Donnerstag, 29. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Delstrigo/Pifeltro
Delstrigo/Pifeltro
Medizin
12. Februar 2018

Auswirkungen von Komasaufen auf die Knochen von Jugendlichen

In einer vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Pilotstudie wurden die Auswirkungen des Komasaufens auf die Knochen von Jugendlichen in einem Modell untersucht. Alkoholkonsum könnte den Knochenaufbau junger Menschen beeinflussen und damit langfristige Folgen haben, so das Ergebnis.
Anzeige:
Pneumovax
Pneumovax
Wer regelmäßig und über lange Zeit Alkohol trinkt, schädigt nicht nur seine Organe, sondern tut auch den Knochen nichts Gutes. Alkoholsucht ist nachweislich ein Risikofaktor für Osteoporose. Die Knochenmasse baut ab und der Stoffwechsel des Knochens verschlechtert sich insgesamt. Eine Pilotstudie, die an der Medizinischen Universität Wien durgeführt wurde, legt nun nahe, dass sich exzessives Alkoholtrinken, sogenanntes Komasaufen, auch bereits bei Jugendlichen negativ auf das Knochengewebe auswirkt. Wer in der Jugend regelmäßig und exzessiv trinkt, könnte seine Knochen nachhaltig schädigen, noch bevor der Höhepunkt des Knochenaufbaus mit rund 20 Jahren erreicht ist.

Über einen Zeitraum von 2 Monaten wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Kooperationspartner der Studie, jungen Schweinen 2x wöchentlich ein ihrem Körpergewicht entsprechendes Alkohol-Apfelsaft-Gemisch zum Trinken gegeben. Eine Kontrollgruppe erhielt nur Apfelsaft. Zu verschiedenen Zeitpunkten entnahm ein Forscherteam rund um den Projektleiter Peter Pietschmann zunächst Serumproben und bestimmte verschiedene Marker des Knochen- und Muskelstoffwechsels.

Alkohol verringert Knochenaufbau

In einem zweiten Schritt wurden die Knochen 2 Monate nach Beginn der Alkoholgabe begutachtet. Dabei stellte das Projektteam Veränderungen des Knochens durch Alkohol fest. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass sich Vorgänge der Knochenneubildung verringern“, erklärt Peter Pietschmann im Gespräch. Dazu haben die Forscher Knochenproben an für Brüche anfälligen Körperstellen entnommen, die sie sowohl mikroskopisch als auch mittels Mikro-Computertomografie untersuchten, um die Knochenstruktur, Umbauvorgänge und die Zahl der Knochenzellen zu analysieren. Auch Blutproben und histologische Untersuchungen führte das Team am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung (IPA) der Medizinischen Universität Wien durch. Neben den Veränderungen im Knochen zeigten die Blutproben verminderte Phosphor- und Kalziumspiegel, wie das auch beim Menschen typisch für Veränderungen durch Alkoholkonsum ist.

Langzeitfolgen des Komatrinkens

Aufgrund dieser Ergebnisse vermutet Pietschmann, dass Komasaufen auch bei Menschen langfristige Effekte auf die Funktion des Knochens hat. „Wenn sich unsere Hypothese, dass die Knochenformation durch das Trinken vermindert wird, weiter bewahrheitet, heißt das, dass die jungen Menschen, die dieses Problem haben, ihre Knochenmasse nicht so weit aufbauen können wie es normalerweise der Fall wäre.“ – Mit der Folge, dass das Risiko im späteren Alter an Osteoporose zu erkranken, erhöht sein könnte.

Immunologische Zusammenhänge

Pietschmann arbeitet bereits an der Planung eines Folgeprojektes, das auf den vorliegenden Daten aufbaut und die Erkenntnisse weiter vertiefen soll. „Wir haben jetzt die Untersuchungstechniken etabliert, das ist ein wichtiges Ergebnis unseres Pilotprojekts“, betont der Spezialist für Pathophysiologie und Rheumatologie.

Quelle: FWF – Der Wissenschaftsfond


Anzeige:
OFEV
OFEV

Das könnte Sie auch interessieren

Tag gegen den Schlaganfall: COVID-19 kann einen Hirninfarkt begünstigen

Tag gegen den Schlaganfall: COVID-19 kann einen Hirninfarkt begünstigen
©SciePro - stock.adobe.com

Schwere Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen – das sind bekannte gravierende Auswirkungen von COVID-19. Doch das Virus kann – insbesondere bei schweren Verläufen – auch zu einem Schlaganfall führen. Darauf macht die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall aufmerksam, der am 10. Mai als bundesweiter Aktionstag stattfindet. Zudem betont die DSG, dass ein Schlaganfall immer ein medizinischer Notfall ist und Erkrankte ihre Anzeichen ernst nehmen und sich in Behandlung begeben sollten – auch...

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen
© closeupimages / Fotolia.com

Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Vorhofflimmern tritt bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auf. Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Vorhofflimmern ist auch eine häufige Herzrhythmusstörung bei Diabetikern, die Schätzungen zufolge ein um 34% erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben.

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie
@ drubig-photo / Fotolia.com

Die britische Firma Abson Development hat mit "Sleep like a Baby" eine neue Lifestyle-App veröffentlicht, um Schlafprobleme von Erwachsenen, Kindern und Säuglingen zu lösen. "Schlaf ist bekannterweise sehr wichtig, aber viele Menschen haben aufgrund von verschiedenen Faktoren, wie Stress, einem neugeborenen Kind oder einem Tinnitus, immer wieder Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen", sagt Entwickler Lance Abson.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Auswirkungen von Komasaufen auf die Knochen von Jugendlichen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)