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Medizin

Baricitinib zur Therapie der rheumatoiden Arthritis

Trotz moderner Therapieoptionen lässt sich die rheumatoide Arthritis (RA) bei einem erheblichen Teil Patienten noch nicht dauerhaft kontrollieren. Weitere Medikamente werden also dringend gebraucht. Als erster Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse, der Januskinase (JAK)-Inhibitoren, hat Baricitinib die europäische Zulassung zur RA-Therapie erhalten.
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 Januskinasen sind zytoplasmatische Tyrosinkinasen, die die intrazelluläre Signaltransduktion zahlreicher Zytokine ermöglichen. Baricitinib (Olumiant®) inhibiert selektiv zwei dieser Kinasen (JAK1 und JAK2). Dadurch wird die Signalweiterleitung mehrerer Zytokine (z.B. IL-6, IFN-alpha), die in der Pathophysiologie der RA eine wichtige Rolle spielen, reversibel blockiert. Biologika hemmen dagegen meist nur ein Zytokin, erklärte Prof. Dr. Hendrik Schulze-Koops, München.
 
Wirksamkeit und Sicherheit von Olumiant® wurden in einem umfangreichen Phase-3-Studien-Programm geprüft. Beispielhaft stellte Prof. Dr. Andrea Rubbert-Roth, Köln, die RA-BEAM-Studie vor. Deren mehr als 1.300 Teilnehmer hatten auf Methotrexat allein unzureichend angesprochen. Unter der Therapie mit Baricitinib (plus MTX) zeigte sich bereits nach zwölf Wochen ein signifikant besseres Ansprechen als auf Adalimumab (plus MTX), und diese überlegene Wirkung blieb auch über den gesamten Therapiezeitraum von 52 Wochen erhalten. Außerdem ließ sich in Phase-3-Studien zeigen, dass der JAK-Inhibitor die radiologische Progression vergleichbar hemmt wie Adalimumab.
 
An Nebenwirkungen wurden unter Baricitinib am häufigsten obere Atemwegsinfekte und ein Anstieg des LDL-Cholesterins berichtet, auch Herpes Zoster scheint etwas häufiger aufzutreten. Opportunistische Infektionen, Tbc, Malignome und kardiovaskuläre Ereignisse wurden dagegen in den Zulassungsstudien nicht vermehrt registriert.
 
Therapieziel bei der rheumatoiden Arthritis ist die komplette klinische Remission, betonte Prof. Dr. Klaus Krüger, München. Allerdings erreichen selbst mit einer optimalen Behandlung nur 50-70 % der Patienten die angestrebte Remission. Außerdem haben diverse Patienten mit Verträglichkeitsproblemen und Kontraindikationen zu kämpfen. Umso wichtiger ist es deshalb, neue Therapieoptionen zu entwickeln.
 
Der JAK-Inhibitor Baricitinib wird in der aktuellen EULAR-Leitlinie bereits als Zweitlinientherapie (alternativ zu Biologika) empfohlen. Er kommt dem Patientenwunsch nach einer oralen, einmal täglichen Gabe entgegen. Baricitinib ist zugelassen zur Behandlung Erwachsener mit mittelschwerer bis schwerer RA nach DMARD-Versagen oder -Unverträglichkeit und kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat eingesetzt werden. 

Dorothea Ranft 

Quelle: Pressekonferenz Lilly, Frankfurt, 7. März 2017


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