Sonntag, 26. Juni 2022
Navigation öffnen
Anzeige:
Novavax
Novavax
 
Medizin

COPD: Zwischenergebnisse aus dem Patientenregister DACCORD

Das COPD-Patientenregister DACCORD zeigt, dass entgegen den Leitlinien inhalative Steroide bei Patienten mit und ohne Exazerbationen gleich häufig angewendet werden (1,2). Über 30% der Patienten in den GOLD-Risikogruppen A und B erhalten inhalative Steroide, obwohl diese den Gruppen C und D vorbehalten sind (1,2). Individualisiertes Therapiemanagement, das neben einer starken Bronchodilatation auf körperliche Bewegung setzt, ist insbesondere für symptomatische COPD-Patienten eine effektive Option bei COPD (3,4,5). Ultibro® Breezhaler® demonstrierte in einem prädefinierten explorativen Endpunkt eine signifikante Senkung der Häufigkeit moderater oder schwerer Exazerbationen um 31% (p=0,048) im Vergleich zu Salmeterol/Fluticason* (4).

Anzeige:
Tapentadol
Tapentadol
 

Die Rolle der inhalativen Steroide (ICS) in der Behandlung der COPD wird zunehmend hinterfragt. Nach den GOLD-Leitlinien werden ICS als Dauertherapie eingesetzt, um die Häufigkeit von COPD-Exazerbationen zu senken (1). Das COPD-Patientenregister DACCORD, dessen Zwischenergebnisse bei dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Amsterdam präsentiert wurden, gibt nun Aufschluss über die Behandlungsrealität in Deutschland. Es zeigt, dass in den GOLD-Risikogruppen A und B über 30% der Patienten ein inhalatives Steroid erhalten (2). Insgesamt werden ICS bei den Patienten mit und ohne Exazerbationen gleich häufig angewendet und über alle Schweregrade hinweg eingesetzt (2). Nach den aktuellen Leitlinien werden ICS allerdings erst ab der Risikogruppe C mit zwei oder mehr Exazerbationen im Vorjahr empfohlen (1).

Das Register zeigt des Weiteren, dass in den 6 Monaten vor dem Einschluss bei 27,6% der Patienten Exazerbationen auftraten; nur 2,1% der Patienten hatten ≥ 2 Exazerbationen (2). Inhalative Steroide stehen unter dem Verdacht, das Pneumonierisiko zu erhöhen, weshalb es essentiell ist, verstärkt auf alternative Therapieoptionen zu setzen, schlussfolgerte Prof. Dr. Felix Herth, Heidelberg, bei einer Novartis-Veranstaltung anlässlich des ERS.

Den langwirksamen Bronchodilatatoren kommt in diesem Zusammenhang eine immer wichtigere Bedeutung zu. Studien zeigen wiederholt, dass COPD-Patienten mit Ultibro® Breezhaler® effektiv behandelt werden: Bezüglich der Lungenfunktion, gemessen als forcierte Sekundenkapazität FEV1 24 Stunden nach der Inhalation, ermittelte die LANTERN-Studie eine statistisch signifikante Verbesserung (Unterschied in Woche 26: 75 ml; p<0,001) für die duale Bronchodilatation mit Ultibro® Breezhaler® im Vergleich zu Salmeterol/Fluticason (SFC) (4). Letzteres belegt ebenso die ILLUMINATE-Studie mit der gleichen Vergleichsmedikation. „Die LANTERN-Studie weist aber auch darauf hin, dass die Fixkombination aus Indacaterol und Glycopyrronium, Ultibro® Breezhaler®, auch die Exazerbationsrate effektiv senken kann“, erläuterte Prof. Herth. Die Indacaterol/Glycopyrronium-Fixkombination demonstrierte in einem prädefinierten explorativen Endpunkt eine signifikante Senkung der Häufigkeit moderater oder schwerer

Exazerbationen um 31% (p=0,048) nach 26 Wochen im Vergleich zu SFC* bei Patienten mit moderater bis schwerer COPD und ≤1 Exazerbation im Jahr vor Studienbeginn (4). Neben der Häufigkeit von COPD-Exazerbationen ermittelt das DACCORD-Register die Symptomlast der Patienten und gibt Hinweise auf die unterschiedlichen Ausprägungen der COPD: Als das erstrangige Symptom wird von den 12.000 eingeschlossenen Patienten die Belastungsdyspnoe genannt. Annähernd 90% der Patienten leiden unter diesem Symptom (2). Die QUANTIFY-Studie zeigt bezüglich diesem patientenrelevanten Endpunkt positive Ergebnisse für Ultibro® Breezhaler®. Ein signifikant größerer Anteil an Patienten unter Ultibro® Breezhaler® zeigte in der deutschen Studie nach 26 Wochen eine klinisch relevante** Verbesserung der Atemnot im Vergleich zur freien Kombination aus Tiotropium + Formoterol (49,6% vs. 42,4%; p=0,033) (5). Da ungeachtet der medizinischen Fortschritte der vergangenen Jahre über 60% der COPD-Patienten berichten, dass sie trotz ihrer aktuellen Therapie weiter unter ihren Symptomen leiden, ist es erforderlich, die COPD-Therapie regelmäßig zu überprüfen und ggf. anzupassen. "Ziel der Behandlung sollte immer die Steigerung der körperlichen Belastbarkeit und Verbesserung der Lebensqualität der Patienten sein", ergänzte Prof. Herth.

