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Medizin
19. Januar 2020

Typ-I-Diabetes: Lebensbedrohlich hohe Insulinkosten in den USA

Die am häufigsten verwendeten Formen von Insulin kosten in den USA 10-mal mehr als in jedem anderen Industrieland, wie aus einem Kommentar in Mayo Clinic Proceedings hervorgeht. Diese immens hohen Kosten veranlassen einige US-amerikanischen Patienten mit Typ-1-Diabetes dazu, die Menge des verwendeten Insulins zu rationieren, was lebensbedrohliche Folgen hat.
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Der Kommentar von Dr. S. Vincent Rajkumar, einem Arzt von Mayo Clinic, sieht in den Kosten für Insulin eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit. „Es gibt 30 Millionen Diabetes-Patienten in den Vereinigten Staaten und etwa 25% von ihnen, das sind 7,4 Millionen Amerikaner, benötigen Insulin. Für die 1,3 Millionen Patienten mit Typ-1-Diabetes ist Insulin so wichtig wie die Luft zum Atmen. Einige Patienten rationieren das Insulin oder wechseln ohne angemessene ärztliche Überwachung zu billigeren Formen. Wir sollten unverzüglich handeln.“
Der Kommentar erscheint in der Januar-Ausgabe von Mayo Clinic Proceedings, in der es überwiegend um Diabetes und die Entdeckung des Insulins im Jahr 1921 geht. Der Einsatz von Insulin zur Behandlung von Diabetes hat das Leben von Millionen von Menschen verändert, aber der starke Kostenanstieg der letzten Jahre bedroht die Patientenversorgung.

Lebensbedrohliche Komplikationen

Insulin ist ein natürlich vorkommendes Hormon, das zur Regulierung des Blutzuckerspiegels beiträgt. Die Insulintherapie ist für Menschen mit Typ-1-Diabetes und für viele Patienten mit Typ-2-Diabeteslebenswichtig. Typ-1-Diabetes ist eine chronische Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse wenig oder kein Insulin produziert. Bei Typ-2-Diabetes wird der Körper zunehmend unempfindlich für Insulin oder produziert nicht genug, um den normalen Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten. Langfristige Komplikationen können die Patienten stark beeinträchtigen und sogar lebensbedrohlich sein.

Überhöhte Preise

„Es gab in letzter Zeit viele Berichte über Todesfälle bei Patienten mit Typ-1-Diabetes, die auf den Mangel an erschwinglichem Insulin zurückgeführt werden“, sagt Rajkumar. „Die hohe Prävalenz von Diabetes sowie die Tatsache, dass es sich um eine chronische, lebenslange Krankheit handelt und Patienten mit Typ-1-Diabetes sterben, wenn sie keinen Zugang zu Insulin haben, machen dies zu einem dringenden Problem, das schnell gelöst werden muss.“
„Der Hauptgrund für die hohen Kosten von Insulin ist der dringende Bedarf der Patientenpopulation, die Insulin zum Überleben braucht“, sagt er. „Diese Menschen sind bereit, fast jeden Preis zu bezahlen, um ein lebensrettendes Medikament zu erhalten, und die Hersteller wissen das.“

Mögliche Maßnahmen

Dr. Rajkumar, Professor für Medizin (Stiftung Edward W. and Betty Knight Scripps) am Mayo Clinic College of Medicine and Science, schlägt verschiedene Lösungen vor, die helfen würden, Insulin und andere verschreibungspflichtige Medikamente erschwinglicher zu machen. Dazu gehören:
 
  • Patentreform zum Schutz vor Monopolen in der Pharmaindustrie,
  • Schaffung eines einfacheren Zulassungsverfahrens für Generika und Biosimilars,
  • Rechtsvorschriften zur Verhinderung ungerechtfertigter Preiserhöhungen,
  • Förderung der gemeinnützigen Herstellung von Generika und
  • Gesetze, die den Zugang zu erschwinglichem und sicherem Insulin in Notfällen ermöglichen.
„Wir können es uns nicht leisten, auch nur ein einziges weiteres Leben wegen der hohen Insulinkosten zu verlieren“, sagt Rajkumar. „Der Preis von Insulin ist ein krasses und beunruhigendes Beispiel dafür, was auch mit anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten passiert. Es zeigt ein systembedingtes Problem bei der Preisgestaltung von Medikamenten im Vergleich zu praktisch allen anderen Waren.“

Quelle: Mayo Clinic


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