Samstag, 14. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

31. Juli 2019 Wundinfektionen: Sorgfältige Behandlung von Bagatellverletzungen bei Fernreisen

Bagatellverletzungen auf Fernreisen sollten mit Sorgfalt behandelt werden. Durch Schürfwunden oder Insektenstiche eindringende Keime können besonders bei tropischem Klima rasant verlaufende Infektionen auslösen. Resistenzen nehmen dramatisch zu.
Gefährliche Subtypen von Krankheitserregern

Zu den unangenehmen, teils gefährlichen Urlaubserfahrungen zählt die Infektion mit Krankheitserregern wie Staphylokokkus, Streptokokkus und Wasserkeimen. Zwar finden sich diese auch in europäischen Breitengraden, „doch handelt es sich in anderen Regionen der Erde meist um Subtypen oder -spezies dieser Keime, die im Kontakt mit Europäern eine andere Reaktion des Immunsystems hervorrufen“, sagt Dr. med. Axel Mechlin, Nürnberg. Dazu kommt, dass in manchen, vor allem asiatischen Ländern durch den massenhaften, schier planlosen Einsatz von Antibiotika in Landwirtschaft und Viehzucht dramatische Resistenzentwicklungen bis hin zu superresistenten Keimen zu beobachten sind.

Steigende Prävalenz

Auch bei gesunden Menschen lagern Keime auf der Haut, ohne dass dadurch Krankheitssymptome entstehen würden. Bei Fernreisen reichen kleinste Verletzungen, dem Übel seinen Weg zu bahnen. Eitrige Pyodermien, Wundrosen, Furunkel, Abszesse – Fernreisende, die mit solchen „Souvenirs“ in die Klinik kommen, sehen Mechlin und Kollegen besonders zwischen Mai und Oktober mehrmals pro Monat. Belastbare Zahlen gibt es nicht, aber „gefühlt“ hätten Wundinfekte durch Urlaubskeime in den letzten Jahren zugenommen, seit Fernreisen allgemein und „exotische“ Urlaubsländer wie Indien, Kambodscha, Indonesien oder Pakistan an Popularität gewonnen haben.

Schnellerer Verlauf bakterieller Hautinfektionen

Wird die schützende Hautbarriere durchbrochen, beispielsweise durch Insektenstiche oder Schürfverletzungen, verlaufen bakterielle Hautinfektionen mit Erregern, mit denen das Immunsystem keine Erfahrungen hat, zudem im subtropischen Klima, viel schneller. Gute medizinische Versorgung ist nicht unbedingt erreichbar. „Bagatellverletzungen sollte man auf Reisen nie unterschätzen“, rät Mechlin. Freilich werde niemand wegen eines aufgeschürften Knies eine Reise unterbrechen. Stattdessen aber bleibt womöglich die körperliche Aktivität hoch und Flüsse und Seen, in denen Keime lauern, werden zur Abkühlung nicht ausgelassen.
Was zu Hause kein Pflaster wert wäre, bedarf, so empfiehlt der Dermatologe, im Urlaub einiger Sorgfalt und einer vernünftigen Reiseapotheke: Desinfektionsmittel, eine antibiotische Salbe, Verbandsmaterial und Pflaster gehören in jedem Fall hinein. Wer zudem Hygienestandards einhält, auch kleine Blessuren ernst nimmt, desinfiziert, abpflastert und regelmäßig kontrolliert, kann hässlichen und schmerzenden Mitbringseln vorbeugen.

Quelle: Nürnberger Wundkongress


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen
© closeupimages / Fotolia.com

Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Vorhofflimmern tritt bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auf. Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Vorhofflimmern ist auch eine häufige Herzrhythmusstörung bei Diabetikern, die Schätzungen zufolge ein um 34% erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben.

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)  34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
© Racle Fotodesign / fotolia.com

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreicht nur etwa ein Fünftel der Frauen (20,5%) und ein Viertel der Männer (24,7%) in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung bewegt sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche (1). Doch regelmäßige Bewegung schützt nicht nur vor Übergewicht...

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense
© Newsenselab GmbH

Nur wer die wesentlichen Vorgänge von Migräne- und Kopfschmerz-Attacken in seinem Körper versteht, erlangt genug Orientierung und Kompetenz im Umgang mit seiner Krankheit. Darum haben wir von der Migräne und Kopfschmerz-App M-sense ein Blog gestartet, in dem wir unsere Expertise teilen und diskutieren: von aktuellen Studien bis zur weiterführenden Link-Sammlung, von Erfahrungen, Rückschlägen und Hilfe. Doch vor allem möchten wir hier Wissen, Kompetenz und Verständnis vermitteln. Die M-sense-Nutzer sollen ebenfalls zu Wort kommen,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Wundinfektionen: Sorgfältige Behandlung von Bagatellverletzungen bei Fernreisen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.