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Medizin

11. Dezember 2019 Wie Antikörper abhängig vom Wirkort ihre Ziele finden und zerstören

Antikörper werden in der Therapie von Krebs- und Autoimmunerkrankungen eingesetzt, um Tumorzellen oder Zellen, die körpereigenes Gewebe angreifen, zu zerstören. Trotz Versuchen, diese Therapeutika effektiver und verträglicher zu machen, kommt es bei der Behandlung oft zu erheblichen Nebenwirkungen oder die Betroffenen sprechen irgendwann nicht mehr auf die Therapie an. Eine Arbeitsgruppe hat nun gezeigt, dass Antikörpern organspezifische Wirkmechanismen zugrunde liegen.
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Dr. Sina Gordan aus Nimmerjahns Arbeitsgruppe hat herausgefunden, dass Antikörper je nach ihrem Wirkungsort im Körper auf unterschiedliche Weise funktionieren. Sie liefert damit eine mögliche Erklärung, warum gegenwärtige Anstrengungen, die Aktivität von Antikörpern zu verbessern, nicht den großen Durchbruch gebracht haben.

„Wir sind bisher davon ausgegangen, dass es ausreicht zu verstehen, wie Antikörper zum Beispiel im Blut oder im Reagenzglas funktionieren“, erklärt Prof. Nimmerjahn. „Allerdings zeigen unsere neuesten Ergebnisse ganz klar, dass Antikörper, die Zellen zum Beispiel im Knochenmark zerstören sollen, einen gänzlich anderen Wirkmechanismus haben, als im Blut oder in der Milz.“ Um bessere klinische Erfolge zu erzielen, müssen die Antikörper also an ihre verschiedenen Wirkungsorte angepasst werden. „Der Ansatz ˒One fits allʿ funktioniert in diesem Fall scheinbar nicht“, sagt Nimmerjahn.
Ihre Ergebnisse hat das Team vom Lehrstuhl für Genetik jetzt in dem Fachjournal Cell Reports veröffentlicht.

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Literatur:

Gordan S. et al. The Immunological Organ Environment Dictates the Molecular and Cellular Pathways of Cytotoxic Antibody Activity, Cell Reports Volume 29, ISSUE 10, P3033-3046.e4, December 03, 2019
DOI: https://doi.org/10.1016/j.celrep.2019.10.111

 


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