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Medizin

23. Mai 2012 Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?

Wie kann man Menschen helfen, bei denen ein hohes Risiko besteht, an einer erblichen Krebsform zu erkranken? Zurzeit setzen Ärzte vor allem auf spezielle Früherkennungsprogramme. Neue Hoffnung weckte vor einiger Zeit die Entdeckung eines Krebsgens, bei dessen Hemmung die Krebszellen im Tierversuch abstarben. Am Universitären Centrum für Tumorerkrankungen der Goethe-Universität soll nun überprüft werden, ob das Krebsgen die häufigsten erblichen Krebsformen, nämlich Brust- und Eierstockkrebs sowie Darmkrebs, verhindern kann. Die Studie wird von der Carls Stiftung mit 110.930 Euro gefördert.
Wenn sich der Verdacht auf eine erbliche Krebsform erhärtet, kann eine molekulargenetische Diagnostik Gewissheit verschaffen. In Beratungsgesprächen wird Personen mit nachgewiesener pathogener Mutation dann empfohlen, an speziellen Früherkennungsprogrammen teilzunehmen. Bei erblichem Brustkrebs kann gegebenenfalls auch eine medikamentöse Prävention oder eine prophylaktische Operation erfolgen.

Das Ziel der Forschergruppe um Prof. Klaus Strebhardt vom Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Goethe-Universität ist es, von vornherein zu verhindern, dass erblich bedingter Krebs ausbricht. In Vorversuchen, die bereits von der Carls Stiftung gefördert wurden, konnte er zeigen, dass das Wachstum von Tumorzellen in besonderem Maße von der Funktion der sogenannten Polo-like kinase 1 (Plk1) abhängt. Wird das Plk1-Gens medikamentös gehemmt, dann sterben die Tumorzellen ab. Für das Überleben gesunder menschlicher Zellen ist Plk1 dagegen nicht notwendig. Diese ideale Situation wird bereits heute ausgenutzt, indem man Krebspatienten mit Plk1-spezifischen Medikamenten behandelt.

In dem neuen Forschungsprojekt stehen zwei Tiermodelle für den erblichen Krebs, Brustkrebs (BRCA1) und kolorektalen Krebs (FAP), im Vordergrund. Hier soll nämlich erstmalig getestet werden, ob die Hemmung von Plk1 das Auftreten dieser beiden erblichen Krebsformen verzögern oder sogar verhindern kann. Ergebnisse dieser Studie könnten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung einer zielgerichteten Krebsprophylaxe bei Hochrisikopatienten leisten.

Quelle: Goethe-Universität Frankfurt am Main


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