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Medizin

15. Januar 2020 Weltweite Studie zur Früherkennung von Vorhofflimmern

Ein von der EU finanziertes internationales Forschungsprojekt, das von Prof. Dr. Renate Schnabel aus dem Universitären Herz- und Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) geleitet wird, soll die Früherkennung von Vorhofflimmern deutlich verbessern. Beteiligt sind 26 Einrichtungen und Institutionen aus 16 Ländern.
Weltweite Studie zur Früherkennung von Vorhofflimmern

„Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen in der Allgemeinbevölkerung. Insbesondere in alternden Gesellschaften wie in Deutschland ist das ein zunehmendes Problem“, sagt UKE-Herzforscherin Schnabel. Herzrhythmusstörungen seien an sich nicht lebensbedrohlich, sie würden aber einhergehen mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder auch Demenz. Eine eingeschränkte Lebensqualität und eine erhöhte Sterblichkeit seien die Folgen. „Besonders problematisch dabei ist, dass Vorhofflimmern oft symptomlos verläuft und die Betroffenen daher gar nicht wissen, dass ihr Herzschlag außer Takt geraten ist und auf Dauer weitere Erkrankungen verursachen kann“, erläutert die Projektleiterin.

Gefährdete Personen identifizieren 

Gemeinsam mit den internationalen Projektpartnern sollen nun Strategien entwickelt werden, um gefährdete Personen zu identifizieren. „Die entscheidenden Fragen lauten: Wer genau muss untersucht werden und welche Methoden sind dafür die am besten geeigneten?“, erklärt die Herzforscherin. Standard zur Untersuchung von Herzrhythmusstörungen sei ein 12-Kanal-EKG. „Das ist sehr aufwendig und nicht jeder Hausarzt hat ein solches Gerät“, so Schnabel. Günstige und weit verbreitete technische Alternativen, die Hinweise auf Vorhofflimmern liefern können, seien zum Beispiel Blutdruck- oder Pulsmessgeräte, tragbare Gürtel, unter die Haut implantierbare Mini-Geräte, aber auch die Kamera des Handys oder eine Smart-Watch. 

„Ein Screening muss möglichst einfach sein, um bei vielen Menschen angewendet werden zu können.“ Ob alle oder nur Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, mit Übergewicht oder ab einem bestimmten Alter untersucht werden sollten, seien weitere Fragen, die die Wissenschaftler beantworten wollen. „Ich hoffe, dass wir bereits in 2-3 Jahren erste Ergebnisse haben, von denen die Patienten profitieren können“, sagt Schnabel.

Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf


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