veranstalter: MSD Sharp & Dohme GmbH

Literatur:

(1) Dagogo-Jack S et al., Diabetes Obes Metab 2017; doi:10.1111/dom.13116
(2) Davies et al., Diabetes Care 2018; 41 (12): 2669-701.
(3) Landgraf R et al., Diabetologie 2018; 13 (Suppl 2): S144-S165.


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