Mittwoch, 5. August 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

27. September 2017
Seite 1/2
Vergleichbare Wirksamkeit von Biosimilar Infliximab CT-P13 in der CED-Therapie

Die Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) ist in Deutschland auf einem guten Weg, bietet aber nach wie vor Chancen zur Optimierung. Biosimilars wie der TNF-alpha-Inhibitor Infliximab CT-P13 (Inflectra™) haben das Potential, mehr CED-Patienten als bisher einen Zugang zu modernen Biologika-Therapien zu ermöglichen. Zudem befinden sich weitere Medikamente mit innovativen Wirkmechanismen in der klinischen Entwicklung. Für den JAK-Inhibitor Tofacitinib ist eine Zulassung für die Behandlung von Colitis ulcerosa bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eingereicht.
Anzeige:
Basistext
„Das Ziel einer CED-Therapie sollte die langfristige Erhaltung der klinischen Remission sowie die Vermeidung operativer Eingriffe sein“, so PD Dr. Bernd Bokemeyer, niedergelassener Gastroenterologe aus Minden. Eine wichtige Säule in der Behandlung von CED wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa stellen TNF-alpha-Inhibitoren dar. Mit ihnen können hohe steroidfreie Remissionsraten sowie ein hoher Anteil an mukosaler Heilung erreicht werden. In der Folge sind weniger Krankenhauseinweisungen und operative Interventionen erforderlich (1-3). In Deutschland werden lediglich 3-8% der CED-Patienten mit Biologika, zu denen auch die TNF-alpha-Inhibitoren zählen, behandelt, wie eine Untersuchung aus den Jahren 2006 und 2007 zeigt (4). „Hier ist also noch von einer Unterversorgung auszugehen“, schlussfolgerte Bokemeyer. „Durch Biosimilars konnte in den letzten Jahren hier bereits ein Beitrag zur Schließung dieser Versorgungslücke geleistet werden: Sie tragen durch ihre Wirtschaftlichkeit dazu bei, dass mehr CED-Patienten der Zugang zu einer Biologika-Therapie ermöglicht werden kann“, so Bokemeyer.

Vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit zwischen Biosimilar und Originator

Dr. Sascha Gotthardt, Medical Affairs, Pfizer, führte als Beispiel für ein solches Biosimilar Infliximab CT-P13 an. Die therapeutische Alternative zum Originator TNF-alpha-Inhibitor Remicade® steht in Europa seit vier Jahren zur Verfügung und kann europaweit inzwischen Behandlungserfahrung aus über 100.000 Patientenjahren vorweisen (5). Ihre Wirksamkeit ist durch über 50 Studien mit insgesamt mehr als 7.000 Patienten belegt (6-22).

In einer randomisierten, doppelblinden 54-wöchigen klinischen Studie (23) in der Indikation Morbus Crohn mit insgesamt 214 eingeschlossenen Patienten waren nach sechs Wochen keine signifikanten Unterschiede erkennbar, wodurch der primäre Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit erfüllt wurde. Das klinische Ansprechen lag bei 71,4% (Infliximab CT-P13) bzw. 75,2% (Originatorprodukt), wobei der Unterschied statistisch nicht signifikant war (Konfidenzintervall 95%) (23). Auch nach 30 Wochen waren beim klinischen Ansprechen (CDAI-70) zwischen Infliximab CT-P13 mit 75,7% und dem Originatorprodukt mit 75,2% keine signifikanten Unterschiede (Konfidenzintervall 95%) zu beobachten. Auch beim Erreichen der Remission konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden: 55,0% der mit Infliximab CT-P13 behandelten Patienten erreichten gegenüber 56,9% der mit dem Originatorprodukt behandelten Patienten eine Remission (Konfidenzintervall 95%) (24).

„Beim Einsatz von Biosimilars in der Praxis ist die Therapieoptimierung durch einen patienten-individuellen Ansatz entscheidend“, erläuterte Gotthardt. „Bislang konnten Therapieanpassungen meist erst nach Erhalt der Laborergebnisse bei der nächsten Visite vorgenommen werden, also bis zu 8 Wochen später. Mit den neuen Point of care-Tests ist es jedoch möglich, noch vor Ort die Infliximab-Talspiegel im Plasma zu bestimmen, notwendige Therapieanpassungen direkt vorzunehmen und so das optimale Verhältnis zwischen größtmöglicher Wirkung und minimalem Risiko unerwünschter Nebenwirkungen erreichen zu können“, so Gotthardt. Darüber hinaus ist auch die Bestimmung möglicher Antikörper gegen den Wirkstoff, der so genannten Anti-Drug Antibodies (ADA) wichtig, da diese einen Wirkverlust des Biologikums verursachen können.
 
Vorherige Seite

Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern
© bubutu / Fotolia.com

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder...

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln
© psdesign1 - stock.adobe.com

Nach wie vor stellen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Dennoch lässt sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Mortalitätsrückgang verzeichnen. Laut Deutschem Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. ist die Zahl der Todesfälle rückläufig und hat sich seit dem Jahr 1980 sogar halbiert. „Aufgrund der guten Notfallversorgung können wir viele Patienten schnell und zielgerichtet behandeln“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Fehske, Chefarzt der Kardiologie und Inneren Medizin...

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht
© imagesetc / Fotolia.com

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vergleichbare Wirksamkeit von Biosimilar Infliximab CT-P13 in der CED-Therapie "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden