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Medizin

12. November 2019 Entdeckung eines neuen HIV-Stamms: HIV-1 Gruppe M, Subtyp L

Seit 2000 ist erstemals ein neuer Subtyp von HIV-1 identifiziert worden, "HIV-1 Gruppe M, Subtyp L". Abbott macht den neuen Stamm der Forschungsgemeinschaft zugänglich, damit sein Einfluss auf diagnostische Tests, Behandlungen und potenzielle Impfstoffe bewertet werden kann. Die vor kurzem im Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes (JAIDS) (1) veröffentlichten Ergebnisse zeigen, welche Rolle die Genomsequenzierung der nächsten Generation spielt, um den Forschern zu helfen, mutierenden Viren einen Schritt voraus zu sein und neue Pandemien zu vermeiden.
Seit Beginn der globalen AIDS-Pandemie wurden 75 Millionen Menschen mit HIV infiziert; heute leben 37,9 Millionen Menschen mit dem Virus (2). Dank der Arbeit der globalen Gesundheitsgemeinschaft in den letzten Jahrzehnten wird das Ziel, die HIV-Pandemie zu beenden, immer realisierbarer. Dennoch müssen Forscher nach wie vor wachsam bleiben und nach neuen Stämmen suchen, um sicherzustellen, dass Tests und Behandlungen weiterhin funktionieren. „In einer zunehmend vernetzten Welt können wir uns nicht mehr vorstellen, dass sich Viren auf einen Ort eingrenzen lassen“, sagte Dr. Carole McArthur, Professorin an den Abteilungen für Mund- und Kieferheilkunde der Universität Missouri, Kansas City und eine der Studienautorinnen. „Diese Entdeckung erinnert uns daran, dass wir, um die HIV-Pandemie zu beenden, dieses sich ständig ändernde Virus weiterhin erforschen und die neuesten Fortschritte auf den Gebieten der Technologie und der Ressourcen nutzen müssen, um seine Evolution zu überwachen.“

Seit im Jahr 2000 Richtlinien für die Klassifizierung neuer HIV-Stämme festgelegt wurden, ist dies das erste Mal, dass ein neuer Subtyp des „Gruppe M“ HI-Virus identifiziert wurde. Die „Gruppe M“-Viren sind für die globale Pandemie verantwortlich, die auf die Demokratische Republik Kongo (DRK) in Subsahara-Afrika zurückzuführen ist (3, 4).

Genetische Sequenzierung zur Entdeckung neuer Viren

Um festzustellen, ob ein ungewöhnliches Virus tatsächlich ein neuer HIV-Subtyp ist, müssen drei Fälle unabhängig voneinander entdeckt werden (5). Die ersten beiden Proben dieses Subtyps wurden in den 1980er und 1990er Jahren in der DRK entdeckt. Die dritte, die 2001 gesammelt wurde, war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Virusmenge in der Probe und der vorhandenen Technologie schwer zu sequenzieren.

Die Sequenzierungstechnologie der nächsten Generation ermöglicht es Forschern heute, ein ganzes Genom schneller und kostengünstiger nachzubauen. Um diese Technologie nutzen zu können, mussten Abbott-Wissenschaftler neue Techniken entwickeln und anwenden, um den Virusanteil der Probe zu verengen und das Genom komplett zu sequenzieren und zu vervollständigen (6).

„Neue Viren wie diese zu identifizieren, ist wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen“, sagte Dr. Mary Rodgers, leitende Wissenschaftlerin und Leiterin des Global Viral Surveillance Program bei Abbott Diagnostics und eine der Studienautoren. „Durch die Weiterentwicklung unserer Techniken und den Einsatz der Sequenzierungstechnologie der nächsten Generation ziehen wir die Nadel mit einem Magneten heraus. Diese wissenschaftliche Entdeckung kann uns helfen, sicherzustellen, dass wir neue Pandemien in ihrer Verbreitung stoppen.“

25 Jahre Erfahrung in der Suche nach mutierenden Viren auf der ganzen Welt

Als führendes Unternehmen im Bereich Blut-Screening und Diagnosetests für Infektionskrankheiten hat Abbott vor 25 Jahren sein Global Viral Surveillance Program ins Leben gerufen. Es soll HI- und Hepatitis-Viren überwachen, Mutationen identifizieren und so sicherstellen, dass die diagnostischen Tests des Unternehmens immer auf dem neusten Stand sind. Als Teil dieser Forschung bestätigten die Wissenschaftler von Abbott, dass ihre Labordiagnosetests diesen neuen HIV-Stamm nachweisen können.

In Zusammenarbeit mit Blutzentren, Krankenhäusern und akademischen Einrichtungen auf der ganzen Welt hat Abbott mehr als 78.000 Proben mit HI- und Hepatitis-Viren aus 45 Ländern gesammelt, mehr als 5.000 Stämme identifiziert und charakterisiert und bisher 125 Forschungsarbeiten veröffentlicht, die der wissenschaftlichen Gemeinschaft helfen, mehr über diese Viren zu erfahren. Die heute veröffentlichte Studie "Complete genome sequence of CG-0018a-01 establishes HIV-1 subtype L" ist nun online verfügbar.
Weitere Informationen gibt es unter www.abbott.com/virushunters
 

Quelle: Abbott

Literatur:

1. Yamaguchi J, Vallari A, McArthur C, Sthreshley L, Cloherty G, Berg M, Rodgers MA. Complete genome sequence of CG-0018a-01 establishes HIV-1 subtype L. Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes. 2019; doi: 10.1097/QAI.0000000000002246 (Epub ahead of print).
2. Global health observatory (GHO) data: HIV/AIDS. World Health Organization. https://www.who.int/gho/hiv/en/.
3. Worobey M, Gemmel M, Teuwen DE, et al. Direct evidence of extensive diversity of HIV-1 in Kinshasa by 1960. Nature. 2008;455(7213):661-664.
4. Faira NR, Rambaut A, Suchard MA, et al. HIV epidemiology. The early spread and epidemic ignition of HIV-1 in human populations. Science. 2014;346(6205):56-61.
5. Robertson DL, Anderson JP, Bradac JA, et al. HIV-1 nomenclature proposal. Science. 2000;288(5463):55-56.
6. Yamaguchi J, Olivo A, Laeyendecker O, Forberg K, Ndembi N, Mbanya D, Kaptue L, Quinn TC, Cloherty GA, Rodgers MA, Berg MG. Universal target capture of HIV sequences from NGS libraries. Frontiers Micro. 2018; 9(2150): 1-13.


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