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Medizin

08. August 2017 Vorsorge-Darmspiegelung: Risiken deutlich kleiner als Nutzen

„Jede Untersuchung bringt auch ein gewisses Risiko mit sich“, erklärt Dr. Franz Josef Heil, Andernach. „Die Vorsorge-Darmspiegelung ist allerdings ein sehr gutes Beispiel, dass solche Risiken nicht reflexartig überbewertet werden dürfen. Denn der effektive Schutz vor einer lebensbedrohlichen Darmkrebserkrankung ist sehr viel höher einzuschätzen als mögliche Darmverletzungen, die nur selten vorkommen und in aller Regel beherrschbar sind.“
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Der deutschlandweit führende und international anerkannte Darmkrebsforscher Prof. Dr. Hermann Brenner, Heidelberg, hat Komplikationsraten der Vorsorge-Darmspiegelung im Rahmen des Darmkrebs-Screening-Programms in Deutschland untersucht. Dabei wurden nicht nur unmittelbar während der Untersuchung registrierte Vorfälle erfasst, sondern alle auf eine Darmuntersuchung bezogenen Ereignisse, die bis zu 3 Monate danach berichtet worden sind. Insgesamt haben mehr als 5.000 Patienten von 26 medizinischen Praxen auf die Fragen der Wissenschaftler geantwortet. Die erhobenen Daten wurden mit der Dokumentation der untersuchenden und gegebenenfalls nachbehandelnden Ärzte abgeglichen.

„Die Studie bestätigt, dass weniger als 5 von 1.000 Untersuchten Komplikationen wie Blutungen oder gar Darmwandverletzungen hinnehmen mussten. Keine dieser Komplikationen hat zum Tod eines Betroffenen geführt. Dagegen steht die Krebsgefahr: Von 1.000 Bürgern erkranken im Schnitt 60 im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs“, resümiert Dr. Heil. „Zudem hat die Studie deutlich gemacht, dass in erster Linie die Patienten Komplikationen erlitten, bei denen Darmkrebsvorstufen oder gar Darmkrebs tatsächlich gefunden worden sind. Im Vergleich zu den Folgen eines nicht entdeckten Darmkrebses standen die Folgen der Komplikation bei der Untersuchung für die Betroffenen in keinem Verhältnis.“

Das Ausbleiben von frühzeitigen Warnsignalen macht den Darmkrebs zu einer tückischen Erkrankung. Typische Warnsymptome wie Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl treten in manchen Fällen erst mit erheblicher Verzögerung auf. Sicherheit bietet nur eine effiziente Vorsorge. Die Darmkrebsvorsorge zahlt die Krankenkasse. Jeder 55-jährige gesetzlich Versicherte hat einen Anspruch darauf.

Quelle: Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.


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