Sonntag, 26. Juni 2022
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Medizin

Buchtipp: Warum "Besser-weiter-schneller" nicht der richtige Weg ist

Einige Fragen an Hans-Uwe L. Köhler, Autor von "Hau eine Delle ins Universum. Wie alles gelingt, was Ihnen wichtig ist": Was bedeutet es, eine Delle ins Universum zu hauen?
Hans-Uwe L. Köhler: Mein Buch weist keinen weiteren Weg zu "besser-höher-weiter", sondern in die andere Richtung: ein wenig tiefer in sich selbst, ein wenig langsamer auf dem Weg und ein wenig lässiger im Umgang mit den möglichen Beschwernissen auf dem Weg. Dieser Weg wird eine Spur hinterlassen. Und wenn es sich um ein besonders gelungenes Leben handelt, dann kann es sogar vorkommen, dass das Universum erschüttert wird und eine Delle als Dokument dieses Ereignisses zurückbleibt. Damit ist sicher, wir hauen nur eine Delle ins Universum, wenn wir unsere ureigenen Ziele verfolgen. Wer sein Leben nur "ableben" möchte, der braucht keine Motivation, der fragt nicht nach dem Sinn und lebt seine Potenziale nicht aus. Aber was ist das für eine Perspektive - nur durchkommen? Das Gelingen erkennt man daran, dass man die Strecke bis zur Ziellinie als ein befriedigendes Ergebnis genießt.

Also Schluss mit dem Optimierungswahn und mit Techniken, die uns darauf trimmen, immer noch ein bisschen besser zu funktionieren?

Hans-Uwe L. Köhler: Es geht um etwas viel Wesentlicheres im Leben: um Begeisterung und um Glück. Um ein gelingendes Leben. Wir müssen zu unseren ureigenen Motiven und wahren Träumen zurückzufinden. Ich möchte dabei helfen, nicht nur die Sinnfrage zu stellen, sondern auch Antworten zu finden, um die Begeisterung, die im Menschen als unerschöpfliche Kraft angelegt ist, wiederzuentdecken. Meine goldenen Regeln des Gelingens weisen dabei den Weg.

10 Goldene Regeln des Gelingens

1. Finde heraus, wie es geht! Bleib so lange mit deiner Idee am Ball, bis sie funktioniert.
2. Nutze jede Gelegenheit zur Inspiration! Wer seine Neugierde verliert, verliert seine Zukunft.
3. Mach endlich deinen Traum wahr! Stelle  dir immer wieder die Frage, was du in deinem Leben unbedingt verwirklichen willst.
4. Befreie dich selbst! Es kommt niemand, um dich zu befreien.
5. Raus aus der Geisterbahn! Sorge täglich dafür, dass es etwas gibt oder dass etwas geschieht, das dich erfreut.
6. Freue dich auf Dein Gegenüber! Wer die Seele eines anderen berührt, betritt heiligen Boden.
7. Mut zum Risiko - du stirbst sowieso! Davor lohnt es sich, richtig zu leben.
8. Genieße die Ungewissheit! Doch tu dabei alles, um diese Welt ein wenig besser zu machen.
9. Du hast die Freiheit der Wahl! Also klage nicht – entscheide dich.
10. Lach die Welt an! Bedingungslose Zuwendung ist der einfachste Weg

Was genau ist der Unterschied zwischen Erfolg und Gelingen. Ist es nicht so, wenn jemanden etwas gelingt, hat er Erfolg?

Hans-Uwe L. Köhler: Während Erfolg für viele das eigentliche Ziel der Handlung ist, entsteht Gelingen durch die Handlung an sich. Wir dürfen nicht das Ergebnis unserer Handlungen zum Maßstab aller Dinge machen. Ich möchte sie ermutigen, so wie Kinder zu leben, die spielen, einfach weil es Spaß macht. Ein gelingendes Leben lässt Platz für Leidenschaft, Begeisterung und Glück. Es ist dynamisch und macht Freude! Und wir dürfen wieder träumen. Ergebnisse und Ziele wird es natürlich trotzdem geben. Aber wir dürfen auch einfach einmal nur da sein.

Wem etwas gelingen möchte, der setzt sich doch Ziele und kann nicht nur wie Kinder um des Spielens willen spielen.

