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Medizin

22. Januar 2018
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Vitamin D-Mangel in den Wintermonaten

Vitamin D hat eine Sonderstellung unter den Vitaminen: Es wird in unserem Körper selbst hergestellt, genauer gesagt in der menschlichen Haut. Dort entsteht es allerdings nicht von allein: Man braucht dazu das Licht der Sonne. Nur die ultravioletten Strahlen der Sonne sind in der Lage, die in der Haut lagernden Vorstufen von Vitamin D zu aktivieren und in Vitamin D umzusetzen. Dieses Vitamin ist für das Gedeihen und für ein gesundes Wachstum von Kindern von entscheidender Wichtigkeit, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme: Ihr Körper braucht es zum Aufbau der Knochen und auch zur Versorgung des Herzmuskels und des Nervensystems mit Kalzium.
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„Vitamin D ist eigentlich gar kein Vitamin: Es nimmt im Organismus die Funktionen eines Hormons wahr“, erläutert Prof. Dr. Berthold Koletzko, Stoffwechselexperte der Universitätskinderklinik München und Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Die Wirkung des Vitamin-D-Hormons erfolgt über Vitamin-D-Rezeptoren. Solche Empfangsstellen für das Vitamin finden sich in circa 40 unterschiedlichen Geweben des menschlichen Körpers. Auf diesem Wege beeinflusst das Vitamin die Entstehung vieler Proteine, Enzyme und Botenstoffe, die ihrerseits wieder zahlreiche körperliche Prozesse steuern und beeinflussen“.

Vitamin D besitzt eine zentrale Bedeutung für den Knochenstoffwechsel. Nur bei einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D (400 bis 800 Internationale Einheiten pro Tag) wird der Baustein Calcium über den Darm optimal aufgenommen und anschließend in den Knochen eingebaut. Vitamin D hat außerdem Einfluss auf die Muskelkraft, reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und ist auch an weiteren Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt.

Eine für die Entstehung von Vitamin D in der Haut ausreichende UVB-Strahlung gibt es in Deutschland indes ausschließlich in den Monaten von April bis September zwischen 10.00 und 15.00 Uhr, berichtet die Stiftung Kindergesundheit. In dieser Zeit bilden sich schon in zehn bis 15 Minuten Aufenthalt in der Sonne ausreichende Mengen des wichtigen Vitamins.

Wintersonne ist schön, aber rar und zu schwach

In den dunklen Monaten von Januar bis April liegt die Sache anders, weil die Sonne in dieser Zeit zu tief steht. Selbst wenn sie mal scheint, fallen ihre Strahlen in einem zu flachen Winkel ein, um die Synthese von Vitamin D in der Haut anzukurbeln.

Die Versorgung mit Vitamin D über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln jedoch reicht nicht aus, um den Organismus von Kindern und Jugendlichen bei fehlendem Sonnenlicht mit ausreichenden Mengen von Vitamin D zu versorgen. Zum Glück kann Vitamin D im Körper gespeichert werden, betont die Stiftung Kindergesundheit. Der so in den Muskeln, im Fettgewebe und zum Teil in der Leber angelegte Vorrat trägt zur Vitamin D-Versorgung im Winter bei.

Von einem riskanten Vitamin-D-Mangel können besonders Säuglinge und Kleinkinder betroffen sein, da der Gehalt der Muttermilch an Vitamin D relativ gering ist und die zarte Haut der Kinder in diesem Alter wegen des noch fehlenden Schutzmechanismus nicht der Sonne ausgesetzt werden soll.
 
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