Körperliche Aktivität als substanzielles Element im COPD-Management

Zusätzlich zu einer effektiven bronchodilatatorischen Therapie ist die Lungenrehabilitation durch Bewegung ein wesentlicher Baustein in einem ganzheitlichen COPD-Therapiemanagement. Körperliche Inaktivität ist dabei eine gemeinsame Charakteristik vieler internistischer Erkrankungen und der wichtigste Prädiktor für Mortalität bei COPD (p<0,001). Dr. Henrik Watz, Grosshansdorf, verdeutlichte bei dem Novartis Meet-the-Expert demgegenüber die positiven Auswirkungen von körperlicher Betätigung: "Es ist erstaunlich, dass auch schwer erkrankte Patienten Bewegung in den Alltag integrieren können und dadurch eine bessere Prognose haben." Denn durch körperliche Aktivität kann die Abwärtsspirale, die mit Atemnot bei Belastung beginnt und über körperliche Schonung und einer erhöhten Exazerbationsrate zu sozialer Isolation und Depression führt, durchbrochen werden. "Bereits kleine Einheiten und moderate Bewegung, wie der Spaziergang mit dem Hund, haben positive Auswirkungen", wie Dr. Watz betonte. Die genauen Zusammenhänge zwischen medikamentöser COPD-Therapie und körperlicher Aktivität sind dabei bisher nur ansatzweise untersucht und bedürfen weiterer Aufklärung. Die MOVE-Studie, deren Ergebnisse noch in 2015 erwartet werden, wird diesbezüglich einen wichtigen Beitrag leisten. Sie untersucht, ob sich mehr Luft, weniger Dyspnoe und bessere Belastbarkeit tatsächlich in mehr Bewegung umsetzen und inkludiert die körperliche Aktivität als gleichberechtigten primären Endpunkt neben der Lungenfunktion.

Körperliche Aktivität wieder bewusst in den Alltag integrieren - hierzu bietet die Aktion Lauffeuer gegen COPD von Novartis Pharma, Anlass und Motivation zugleich. Bereits zum dritten Mal macht die in 2013 erstmals gestartete Kampagne auf die zentrale Bedeutung von Bewegung bei COPD aufmerksam und ruft Patienten, Angehörige, Ärzte und alle Interessierte dazu auf, für einen guten Zweck ihre Schritte zu zählen. Unabhängig davon, ob gelaufen, gewalkt oder gejoggt wird: Alles ist erlaubt und ein Einstieg jederzeit möglich. Unter www.aktion-lauffeuer.de oder im App-Store können sich Interessierte die Lauffeuer-App gratis auf ihr Smartphone herunterladen. Die App zählt alle gelaufenen Schritte des Nutzers und lädt sie automatisch auf die zentrale Lauffeuer-Website hoch, sofern das Gerät angeschaltet ist. So kann jeder Teilnehmer entsprechend seinem individuellen Leistungsvermögen einen persönlichen Beitrag zur Aktion Lauffeuer gegen COPD leisten. Denn für jeden Schritt fördert Novartis Projekte gemeinnütziger Organisationen mit insgesamt bis zu 20.000 € und unterstützt dabei u.a. den Patientenkongress „Symposium Lunge“, der von COPD-Deutschland e.V. jährlich organisiert wird.

* Die in den Salmeterol/Fluticason-Arm eingeschlossenen Patienten wurden off-label behandelt. Auszug aus der Fachinformation Viani®: Salmeterol/Fluticason ist angezeigt für die symptomatische Behandlung von Patienten mit COPD mit einem FEV1 < 60% des Normwertes (vor Anwendung eines Bronchodilatators) und wiederholt aufgetretenen Exazerbationen, die trotz regelmäßiger bronchienerweiternder Therapie signifikante Symptome aufweisen. Primärer Endpunkt: Nicht-Unterlegenheit des FEV1 nach 24 Stunden in Woche 26; moderate und schwere Exazerbationen wurden als prädefinierter explorativer Endpunkt untersucht.
** ≥1 Einheit im TDI

Literaturhinweise:
(1) Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) 2014: Global Strategy for the Diagnosis, Management and Prevention of COPD. Online unter: http://www.goldcopd.org/uploads/users/files/GOLD_Report_2015_Sept2.pdf Zuletzt aufgerufen am 14.09.2015.
(2) Worth H et al. The DACCORD study: Real-life COPD outpatient treatment with long-acting bronchodilators in Germany. Eur Respir J 2013; 42: Suppl. 57, 952s.
(3) Güell, R; Casan, P; Belda, J; Sangenis, M; Morante, F; Guyatt, GH; Sanchis, J (April 2000). "Long-term effects of outpatient rehabilitation of COPD: A randomized trial.". Chest 117 (4): 976-83. doi:10.1378/chest.117.4.976. PMID 10767227.
(4) Zhong N et al. LANTERN: a randomized study of QVA149 versus daily salmeterol/fluticasone combination in patients with COPD. Online available at: http://www.dovepress.com/lantern-a-randomized-study-of-qva149-versus-salmeterolfluticasone-comb-peer-reviewed-fulltext-article-COPD [Accessed 10. June 2015].
(5) Buhl R et al. Efficacy and safety of once-daily QVA149 compared with the free combination of once-daily tiotropium plus twice-daily formoterol in patients with moderate-to-severe COPD (QUANTIFY).Thorax 2015; 0:1-9.

Quelle: Novartis


Anzeige:
Point It
Point It
 

Stichwörter

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COPD: Zwischenergebnisse aus dem Patientenregister DACCORD "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.