Hans-Uwe L. Köhler: Ja - aber Gelingensziele sind von einem ganz besonderen Charakter. Sie werden durch eine individuelle Absicht erreicht, die als wünschenswert anerkannt ist, um einen Zustand mit eigenen Mitteln herzustellen. Es geht also nicht um bloße und von außen aufgezwungene Optimierung. Gelingensziele sind immer selbst gewählt, immer persönlich akzeptiert, immer konkret und getragen von Erfahrungen, Erkenntnissen und Gefühlen. Wie wichtig dieser Aspekt ist, können Sie bei den Menschen beobachten, die an den fremdbestimmten Firmenzielen "verrecken". Gelingen hat nichts mit richtig oder falsch oder gar Qualität zu tun. Gelingen setzt sich zusammen aus überwundenen Ängsten, Stolpersteinen und Hindernissen, aus der Fähigkeit zur Veränderung, der Neugierde des Entdeckens - und ganz wichtig - der wunderbaren Lust am Scheitern. Denn nur durch die Erfahrung des Misslingens wird es möglich, ein wirkliches Gespür für das Gelingen zu entwickeln. Das Gelingen ist ein tiefes Gefühl der Befriedigung, das sich aus eigenen Handlungen, zurückliegenden Erfahrungen und der Gewissheit für den gelungenen Augenblick speist.

Sein Leben zu hinterfragen, impliziert auch Veränderungen anzustreben. Das ist nicht so einfach, weil ja auch Partner, Kinder, Arbeitgeber und andere Dinge zu berücksichtigen gilt.

Hans-Uwe L. Köhler: Aber es geht nicht darum, das Leben zu ändern, sondern das Ändern zu leben. Wir trauen uns nicht aus unseren scheinbar stabilen Verhältnissen zu lösen. Wir beklagen uns lieber, dass wir von den Umständen eingemauert sind, so nach dem Motto: „Ich bin so dick - aber Diät macht keinen Spaß!", "Mein Chef ist ein A… - aber ich habe zumindest einen Job!", "Mein Partner ist blöd - aber ich bin wenigstens nicht alleine". Für solche selbst angelegte Fesseln gibt es ein einfache Nachricht: Niemand kommt, um Sie zu befreien. Das müssen Sie schon selbst hinkriegen. Wer in einer Sackgasse steckt, dem bleiben nur drei Möglichkeiten: entweder sich darin ein(zu)richten, oder die Welt zu beschimpfen, dass die Sie in die Sackgasse hat laufen lassen, oder Sie drehen sich um - und sind dann endlich frei!

Kann jeder ein zufriedenes Leben führen?

Hans-Uwe L. Köhler: Ich glaube an eine Welt, in der ausreichend Möglichkeiten für Glück und Erfolg vorhanden sind. Mit kraftvollen Ideen und der Gewissheit, dass es keinen Mangel an Chancen gibt. Wie das Wetter so ist auch Glück immer da. Man muss es nur entdecken.

Warum starten wir als Optimisten und Chancensucher ins Leben und warum verlieren wir im Laufe der Zeit die Wahrnehmung für das Glück und die Kraft, Entscheidungen für unser eigenes Leben zu treffen?

Hans-Uwe L. Köhler: Stellen Sie sich eine schöne, klare Wasserquelle vor, die sich in einen Bach ergießt. Doch dann kommt immer wieder jemand vorbei und wirft etwas Sand hinein. Nach vielen Jahren hat der Sand die ehemals kraftvolle Quelle einbetonieren! Das war’s. Der Sand sind unsere Glaubenssätze, die von außen kommen können, wie "Wenn Du ein schlechtes Zeugnis bekommst, dann hat dich der Papa nicht mehr lieb!" oder die wir uns selbst einreden, wie "Es ist egoistisch, wenn ich nur an mein eigenes Glück denke." Doch, wie Erich Kästners sage "Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!" könnten Sie beginnen, ihre Glaubenssätze gegebenenfalls durch andere, hilfreichere zu ersetzen, und machen damit peu à peu Ihre Quelle wieder klarer.

Wie motivieren Sie sich denn selbst? Haben Sie einen persönlichen Mentalcoach?

Hans-Uwe L. Köhler: Das ist eine naheliegende Frage! Tatsächlich führe ich eine tägliche Mentalübung durch, die aus zwei Teilen besteht und im Wesentlichen dazu führt, dass ich selber zu mir "Ja!" sage und dass ich mich auf das freue, was an dem jeweiligen Tag geschehen wird. Meine mentale Bildung basiert auf verschiedenen Lehrern oder Denkschulen. Dazu gehören das Denken der Jesuiten und der Zen-Buddhismus, so wie man ihn im japanischen Schwertkampf erfahren kann.

 

Quelle: rsmedia

Literatur:

Buch: Hau eine Delle ins Universum

Hans-Uwe L. Köhler
Hau eine Delle ins Universum
Wie alles gelingt, was Ihnen wichtig ist
Ariston
Originalausgabe, 288 Seiten
€ 19,99 [D]
ISBN 978-3-424-20100-0


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