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Medizin

02. Oktober 2019 Unzureichende orale Behandlung bei Typ-2-Diabetes: Erreichen der Zielwerte unter Insulinglulisin

Patienten mit Typ-2-Diabetes, bei denen die orale Behandlung nicht mehr genügt, bietet die Zugabe des Bolusinsulins Insulinglulisin (Apidra®) gute Chancen, ihr Behandlungsziel zu erreichen. Dafür sprechen die Daten der Studie IGLU-SIT.
IGLU-SIT ist eine in 64 Zentren durchgeführte, prospektive, nicht-interventionelle Studie. Sie prüfte die Wirksamkeit des Mahlzeiteninsulins Insulinglulisin bei Initiierung einer supplementären Insulintherapie (SIT) in der Praxis. In die Studie wurden 156 Patienten mit Typ-2-Diabetes aufgenommen, deren Arzt nach Versagen der oralen Therapie bereits die Entscheidung für diese Therapie getroffen hatte, berichtete Prof. Martin Pfohl, Duisburg. Dementsprechend lag der HbA1c-Wert der Teilnehmer mit mittleren 8,23% deutlich zu hoch. Die Patienten wiesen eine durchschnittliche Diabetesdauer von 9,5 Jahren auf. Sie waren insulinnaiv und viele adipös (mittlerer Body-Mass-Index: 32,2 kg/m2).
Als Ziel-HbA1c wurde ein Wert von 6,7% angesetzt. Primärer Endpunkt war die Ansprechrate nach 3, 6, 9 und 12 Monaten Behandlung. Die Patienten verbesserten sich erheblich: Der durchschnittliche HbA1c-Wert sank innerhalb von 12 Monaten signifikant um 1,12% auf 7,13% (p < 0,0001). 45,2% der Patienten erreichten in dieser Zeit ihr HbA1c-Ziel.
Ein interessanter Aspekt: Früher ging man davon aus, dass die guten HbA1c-Werte von Studienpatienten sich nach 3-6 Monaten oft wieder verschlechtern, so Pfohl. In der IGLU-SIT-Studie jedoch nahm die Erfolgsrate während des gesamten Studienzeitraums kontinuierlich zu – in jedem Quartal um rund 10%. So hatten nach 3 Monaten 14,1% der Teilnehmer ihren Zielwert verwirklicht, in 6 Monaten 25,2%, in 9 Monaten 34,8% und nach 12 Monaten 45,2%.
Die Betrachtung des Blutzuckertagesprofils mit 7 Messzeitpunkten zeigt zudem, dass sich unter der Therapie das gesamte Profil hin zu erheblich niedrigeren Glukosewerten verbesserte. Der Unterschied erwies sich mit p < 0,0001 zu allen Messzeitpunkten als signifikant. Zusätzlich erreichten die Teilnehmer eine ausgeprägte Abflachung der postprandialen Glukoseanstiege.

Erfolgreicher Wechsel des Mahlzeiteninsulins

Dass auch das Umstellen von einem anderen Bolusinsulin (Humaninsulin, Analoginsulin) auf Insulinglulisin lohnen kann, belegt die ebenfalls nicht-interventionelle Praxis-Studie IGLU-S. Daran nahmen Typ-1-Patienten (Bolus- plus Basalinsulin) und Typ-2-Patienten (Bolusinsulin + orale Therapie oder Basalinsulin) mit schlechter Stoffwechseleinstellung teil (mittlerer HbA1c: 8,36% bzw. 8,3%).
Mit dem Wechsel zu Insulinglulisin erreichten in 12 Monaten 50% der Typ-1- und 49,9% der Typ-2-Patienten ihr individuelles HbA1c-Ziel. Auch hier stieg der Anteil der erfolgreichen Patienten während der Beobachtungsdauer kontinuierlich und deutlich an – und dies in beiden Gruppen.
Geduld kann demnach bei Typ-2- und bei Typ-1-Patienten durchaus lohnen, stellte Pfohl fest: „Wir müssen länger am Ball bleiben!“

Helga Brettschneider

Quelle: Presseveranstaltung „Unser Engagement für Menschen mit Diabetes – Aktuelles Kongress-Update“, 31. Juli 2019, Eppstein-Bremthal; Veranstalter: Sanofi-Aventis


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