Dienstag, 28. Juni 2022
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Medizin

Antikoagulation: Real-world-Daten zu hochaltrigen Patienten

Auf dem Kongress der American Heart Association (AHA) 2018 wurden neue Real-world-Daten (RWD) einer Subanalyse der ARISTOPHANES*-Studie aus dem US-Versorgungsalltag präsentiert. Darin wurde die Effektivität und Verträglichkeit von nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOACs), darunter auch Apixaban, bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) untersucht, die 80 Jahre und älter waren (n=46.208). In dieser Analyse war die Anwendung von Apixaban mit niedrigeren Raten bei sowohl Schlaganfällen/systemischen Embolien (Hazard Ratio [HR]: 0,65; 95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,47-0,89) als auch schweren Blutungen (HR: 0,60; 95 %-KI: 0,49-0,73) im Vergleich zu Dabigatran assoziiert (1). Auch im Vergleich zu Rivaroxaban war Apixaban mit niedrigeren Raten bei Schlaganfällen/systemischen Embolien (HR: 0,72; 95 %-KI: 0,59-0,86) sowie schweren Blutungen (HR: 0,50; 95 %-KI: 0,45-0,55) assoziiert (1).
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In diese Subanalyse der ARISTOPHANES-Studie (NCT03087487) sind die Daten von Patienten ≥ 80 Jahren mit nvVHF eingegangen, die zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 30. September 2015 eine Behandlung mit einem NOAC (Apixaban, Dabigatran oder Rivaroxaban) begonnen hatten. Zum Vergleich der NOAC-Kohorten wurde jeweils ein 1:1 Propensity-Score-Matching (PSM) durchgeführt und die Hazard Ratios für Schlaganfälle/systemische Embolien sowie schwere Blutungen wurden in der Patientengruppe ≥ 80 Jahren mit Hilfe des Cox-Regressionsmodells (proportionales Hazard-Modell) ermittelt.

Weniger Schlaganfälle unter Apixaban

Apixaban war mit niedrigeren Raten bei sowohl Schlaganfällen/systemischen Embolien (HR: 0,65, 95 %-KI: 0,47-0,89, p=0,008) als auch schweren Blutungen (HR: 0,60, 95 %-KI: 0,49-0,73, p<0,001) im Vergleich zu Dabigatran assoziiert (n=12.954). Apixaban war auch im Vergleich zu Rivaroxaban mit niedrigeren Raten bei sowohl Schlaganfällen/systemischen Embolien (HR: 0,72, 95 %-KI: 0,59-0,86, p<0.001) als auch schweren Blutungen (HR: 0,50, 95 %-KI: 0,45-0,55, p<0,001) assoziiert (n=37.116). Die Auswertung ergab zudem, dass Dabigatran mit niedrigeren Raten bei schweren Blutungen (HR: 0,77, 95 %-KI: 0,67-0,90, p<0,001) im Vergleich zu Rivaroxaban assoziiert war; es gab keine statistisch signifikante Differenz in Hinblick auf die Raten von Schlaganfällen/systemischen Embolien für Dabigatran im Vergleich zu Rivaroxaban (HR: 1,11, 95 %-KI: 0,84-1,46, p=0,481; n=13.366). Es ist wichtig festzuhalten, dass NOACs, zu denen auch Apixaban zählt, das Blutungsrisiko erhöhen und zu schweren, potenziell tödlich verlaufenden Blutungen führen können. Es ist ferner wichtig darauf hinzuweisen, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine klinischen Head-to-head-Studien zum Vergleich von NOACs gibt.

Bei älteren Patienten ist häufig eine Unterversorgung mit Antikoagulanzien zu beobachten. Dies ist womöglich auf ein erhöhtes Blutungsrisiko zurückzuführen, das mit dem Alter einhergeht (2,3). Weitere RWD aus einer Subanalyse der ARISTOPHANES-Studie zur Effektivität und Verträglichkeit von Apixaban, Rivaroxaban und Dabigatran im Vergleich zu Warfarin bei nvVHF-Patienten ≥ 80 Jahren wurden während des AHA-Kongresses zusätzlich als moderiertes Poster präsentiert (4).

„Praktizierende Ärzte wie ich selbst stehen häufig vor der Herausforderung, Therapieentscheidungen für Patientenpopulationen treffen zu müssen, für die nur begrenzt Daten aus klinischen Studien vorliegen, wie zum Beispiel für über 80-jährige Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern“, sagte Dr. Steven Deitelzweig, einer der leitenden Prüfärzte der ARISTOPHANES-Studie, Medical Director of Regional Business Development, System Chairman of Hospital Medicine und Associate Professor of Medicine an der Ochsner Clinical School, New Orleans. „In diesen Situationen können Daten aus dem Versorgungsalltag zusätzliche Informationen liefern, die bei der Therapieentscheidung unterstützen können.“

* Anticoagulants for Reduction In STroke: Observational Pooled analysis on Health outcomes ANd Experience of patientS

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Lip GHY, Keshishian, Li X, et al. Effectiveness and Safety of Non-Vitamin K Antagonist Oral Anticoagulants Among Very Elderly Patients with Non-Valvular Atrial Fibrillation: An Observational Study. Vorgestellt im Rahmen der American Heart Association (AHA) Scientific Sessions 2018 in Chicago, Illinois.
(2) Marinigh R, Lip GYH, Fioti N, et al. Age as a Risk Factor for Stroke in Atrial Fibrillation Patients: Implications for Thromboprophylaxis. (J Am Coll Cardiol 2010; 56: 827-37.
(3) Xian Y, O’Brien E, et al. Association of Preceding Antithrombotic Treatment With Acute Ischemic Stroke Severity and In-Hospital Outcomes Among Patients With Atrial Fibrillation. JAMA. 2017; 317(10): 1057-1067.
(4) Lip GHY, Keshishian, Li X, et al. Non-Vitamin K Antagonist Oral Anticoagulants Associated with Lower Stroke Rates Compared to Warfarin Among Very Elderly Patients with Non-Valvular Atrial Fibrillation: An ARISTOPHANES Subgroup Analysis. Vorgestellt im Rahmen der American Heart Association (AHA) Scientific Sessions 2018 in Chicago, Illinois.


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