Mittwoch, 19. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

07. Juni 2012 Vor 100 Jahren erschien das erste deutsche Jugendbuch gegen die Weltkriegsgefahr

Keiner der bekannten deutschen Dichter des beginnenden 20. Jahrhunderts hat das erste deutsche Buch gegen die drohende Weltkriegsgefahr geschrieben. Es war der Hamburger Volksschullehrer Wilhelm Lamszus (1881 – 1965). Vor genau einhundert Jahren veröffentlichte er sein künstlerisch intendiertes Jugendbuch „Das Menschenschlachthaus – Bilder vom kommenden Krieg“.
Es war eines der sehr wenigen literarisch-künstlerischen Werke dieser Zeit, das eine eindeutige Kampfansage an die damals verbreitete chauvinistische Kriegsdarstellung und deren Traditionen war. Es erlangte international eine bemerkenswerte Massenwirksamkeit, ähnlich wie die bereits früher erschienenen Antikriegsschriften von Bertha von Suttner „Die Waffen nieder“ (1889) oder von Leonid Andrejew „Das rote Lachen“ (1904).

Anzeige:

Das Buch wurde damals in über 70 Auflagen und in sieben Sprachen herausgegeben, aber es wurde auch gehasst, verboten und sein Verfasser gemaßregelt.


Lamszus’ Antikriegsliteratur zeichnet sich durch tiefgründige Kenntnisse über den technischen Stand der Bewaffnung und deren Wirkung aus. Folgerichtig ächtete er mit seiner nachfolgenden Antikriegsliteratur in der Zwischenkriegszeit chemische und nach Hiroshima und Nagasaki nukleare Massenvernichtungswaffen.
Professor Andreas Pehnke aus der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald hält am 11. Juni 2012 innerhalb der Reihe „Universität im Rathaus“ einen Vortrag. Sein Thema: Der 100. Jahrestag des Erscheinens des ersten deutschen Jugendbuches gegen die Weltkriegsgefahr. Die Veranstaltung findet im Bürgerschaftssaal des Rathauses Greifswald statt.
Universität im Rathaus
Prof. Dr. Andreas Pehnke
Montag, 11.06.2012, 17:00 Uhr
Bürgerschaftssaal des Greifswalder Rathauses

Literaturtipp:
Pehnke, A. (Hg.): Wilhelm Lamszus – Antikrieg. Die literarische Stimme des Hamburger Schulreformers gegen Massenvernichtungswaffen. Frankfurt am Main 2003 [u.a.] – 349 S., ISBN 3-631-50762-3.
Pehnke, A.: Der Hamburger Schulreformer Wilhelm Lamszus (1881–1965) und seine Antikriegsschrift „Giftgas über uns“ – Erstveröffentlichung des verschollen geglaubten Manuskripts von 1932. Beucha bei Leipzig 2006 – 215 S.,
ISBN 3-934544-98-3

Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

Neue DDG Patientenleitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“

Neue DDG Patientenleitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“
© Dmitry Lobanov / Fotolia.com

In Deutschland ist schätzungsweise jeder zehnte Führerscheininhaber von Diabetes betroffen. Die Sorge, die Fahrerlaubnis aufgrund der Erkrankung zu verlieren, ist bei den meisten sehr groß: Viele stoßen auf Probleme mit Behörden und Vorbehalte im privaten sowie beruflichen Umfeld. Die neue Patientenleitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt in patientenverständlicher Sprache den Stand der Wissenschaft und gibt Betroffenen eine Orientierung, wie sie mit ihrem Diabetes sicher am...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vor 100 Jahren erschien das erste deutsche Jugendbuch gegen die Weltkriegsgefahr"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.