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07. Juni 2012 Vor 100 Jahren erschien das erste deutsche Jugendbuch gegen die Weltkriegsgefahr

Keiner der bekannten deutschen Dichter des beginnenden 20. Jahrhunderts hat das erste deutsche Buch gegen die drohende Weltkriegsgefahr geschrieben. Es war der Hamburger Volksschullehrer Wilhelm Lamszus (1881 – 1965). Vor genau einhundert Jahren veröffentlichte er sein künstlerisch intendiertes Jugendbuch „Das Menschenschlachthaus – Bilder vom kommenden Krieg“.
Es war eines der sehr wenigen literarisch-künstlerischen Werke dieser Zeit, das eine eindeutige Kampfansage an die damals verbreitete chauvinistische Kriegsdarstellung und deren Traditionen war. Es erlangte international eine bemerkenswerte Massenwirksamkeit, ähnlich wie die bereits früher erschienenen Antikriegsschriften von Bertha von Suttner „Die Waffen nieder“ (1889) oder von Leonid Andrejew „Das rote Lachen“ (1904).

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Das Buch wurde damals in über 70 Auflagen und in sieben Sprachen herausgegeben, aber es wurde auch gehasst, verboten und sein Verfasser gemaßregelt.


Lamszus’ Antikriegsliteratur zeichnet sich durch tiefgründige Kenntnisse über den technischen Stand der Bewaffnung und deren Wirkung aus. Folgerichtig ächtete er mit seiner nachfolgenden Antikriegsliteratur in der Zwischenkriegszeit chemische und nach Hiroshima und Nagasaki nukleare Massenvernichtungswaffen.
Professor Andreas Pehnke aus der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald hält am 11. Juni 2012 innerhalb der Reihe „Universität im Rathaus“ einen Vortrag. Sein Thema: Der 100. Jahrestag des Erscheinens des ersten deutschen Jugendbuches gegen die Weltkriegsgefahr. Die Veranstaltung findet im Bürgerschaftssaal des Rathauses Greifswald statt.
Universität im Rathaus
Prof. Dr. Andreas Pehnke
Montag, 11.06.2012, 17:00 Uhr
Bürgerschaftssaal des Greifswalder Rathauses

Literaturtipp:
Pehnke, A. (Hg.): Wilhelm Lamszus – Antikrieg. Die literarische Stimme des Hamburger Schulreformers gegen Massenvernichtungswaffen. Frankfurt am Main 2003 [u.a.] – 349 S., ISBN 3-631-50762-3.
Pehnke, A.: Der Hamburger Schulreformer Wilhelm Lamszus (1881–1965) und seine Antikriegsschrift „Giftgas über uns“ – Erstveröffentlichung des verschollen geglaubten Manuskripts von 1932. Beucha bei Leipzig 2006 – 215 S.,
ISBN 3-934544-98-3

Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald


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