Donnerstag, 18. August 2022
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Medizin

Was beeinflusst Eltern in ihrer Meningokokken-Impfentscheidung?

Was beeinflusst Eltern in ihrer Meningokokken-Impfentscheidung?
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„Eine Meningokokken-Infektion ist gefährlich und kann bei einem schweren Verlauf zu schlimmen Folgen für mein Kind führen“ – zu dieser Einschätzung kamen 60% aller Eltern, die an einer aktuellen Online-Befragung zum Thema Meningokokken-Erkrankung und -Impfung teilgenommen hatten (1). Wie viel wissen Eltern zu der Meningokokken-Erkrankung und den Impfmöglichkeiten? Was beeinflusst sie konkret in ihrer Impfentscheidung? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt die umfangreiche Elternbefragung von Sanofi Pasteur, für die bundesweit 200 Eltern von insgesamt 203 Kleinkindern im Alter von 13 bis 24 Monaten befragt wurden.

Höchste Inzidenz der Meningokokken-Erkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern

Eine Impfentscheidung für Eltern wird besonders herausfordernd, wenn eine Impfung mit einem bestimmten Impfstoff über die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hinaus geht. Für einen breiten Impfschutz vor unterschiedlichen Meningokokken-Erregern sind Impfstoffe, wie der Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y (MenACWY), für Kleinkinder jedoch wichtig und sinnvoll. Denn die höchste Inzidenz der invasiven Meningokokken-Erkrankung wird bei Säuglingen und Kleinkindern beobachtet (2). Meningokokken-Ausbrüche können in Einrichtungen für Kinder oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen mit haushaltsähnlichem Charakter vorkommen und sind unvorhersehbar (3).

Breite Unkenntnis in der Elternschaft über Meningokokken-Serogruppen

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind aerobe, Gram-negative Bakterien und werden in Serogruppen aufgeteilt. Insgesamt 6 (A, B, C, W, X und Y) der 12 bekapselten Meningkokken-Serogruppen sind für 95% aller invasiven Erkrankungen weltweit verantwortlich (4). Die in Europa vorherrschenden Serogruppen sind B, C, W und Y. Die durch die Serogruppe B verursachten Fälle wurden über die Jahre leicht rückläufig. Fälle der Serogruppe C sanken europaweit aufgrund der generellen Impfempfehlungen (2, 5). Die Häufigkeit der Infektionen, die durch die Serogruppen Y und W verursacht werden, nimmt stetig zu. Besonders auffällig waren die Fallzahlen der hypervirulenten Serogruppe W. Ab dem Jahr 2014 stiegen diese kontinuierlich und übertrafen 2017 sogar die Inzidenz der Serogruppe C in Europa (6).
 

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Bundeselternrat: Impfung darf keine Bedingung für Schulbesuch sein

Erschienen am 07.08.2021Elternvertreter haben die Verantwortlichen in der Politik davor gewarnt, eine Corona-Impfung zur Voraussetzung für den Schulbesuch zu machen. „Viele Eltern stehen dem Impfangebot sehr skeptisch gegenüber – mindestens solange die Ständige Impfkommission keine Empfehlungen dafür abgibt“, sagte Ines Weber, Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND).

Erschienen am 07.08.2021undefined

Die in Deutschland verfügbaren Meningokokken-Impfstoffe unterscheiden sich darin, vor welchen Serogruppen sie schützen können. Neben der von der STIKO empfohlenen Meningokokken-Impfung gegen die Serogruppe C im Alter von 12 Monaten, können Impfungen gegen die Serogruppe B und die Serogruppen ACWY einen Impfschutz vor weiteren Meningokokken-Erregern bieten. Trotz des hohen Bekanntheitsgrades der Erkrankung selbst zeigten die Befragungsergebnisse, dass nur 6% der Eltern sich mit der Krankheit gut vertraut fühlen. Nur ca. jedes fünfte Elternteil hatte bereits von dem Begriff „Serogruppe“ gehört, wobei ihnen die Serogruppen A und B am geläufigsten sind. Dazu kommt, dass 71% aller Kinder im Alter von 13 bis 24 Monaten bereits gegen eine oder mehrere Serogruppen geimpft sind bzw. eine entsprechende Impfung geplant ist. Dies spricht für eine hohe Aufgeschlossenheit der Eltern gegenüber der Meningokokken-Impfung (1).

Beratung durch die Pädiaterinnen und Pädiater als wichtigste Informationsquelle bei Kinder-Impfungen

Eine weitere Erkenntnis der Elternbefragung war, dass die Entscheidung für eine MenACWY-Impfung maßgeblich von der Empfehlung der Pädiaterinnen und Pädiater abhängt. Für 81% der Befragten ist die Aufklärung von den Pädiaterinnen und Pädiater zum Thema Impfen eine geschätzte Informationsquelle, gefolgt von den Hausärztinnen und -ärzten (43%) (1). Welche Kriterien sind Eltern beim Aufklärungsgespräch mit der Pädiaterin oder dem Pädiater wichtig? Hier sind es vor allem umfassende und rechtzeitige Informationen, die auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand basieren, welche die Eltern als relevant einstufen. Aber auch die im Wartezimmer ausgelegten Broschüren, Magazine sowie die Gespräche mit dem medizinischen Fachpersonal wurden als Informationsquelle geschätzt (1). Der Hauptantrieb ist der Wunsch, Kinder vor dieser Infektionskrankheit durch einen breiten Impfschutz bestmöglich zu schützen. Dafür sollten Eltern eine frühestmögliche Beratung über die Meningokokken-Impfung einholen.

Hohe Impfbereitschaft bei Eltern bei Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Weiterhin wurde aus der Befragung klar, dass die Kostenübernahme der Impfung durch die Krankenkasse eine große Rolle bei den Eltern spielt: Für ca. 40% der Befragten war die Kostenerstattung wichtig (1). Viele Eltern waren sich sicher, dass sich ein breiter Meningokokken-Impfschutz lohnen würde. 79% der Eltern waren bereit, die MenACWY-Impfung statt der Meningokokken C-Impfung in Betracht zu ziehen, wenn die Krankenkasse die Kosten übernimmt (1).

Quelle: Sanofi

Literatur:

(1) Breiter Impfen gegen invasive Meningokokken-Erkrankungen – Elternbefragung von Sanofi Pasteur Q2/2021, Online-Befragung, n=200.
(2) European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Invasive meningococcal disease – Annual Epidemiological Report for 2017. 2019. https://www.ecdc.europa.eu/en/publications-data/invasive-meningococcal-disease-annual-epidemiological-report-2017. Stand April 2019. Abgerufen am 01.07.2021.
(3) Robert-Koch-Institut (RKI), RKI-Ratgeber: Meningokokken, invasive Erkrankungen (Neisseria meningitidis).
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html. Stand Feb 2014. Abgerufen am 01.07.2021.
(4) Jafri RZ, et al. Global epidemiology of invasive meningococcal disease. Popul Health Metr. 2013;11(1): 17.
(5) European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Surveillance Atlas of Infectious Diseases. Invasive meningococcal disease – Serogroup C reported cases. https://atlas.ecdc.europa.eu/public/index.aspx. Abgerufen am 01.07.2021.
(6) Krone, M. Increase of invasive meningococcal serogroup W disease in Europe, 2013 to 2017. Eurosurveillance. 2019; 24 (14): 1800245.



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