Dienstag, 14. Juli 2020
Navigation öffnen

Medizin

20. Februar 2019 Unklarer Patientenwillen: Patientenverfügung und Organspendeausweis können einander widersprechen

Mancher potenzielle Organspender hat nicht nur einen Organspende-Ausweis, sondern auch eine Patientenverfügung. Beide Dokumente widersprechen sich mitunter – eine schwierige Situation für behandelnde Ärzte.
Anzeige:
Fachinformation
Die Umsetzung einer Patientenverfügung und eine Organspende schließen sich mitunter aus. Das ist vielen Menschen jedoch nicht bewusst, wie eine Studie zeigt, die aktuell in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ veröffentlicht ist. Professor Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Dr. Elias Wagner und Professor Ralf Jox, Lausanne, haben 236 Seniorinnen und Senioren nach ihrer Bereitschaft zur Organspende befragt und danach, ob sie eine Patientenverfügung haben.

Hirntod-Konzept oft unklar

Vor einer Organspende muss der Hirntod des potenziellen Spenders festgestellt werden, was nur im Kontext einer intensivmedizinischen Behandlung erfolgen kann. Etwa jeder Fünfte der Befragten hatte seine Bereitschaft dazu in einem Organspende-Ausweis dokumentiert. Einige der potenziellen Spender haben zugleich mit einer Patientenverfügung festgehalten, dass sie keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünschen und lieber außerhalb einer Intensivstation sterben möchten. „Diese Konstellation birgt einen potenziellen Konflikt und bedeutet für die behandelnden Ärzte eine schwierige ethische Herausforderung“, sagt Jox. Dieser Umstand ist vielen potenziellen Spendern jedoch nicht bewusst. Zugleich zeigte die Studie, dass vielen der Befragten das Konzept des Hirntods nicht verständlich ist.

„Unsere Studie zeigt, dass ein erheblicher Aufklärungsbedarf bei Patientenverfügung und Organspende besteht“, sagt Marckmann. „Um den Willen des einzelnen Patienten zu ermitteln, am besten auch eine ausdrückliche Priorisierung, ist ein persönliches qualifiziertes Beratungsgespräch notwendig.“

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München


Anzeige:
Basistext

Das könnte Sie auch interessieren

Faktencheck: Welchen Nutzen haben Vitamin-D-, Vitamin-E- und Selen-Präparate?

Faktencheck: Welchen Nutzen haben Vitamin-D-, Vitamin-E- und Selen-Präparate?
© mayakova / Fotolia.com

Jede vierte deutsche Frau und etwa jeder fünfte deutsche Mann nehmen Präparate zur Nahrungsergänzung. Im Zeitraum April 2015 bis März 2016 wurden insgesamt 177 Millionen Verpackungen verkauft.1 Doch schützt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln tatsächlich vor Krankheiten? Die AOK Hessen hat Fakten zu Nutzen und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln übersichtlich zusammengestellt.

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs
© karepa / Fotolia.com

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich breit akzeptiert, trotz der Risiken, die mit seinem Konsum einhergehen. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, so die Autoren des Alkoholatlas Deutschland 2017. Leberschäden gehören dabei zu den weitgehend bekannten Folgen. Doch auch das Risiko für Darmkrebs steigt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März macht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf aufmerksam, dass auch der vergleichsweise moderate Konsum von Alkohol das...

Wir sehnen uns nach Sonne – unsere Haut nach Schutz

Wir sehnen uns nach Sonne – unsere Haut nach Schutz
© Dmitry Sunagatov / Fotolia.com

Endlich Frühling! Ob auf dem Balkon, beim Spaziergang oder Joggen „mit Abstand" – die Sehnsucht nach Sonne und frischer Luft war selten so groß wie in diesen Tagen. „Genießen Sie Ihre mit Bedacht gewählten Aufenthalte im Freien und tanken Sie Energie", sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Achten Sie jedoch auch auf Ihre Haut. Sie ist nach den Wintermonaten noch nicht an die UV-Strahlung der Sonne gewöhnt und muss die Schutzmechanismen gegen die potenziell hautkrebserregenden Strahlen erst wieder...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Unklarer Patientenwillen: Patientenverfügung und Organspendeausweis können einander widersprechen "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden