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Medizin

29. März 2017
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Zielgerichtete Therapieansätze bei schwerem Asthma und COPD

Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) diskutierten Experten über derzeitige und zukünftige Therapieoptionen bei Asthma und COPD – mit einem Fokus auf zielgerichtete Therapien. Vor allem bei schwerem Asthma können Biologika mit ihren neuen Wirkmechanismen für Patienten, deren Erkrankung mit Inhalativa  nur unzureichend kontrollierbar ist, eine Verbesserung der Asthma-Symptome und einen Verzicht auf orale Kortikosteroide ermöglichen. Auch bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind zielgerichtete Therapien in der Erforschung.
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Fachinformation
Die Therapieziele bei Asthma werden von der Global Initiative for Asthma (GINA) klar definiert (1). Neben der Erreichung der bestmöglichen Asthma-Kontrolle sind weitere Ziele, das Risiko für zukünftige Exazerbationen zu reduzieren, einen Lungenfunktionsverlust zu verhindern und Medikamenten-Nebenwirkungen zu vermeiden. Dies ist meistens mithilfe inhalativer Arzneimittel gut erreichbar. Bei einem großen Teil der Patienten mit schwerem Asthma ist die Erkrankung jedoch mit herkömmlichen Behandlungen nicht ausreichend kontrollierbar: Für viele dieser Patienten stehen heute gut wirksame und verträgliche Biologika zur Verfügung. Die GINA-Expertengruppe empfiehlt, Biologika vor einer Therapie mit oralen Kortikosteroiden einzusetzen, um eine wirksame Therapie mit möglichst wenigen Nebenwirkungen durchführen zu können. Viele Patienten mit schwerem Asthma erhielten laut Aussage der Redner allerdings auch heute noch eine Therapie mit oralen Kortikosteroiden wie Prednisolon – trotz der bekannten Nebenwirkungen wie einer erhöhten Infektanfälligkeit oder dem Cushing-Syndrom.

Die Referenten waren sich darüber einig, dass – eine sorgfältige Patientenselektion vorausgesetzt – Biologika bei schwerem Asthma die Rolle eines "Game-Changers" zukommen könnte. Zuallererst müssten aber eventuelle Adhärenz-Probleme, eine inkorrekte Inhalator- Anwendung sowie eine unzureichende Behandlung von Komorbiditäten ausgeschlossen werden. Ist dennoch keine ausreichende Krankheitskontrolle möglich, sollte eine Biologika- Therapie erwogen werden, da jede Exazerbation Schäden, z.B. am Lungenepithel, hinterlasse. Bei Patienten mit zwei bis drei Exazerbationen oder mehr pro Jahr sei daher auf jeden Fall eine Biologika-Therapie in Betracht zu ziehen, fassten die Experten zusammen. Bei Vorliegen einer ausgeprägten Eosinophilie kann ein Interleukin-5-Antikörper die Symptomatik, die Lungenfunktion und die Exazerbationsrate verbessern. Liegen erhöhte IgE-Spiegel und eine ganzjährige Allergie vor, kommt gegebenenfalls ein Biologikum gegen IgE in Frage.
 
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