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Medizin

13. April 2017
Seite 1/3
Der Weg zur optimalen individualisierten Therapiestrategie bei CED

Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC) sind die beiden häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Bei der Versorgung von CED-Patienten ist neben einer frühzeitigen Diagnose entscheidend, ein individuell auf den Patienten zugeschnittenes Behandlungskonzept zu entwickeln, das ihm eine hohe Lebensqualität ermöglicht. Es ist jedoch oft schwierig, aus der Vielzahl der aktuellen neuen Behandlungsoptionen den besten Ansatz für den einzelnen Patienten zu wählen. Eine wichtige Therapieoption stellt hierbei der Integrin-α4β7-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®) dar.
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Fachinformation
Vedolizumab ist zugelassen für erwachsene Patienten mit mittelschweren bis schweren aktiven Formen von CU und MC, bei denen konventionelle Therapien oder TNFα-Antagonisten versagt haben, die darauf nur unzureichend ansprechen oder bei denen eine Unverträglichkeit vorliegt (1).

Das Universitätsklinikum Erlangen hat sich der Verbesserung der Versorgung von CED-Patienten sowie der Erforschung neuer Therapiekonzepte verschrieben und daher neue Strukturen geschaffen, wie z.B. eine Spezialambulanz für CED-Patienten, eine klinische Studienambulanz sowie ein Endoskopiezentrum. Im Rahmen des GInsight Klinik-Workshop hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich über den Weg des CED-Patienten von der Diagnostik bis zur optimalen Therapiestrategie zu informieren und einer Live-Endoskopie beizuwohnen, bei der hochmoderne sowie neu entwickelte Endoskopietechniken demonstriert wurden.

„CED-Patienten leiden vor allem unter Bauchschmerzen, Müdigkeit und chronischen Durchfällen“, berichtete Prof. Markus F. Neurath, Direktor der Medizinischen Klinik 1 der Universität Erlangen-Nürnberg. Diese Symptome können die Lebensqualität oftmals erheblich einschränken. Viele Patienten müssen zudem aufgrund von krankheitsbedingten Komplikationen im Laufe ihres Lebens operiert werden, insbesondere wenn es zu Darmstenosen, Fisteln oder Darmkrebs kommt. „Die frühzeitige Erkennung und eine effektive Behandlung von CED sind daher entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen“, betonte Neurath. Diese Ziele seien oft jedoch nur schwer zu erreichen, da CU und MC individuell sehr unterschiedlich verlaufen können. Zudem gäbe es kaum Biomarker für den weiteren Krankheitsverlauf. „Es ist daher im Einzelfall oft schwierig, für den jeweiligen Patienten aus der Vielfalt der aktuellen neuen Behandlungsoptionen den besten Ansatz auszuwählen.

Universitätsklinikum Erlangen – neue Strukturen für die Optimierung der CED-Behandlung

Das Universitätsklinikum Erlangen geht daher neue Wege, berichtete Neurath, indem es auf neue Diagnostik- und Therapieverfahren setzt, um eine möglichst optimale Behandlung und Lebensqualität für die CED-Patienten erreichen zu können. Beispielsweise wurde eine CED-Spezialambulanz eingerichtet, die von zwei Assistenzärzten und einem Oberarzt betreut wird und bereits über 4.000 Patientenkontakte pro Jahr zählt. Angegliedert sind eine klinische Studienambulanz, in der aktuell mehr als 20 klinische Studien zu neuen Therapieverfahren laufen, sowie das neue Endoskopiezentrum „Ludwig Demling Center für Molekulare Bildgebung“. Zudem habe sich die CED-Ambulanz die enge Zusammenarbeit mit Experten anderer Fachdisziplinen, z. B. Pädiatrie, Psychosomatik, Dermatologie, Chirurgie und Rheumatologie, auf die Fahne geschrieben. Auch die Forschung kommt in Erlangen nicht zu kurz, so der Gastroenterologe weiter: Seit sechs Jahren entwickelt eine durch die deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte klinische Forschergruppe zu CED neue Diagnostik- und Therapieverfahren. „Es ist zu hoffen, über diese neuen Ansätze eine maßgeschneiderte individuelle Betreuung von CED-Patienten zu erreichen“, schloss Neurath.
 
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