Dienstag, 28. Juni 2022
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Medizin

Bewegung bei Herzschwäche: Wie belastbar ist der Patient?

Herzinsuffizienz ist eine ernste Krankheit, die durch Luftnot unter Belastung und Abnahme der Leistungsfähigkeit gekennzeichnet ist. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Alltag stark beeinträchtigt. Das kann so weit gehen, dass der Patient durch seine Herzschwäche ans Bett gefesselt ist. Welche Faktoren bei Herzschwäche zu einer Leistungseinschränkung führen, untersucht das Forschungsvorhaben von Dr. med. Michael T. Coll Barroso und Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Hilberg, Lehrstuhl für Sportmedizin der Bergischen Universität Wuppertal: „Limitierende Faktoren der maximalen Sauerstoffaufnahme bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz“.

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Das Projekt wird von der Deutschen Stiftung für Herzforschung, Tochterorganisation der Deutschen Herzstiftung, mit 56.500 Euro für zwei Jahre gefördert. Die Studie wird sich beiden Formen der Herzschwäche widmen, der systolischen und der diastolischen Herzschwäche. Bei der systolischen Form besteht eine verminderte Pumpfunktion der Herzkammern, die diastolische Form ist durch eine Versteifung des Herzmuskels gekennzeichnet, die die Füllung des Herzens mit Blut erschwert und so eine verminderte Herzleistung trotz ungestörter Pumpfunktion zur Folge hat.

Klärung der Belastbarkeit

Dass die Beschwerden bei Herzschwächepatienten durch ein gezieltes Herz-Kreislauf- und Muskelaufbautraining verbessert werden können, ist durch Studien belegt. „Wurden früher Patienten mit Herzschwäche noch angehalten, sich körperlich zu schonen, so gilt heute als gesichert, dass ein regelmäßiges körperliches Training den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst“, stellt Dr. Coll Barroso fest. „Jedoch ist für ein optimales Training von Patienten mit Herzschwäche eine Diagnostik notwendig, die in der Lage ist, die individuellen Faktoren, die die Leistung des jeweiligen Patienten beschränken, offenzulegen.“

Untersuchung an 100 Patienten


Für die besser untersuchte systolische Herzinsuffizienz hat sich gezeigt, dass das Ausmaß der Pumpfunktionsstörung des Herzens nur in sehr geringer Beziehung zu den Beschwerden und der eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit der Betroffenen steht. „Eine besondere Rolle scheint eher die Skelettmuskulatur zu spielen, insbesondere die Fähigkeit der Muskeln, Sauerstoff aufzunehmen und zu verwerten“, sagt Dr. Coll Barroso. Mindestens 100 Patienten werden in der Studie untersucht: 25 Patienten ohne Herzschwäche, 25 beschwerdefreie Patienten mit Zeichen der gestörten diastolischen Herzfunktion, 25 symptomatische Patienten mit diastolischer und 25 symptomatische Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz. „Am Ende der Studie sollen die unterschiedlichen begrenzenden Faktoren bei beiden Formen der Herzschwäche aufgeklärt sein, sodass wir möglichst auch Empfehlungen für ein besseres diagnostisches und therapeutisches Vorgehen werden geben können“, so Dr. Coll Barroso.

Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V. / Deutsche Stiftung für Herzforschung


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