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Medizin

25. November 2020 Unerkannte Hepatitis-Fälle rasch behandeln: DGVS fordert zeitnahe Umsetzung des neu beschlossenen Hepatitis-Screenings

Am 20. November hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass der Test auf die durch Viren verursachte Hepatitis B und C Teil des Gesundheits-Check-ups ab 35 Jahren wird. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V. hat sich über viele Jahre für die Einführung eines Screenings stark gemacht und begrüßt die aktuelle Entscheidung. Beide Virushepatitis-Erkrankungen sind hochansteckend und verlaufen oft lange symptomlos. Ein Screening ist daher enorm wichtig, um unentdeckte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, zu therapieren und die Verbreitung der Infektionen zu unterbinden.
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Versicherte ab 35 Jahren haben künftig Anspruch, sich auf Hepatitis B und Hepatitis C als Bestandteil des Gesundheits-Check-ups beim Hausarzt einmalig testen zu lassen. Die DGVS fordert eine rasche Umsetzung des Beschlusses und appelliert an Versicherte, von der wichtigen Untersuchung Gebrauch zu machen, sobald diese in die Praxis umgesetzt wird.
 
"Viele Virushepatitiden verlaufen relativ symptomarm und werden oft erst dann erkannt, wenn sie bereits zu schwer zu therapierenden Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs geführt haben“, sagt Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses sei deshalb ein wichtiger und richtiger Schritt, um Hepatitis-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, zu behandeln und auch das Weitertragen der Infektion zu unterbinden.
 
"Was wir jetzt jedoch brauchen, ist eine schnelle Umsetzung des Beschlusses!“, fordert Wedemeyer. Die Therapie der Hepatitis B und C habe in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. „Uns stehen inzwischen hocheffektive Medikamente zur Verfügung, die bei Hepatitis B die Vermehrung der Viren unterdrücken und bei Hepatitis C sogar eine völlige Ausheilung der Erkrankung ermöglichen so Wedemeyer. "Von diesen sehr gut verträglichen Therapiemöglichkeiten müssen bisher unerkannt Betroffene jetzt schnellstmöglich profitieren können."
 
Bevor das Hepatitis-Screening in Anspruch genommen werden kann, muss der Beschluss dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt werden. Danach verhandeln Ärzte und Krankenkassen die Höhe der ärztlichen Vergütung. Wenn die Abrechnungsziffer feststeht, kann die Leistung in Anspruch genommen werden.
 
Sehr häufig werden Hepatitis B und C in bestimmten Risikogruppen gefunden. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem Personen, die aktuell oder in der Vergangenheit intravenös Drogen konsumiert haben, homosexuelle Männer, aber auch Migranten aus Ländern, in denen die Infektionen weit verbreitet sind.
 
Hepatitis B und C sind Leberentzündungen, die auf eine Infektion mit dem jeweiligen Hepatitisvirus zurückgehen. Beide Infektionen sind in ihren Früh- und Akutphasen hochansteckend und beide werden über das Blut übertragen. Hepatitis B kann zudem über sexuelle Kontakte übertragen werden, da für eine Infektion schon eine geringe Menge an Viren ausreicht und sich die Viren in allen Körperflüssigkeiten befinden. Daher gehört Hepatitis B auch zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. In Deutschland wird die Impfung gegen Hepatitis B seit 1995 für Säuglinge und Kinder von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Diese Empfehlung wurde 2013 auf Menschen mit einem geschwächten Immunsystem erweitert. Für Hepatitis C gibt es bislang noch keine Schutzimpfung.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)


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