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Medizin

COPD und Asthma: Differenziertere Phänotypisierung sinnvoll?

COPD und Asthma: Differenziertere Phänotypisierung sinnvoll?
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Oft ist bei einer Lungenerkrankung bereits die Diagnose schwer zu stellen. Ist es ein Asthma oder eine COPD, hat der Patient beide Erkrankung gleichzeitig, oder darf der Arzt von einem neuen Phänotyp, nämlich einer Mischform beider Erkrankungen, genannt ACOS (Asthma COPD Overlap Syndrome) ausgehen. Auf einem Symposium von Teva auf dem aktuellen DGP-Kongress in Leipzig wurde in einem ProCon darüber diskutiert, ob die Einführung von ACOS sinn- und hilfreich ist. Weiterhin wurde auf eine Real-Life-Studie hingewiesen, in welcher der DuoResp Spiromax® in der klinischen Praxis zu einer schnellen und verbesserten Asthmakontrolle führte.

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Pro ACOS als einen eigenständigen neuen Phänotyp obstruktiver Lungenerkrankungen sprach sich Dr. med. Peter Kardos, Frankfurt, aus. Er schränkte jedoch ein: "Es ist festzuhalten, dass ACOS keine neue Krankheit mit einer eigenen Pathophysiologie ist", so Kardos. Es solle auch nicht die Diagnostik und Therapie vereinfachen, aber es trage dem Umstand Rechnung, dass sowohl Asthma also auch COPD jeweils Überbegriffe äußerst diverser Phänotypen sind.

Reversibilitätstest nicht aussagekräftig genug

Er machte dies anhand eines von Prof. Dr. med. Felix Herth, Heidelberg, vorgestellten Fallbeispiels deutlich. Bei dem Patienten wies vieles, wie etwa die Laborwerte (keine erhöhten eosinophilen Granulozyten, nur leicht erhöhte FeNO-Werte) und ein negativer Reversibilitätstest auf COPD hin. Untypisch jedoch war, dass er auf inhalative Kortikosteroide (ICS) ansprach, die außerdem noch durch eine zeitweilige orale Gabe untersützt wurde. Zudem wurde bei ihm als Jugendlicher Asthma diagnostiziert.

Eine strikte Differenzierung in Asthma oder COPD, so Kardos weiter, wird den vielgestaltigen Bild an Phänotypen nicht gerecht. Asthma als auch COPD fassen jeweils Entitäten mit sehr unterschiedlichen Symptomen, Therapieansprechen, Progressions- und auch Mortalitätsraten zusammen. Dies würden die Leitlinien GINA und GOLD nur bedingt berücksichtigen. Sinnvoll wäre eine neue Phänotypisierung, wobei ACOS einen Phänotypus von mehreren innerhalb eines Spektrums zwischen Asthma und COPD darstellen würde.

In der Position Contra ACOS machte Prof. Dr. med. Adrian Gillissen, Kassel, geltend, dass man die einzelnen Biomarker und Prädiktoren genau betrachten solle. "Gerade der Reversibilitätstest ist mit mehreren methodischen Problemen behaftet", fasste er die Studienlage zusammen. Er gab zu bedenken, dass es zurzeit keine ausreichend wissenschaftliche Datenlage für ACOS gibt. Beide Referenten verdeutlichten, dass eine inhalative Therapie mit dem richtigen Device essentiell für den Behandlungserfolg von Asthma und COPD ist.

Inhalator in der Praxis bewährt

Außerdem stellte Gillesen die Ergebnisse der Interimsanalyse einer großangelegten Real-Life-Studie unter seiner wissenschaftlichen Leitung vor. Ziel dieser Studie war es, die Akzeptanz und Wirksamkeit von DuoResp Spiromax®, einem Trockenpulverinhalator mit der Fixkombination aus Budesonid und Formoterol, unter Alltagsbedingungen sowie die Häufigkeit von Anwendungsfehlern zu überprüfen.

Bei nahezu drei Viertel aller Patienten (72,3%) verbesserte sich über den Beobachtungszeitraum von 12 Wochen der klinische Gesamtzustand (CGI). Hatten zum Studienbeginn 65,4% der Asthmatiker (n=2.029) kein gut kontrolliertes Asthma, so konnte dieser Anteil nach zwölf Wochen halbiert werden. Die Akzeptans des DuoResp Spiromax® war mit 91,6% (Patienten waren zufrieden oder sehr zufrieden) sehr hoch (1).

Reimund Freye

Literaturhinweis:
(1) Gillissen A et al., DuoResp Spiromax® in der täglichen Asthma- und COPD-Therapie - Interimsanalyse einer Real-Life-Studie. Poster, 57. DGP-Kongress, Leipzig, 2.-5. März 2016

Quelle: Satellitensymposium: Praxis versus Wolkenkuckucksheim, im Rahmen des 57. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, Leipzig, 4. März 2016; Veranstalter: Teva


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