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Medizin

23. November 2017 Mausmodell: Methocarbamol wirkt zentral und offenbar auch peripher

Methocarbamol, z.B. Ortoton® – ein zentral wirksames Muskelrelaxans (1) – wird zur symptomatischen Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen insbesondere im unteren Rücken (Lumbago) eingesetzt (2). Erstmals legen noch unveröffentlichte Versuche am Mäusemuskel auch eine periphere Wirkung über den spannungsabhängigen Natriumkanal Nav.1.4 nahe, so Prof. Dr. Stephan Kröger, Biomedizinisches Centrum der LMU München, Planegg-Martinsried, auf dem Deutschen Schmerzkongress in Mannheim. „Sofern sich die peripheren Effekte beim Menschen bestätigen und die Konzentrationsbereiche vergleichbar sind, könnten sich langfristig neue Einsatzmöglichkeiten für den Wirkstoff ergeben, z.B. bei Muskelkrämpfen, Dystonien und Spasmen“, resümierte Kröger. Für eine Bestätigung dieser These seien jedoch weitere wissenschaftliche Untersuchungen notwendig.
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Fachinformation
Medikamente auf Methocarbamol-Basis wie Ortoton® gelten als wichtiger Therapiebaustein bei unspezifischen Rückenschmerzen. Rund 85% der Deutschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen. In 80% aller Fälle gelten sie als unspezifisch, d.h. die Ursache sind meist muskuläre Verspannungen und Fehlfunktionen aufgrund von Fehlhaltungen, falscher Belastung und Bewegungsmangel (3). Um chronische Folgen zu verhindern, ist das oberste Ziel, die Betroffenen zeitnah schmerzfrei und mobil zu bekommen (4).

Studiendaten zeigen, dass eine schnelle Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Beweglichkeit unter einer Ortoton®-Therapie möglich ist (5). Bereits nach acht Behandlungstagen waren etwa 80% der Patienten schmerzfrei (p<0,001). Auch im Hinblick auf die Beweglichkeit schnitt Methocarbamol sehr gut ab – sowohl bei den Ergebnissen mittels Schober-Maß (p=0,003), Finger-Boden-Abstand (p<0,001) als auch im Arzt- und Patientenurteil (jeweils p<0,001). Insgesamt bewertete die Mehrheit der Patienten (67,3%) und der teilnehmenden Ärzte (70,4%) die Wirksamkeit als „gut“ oder „sehr gut“ (jeweils p<0,001).

Erste Ergebnisse einer Auswertung des DGS-Praxisregisters Schmerz zur Wirksamkeit und Sicherheit medikamentöser und nicht-medikamentöser Behandlungsverfahren im Praxisalltag zeigen, dass Methocarbamol (Ortoton®) auch im Praxisalltag überzeugt (6,7). Weitere interessante Details zum Thema werden im Zusammenhang mit der Veröffentlichung erwartet.

Quelle: Recordati Pharma

Literatur:

(1) Zieglgänsberger W et al., Orthopädie & Rheuma, 2007,10/ 2:64-68. Verfügbar unter http://www.orthopaedie-ravensburg.de/downloads/strohmeier/Neue%20Medikamente.pdf. (Letzter Zugriff 17.10.2017).
(2) Fachinformation Ortoton®. Stand Juli 2016.
(3) Robert Koch Institut/Statistisches Bundesamt: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 53, Rückenschmerzen, 2012. Verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/rueckenschmerzen.pdf?__blob=publicationFile (Letzter Zugriff 17.10.2017).
(4)    Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Kreuzschmerzen. 3. Auflage 2007. Verfügbar unter https://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/A-Z/PDF/Kreuzschmerz.pdf (Letzter Zugriff 17.10.2017).
(5)    Emrich O et al. Methocarbamol bei akuten Rückenschmerzen. MMW-Fortschr. Med. 2015; 157(55):9-16.
(6)    Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. „Zeitsparend dokumentieren, Versorgungsforschung fördern iDocLive® – internetbasierte Dokumentation liefert Echtzeitdaten für das DGS-PraxisRegister Schmerz“. Status 04. März 2016. Verfügbar unter http://dgschmerzmedizin.de/download/presse/2016/06_PM_Schmerztag_iDocLive_040316.pdf (Letzter Zugriff 17.10.2017).
(7)    Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. „DGS PraxisRegister Schmerz – Versorgungsforschung mit Routinedaten. Standardisierte Dokumentation in der Schmerzmedizin“. Stand 25. Mai 2016. Verfügbar unter http://dgschmerzmedizin.de/download/presse/2016/PM_DGS_PraxisRegister.pdf. (Letzter Zugriff 17.10.2017).


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