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Medizin

06. Juni 2012 Weiterhin hoher Orientierungsbedarf zur Krankenhaushygiene

Über 180 Vertreter deutscher Kliniken trafen sich gestern in Berlin, um sich mit Experten über die Folgen des novellierten Infektionsschutzgesetzes für ihren Arbeitsalltag auszutauschen. Auf dem von der "Initiative Infektionsschutz" und der "PEG – DIE AKADEMIE" organisierten Berliner Hygienesymposium 2012 wurden Strategien und Maßnahmen zur Eindämmung nosokomialer Infektionen lebhaft diskutiert. Insbesondere Fragen des optimalen Screenings, messbarer Qualitätskriterien aber auch nicht zuletzt der Haftung führten zu einem regen Diskurs.

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Bereits die unerwartet hohe Zahl der teilnehmenden ärztlichen und kaufmännischen Direktoren, Krankenhaushygieniker, Hygienefachkräfte, Chefärzte und Pflegedirektoren zeige – so Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender der P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft eG – wie hoch der Orientierungsbedarf zur Krankenhaushygiene weiterhin ist. „Ich bin hoch zufrieden über den offenen und konstruktiven Austausch“, freut sich Prof. Dr. Axel Kramer, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und Mitglied der Initiative Infektionsschutz, über die Ergebnisse des Berliner Hygienesymposiums 2012. „Wir müssen alles daran setzen, kompromisslos den Mangel an Hygienefachpersonal zu beheben, die evidenzbasierten Strategien der Qualitätssicherung umzusetzen und die Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis zu vermitteln", so Prof. Kramer weiter.

Ziel des Symposiums war es, den Stand des Hygienemanagements in den Krankenhäusern aufzuzeigen und unter Anleitung von ausgewiesenen Experten Informationen und konkrete Hilfestellungen zu organisatorischen, ökonomischen und juristischen Aspekten der Neuregelungen zu bieten. Schwerpunktthemen waren das Screening von Problemerregern, die Rolle der Hygiene im Rahmen der Qualitätssicherung, das Reporting, die richtige Kommunikation – insbesondere für den Krisenfall – und nicht zuletzt die Rechtssicherheit für Patient und Krankenhaus. Begleitet wurde diese Agenda von der Diskussion um den offensichtlich nicht von heute auf morgen zu behebenden Mangel an geschultem Hygienefachpersonal, die notwendigen Neuregelungen der Surveillancesysteme, die Antibiotikavergabe bis hin zur Händehygiene sowie Verantwortlichkeit und Haftung der Klinikleitung.

Grundlage für die Veranstaltung waren die Ergebnisse einer Umfrage der Initiative Infektionsschutz auf freiwilliger Basis mit Anonymisierung, in der die Verantwortlichen in den Kliniken Auskunft über ihre Standards und Strategien zur Infektionsprävention durch Hygiene gegeben hatten. Mitverantwortlich für den Erfolg des Meinungsaustauschs war, so Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Mainz und Referent auf dem Hygienesymposium, die Zusammensetzung der Teilnehmer: „Das Symposium hat es geschafft, Entscheider in Sachen Krankenhaushygiene aus allen Teilen Deutschlands nach Berlin zu ziehen und einen fruchtbaren Austausch der Erfahrungen und Überlegungen in den einzelnen Häusern zu ermöglichen.“

Die Beteiligten waren sich einig, dass das Berliner Hygienesymposium 2012 nicht das letzte seiner Art sein sollte. „Die hohe Teilnehmerzahl und die lebhaften Diskussionen haben gezeigt, dass es Bedarf für ein solches Forum gab und sicherlich auch in der Zukunft geben wird“, fasst ein Teilnehmer seine Eindrücke zusammen.
Das Berliner Hygienesymposium 2012 wurde von BD und Johnson & Johnson Medical unterstützt.

Quelle: Initiative Infektionsschutz


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