Freitag, 16. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
FSME
FSME
Medizin
28. Juli 2020

Welt-Hepatitis-Tag: BZgA-Evaluationsergebnisse zu Beratungs- und Testangebot

Zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2020 veröffentlicht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Evaluationsergebnisse des Modellprojekts „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!“. Hierbei handelt es sich um Beratungs- und Testangebote mit einem niedrigschwelligen Zugang zu kostenlosen und anonymen Tests auf Infektionen mit dem HI- und dem Hepatitis-C-Virus für Drogen gebrauchende Menschen. Mit Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) wurde das Projekt in vier Bundesländern durchgeführt und begleitend evaluiert. Hintergrund ist, dass Menschen mit intravenösem Drogengebrauch ein erhöhtes Risiko für HI- und Hepatitis-Virusinfektionen haben, insbesondere für Hepatitis C.
Anzeige:
Medical Cloud
Medical Cloud
 
Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass das Angebot kontinuierlich in Anspruch genommen wurde. Das gelang vor allem durch vertraute Strukturen und Personen, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Beides kann dazu beitragen, die Hemmschwelle, sich beraten oder testen zu lassen, zu verringern.

Vorbeugung durch Aufklärung

Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Persönliche Ansprache und ein passgenaues Unterstützungsangebot fördern die Inanspruchnahme von Beratungs- und Testangeboten zu HIV und Hepatitis. Das trifft vor allem auf Zielgruppen zu, die einen erschwerten Zugang zum medizinischen Versorgungssystem haben. Das Projekt kann so einen Beitrag dazu leisten, Infektionen durch umfassende Aufklärung zu verhindern, sie frühzeitig zu erkennen und Betroffene mit medikamentösen Behandlungen zu unterstützen.“

Großer Behandlungsbedarf

Im Zeitraum Januar 2018 bis Ende August 2019 wurden insgesamt über 1.000 Beratungen und über 900 HIV- oder HCV-Tests in Einrichtungen der Drogenhilfe in Hamburg, Bremen, Hannover, Troisdorf, Dortmund und Düsseldorf durchgeführt. Rund ein Viertel der 306 auf HCV getesteten Personen war von einer aktiven, potentiell behandlungsbedürftigen HCV-Infektion betroffen. Im Projekt wurden die Teilnehmenden bei bereits bekannter oder neu diagnostizierter HIV- oder HCV-Infektion bei der Aufnahme einer Therapie unter fachärztlicher Betreuung unterstützt. Während der Projektlaufzeit haben mindestens 25 Personen eine HCV-Behandlung begonnen, mindestens 16 davon wurden in dieser Zeit abgeschlossen. Entscheidend für einen Therapiebeginn ist die persönliche Unterstützung durch Projektmitarbeitende, wie die Ergebnisse der qualitativen Interviews mit HCV-positiven Klientinnen und Klienten zeigen.

Niederschwellige Angebote

Die Befragung ergab auch, dass das Vertrauen, das die betroffenen Personen den Mitarbeitenden der Drogenhilfeeinrichtungen entgegenbringen, eine wichtige Rolle spielt. Der stetige Kontakt der Mitarbeitenden mit den oftmals täglich die Einrichtung besuchenden Personen kann die Hemmschwelle senken, sich über HIV und Hepatitis zu informieren und mögliche Risikosituationen sowie Präventionsmaßnahmen zu besprechen. Knapp 39% von 502 Befragten gaben an, keine Ärztin oder Arzt des Vertrauens zu haben. Zudem waren 13% der Befragten nicht krankenversichert.
 
Als ein weiteres Ergebnis der Befragung wurde von Projektmitarbeitenden und ärztlichen Fachkräften die Bedeutung des Aufbaus von Netzwerken zwischen behandelnden Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen und Einrichtungen der Drogenhilfe hervorgehoben.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung führte das Projekt „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!“ in Kooperation mit der Deutschen Aidshilfe (DAH) und dem Robert Koch-Institut (RKI) durch. Ziel des Projekts ist die Verstetigung und bundesweite Ausweitung des Angebots.
Der Abschlussbericht „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich! – Modellprojekt zu Beratungen und Tests für Menschen, die Drogen gebrauchen, durchgeführt in niedrigschwelligen Einrichtungen der Drogenhilfe“ steht zum Herunterladen bereit unter:
www.liebesleben.de/fachkraefte/sexualaufklaerung-und-praeventionsarbeit/richtigen-zugang
 
Weitere Informationen der BZgA zum Thema: www.liebesleben.de/fachkraefte/

Quelle: BzgA


Anzeige:
FIASP
 

Das könnte Sie auch interessieren

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Fast jeder kennt Kreuzschmerzen. Sie sind in den meisten Fällen harmlos und gehen nach kurzer Zeit von alleine wieder weg. Halten die Schmerzen jedoch länger an, fragen sich viele Betroffene, woher ihre Beschwerden kommen. Wichtig für Sie zu wissen ist: Auch alltägliche, seelische oder berufliche Probleme können Kreuzschmerzen hervorrufen und deren Verlauf beeinflussen. Deshalb soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie vor und während der Behandlung gezielt auf Belastungen im Privatleben und am Arbeitsplatz ansprechen.

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose
© crevis / Fotolia.com

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren und leichter brechen. Dann kann es schnell zu einem Knochenbruch kommen. Sehr oft betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen oder die Arme. Eine Ursache für ein schwaches Knochengefüge kann Vitamin D-Mangel sein, wie Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober erläutert. Doch auch ein Zuviel an Vitamin D kann zu Gefährdungen führen.

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?
© Korn V. - stock.adobe.com

Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. „Diesen Folgen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt Vorsichtsmaßnahmen besprechen, die je nach Herzerkrankung...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Welt-Hepatitis-Tag: BZgA-Evaluationsergebnisse zu Beratungs- und Testangebot"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Impfen in der Hausarztpraxis: Spezifische Bestellung des COVID-Impfstoffs möglich
  • Impfen in der Hausarztpraxis: Spezifische Bestellung des COVID-Impfstoffs möglich