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Medizin
26. Juni 2020

Corona-Warn-App: Mangelndes Vertrauen der Nutzer könnte zum Kernproblem werden

Corona-Warn-App: Mangelndes Vertrauen der Nutzer könnte zum Kernproblem werden
© PlIrina Shi - stock.adobe.com
Um die Akzeptanz einer Corona Tracing App sicherzustellen, müssen mehrere Kriterien erfüllt werden. Laut der Ergebnis der Untersuchung „Downloadbereitschaft einer Contact Tracing App“, die vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) und der Londoner Cass Business School in einer repräsentativen Umfrage in Deutschland durchgeführt wurde, ist es für die potenziellen Nutzer besonders wichtig, wer die App betreibt und überwacht.
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Prof. Muttukrishnan Rajarajan ist davon überzeugt, dass die Mitwirkung von Apple und Google zum Erfolg einer sochen App beitragen könnte. Nach Ansicht des Professors für Sicherheitstechnologie und Direktor des Institute for Cyber Security, City University of London, hätten die Benutzer mehr Vertrauen in eine Anwendung, die von Technologiegiganten entwickelt wurde.

Fehlalarme verspielen Vertrauen

 „Das Hauptproblem bei der App-Einführung ist die Zuverlässigkeit der Bluetooth-Technologie und der App selbst. Der Datenerfassungsprozess ist nicht sehr genau. So wird die App anzeigen, dass Sie mit jemandem mit COVID-19 in Kontakt gekommen sind, obwohl Sie möglicherweise keinen körperlichen Kontakt hatten, d.h. durch eine Glasabschirmung mit ihm/ihr gesprochen haben. Je mehr falsche Positivmeldungen Sie sehen, desto mehr wird es Fehlidentifikationen und angebliche Opfer geben und desto weniger werden sich die Nutzer auf solche Apps verlassen.

Mögliche Einschränkungen während Reisen

Ein weiteres Problem hängt damit zusammen, dass die App zunächst heruntergeladen werden muss, da sonst nicht genügend Kontaktpunkte vorhanden sind, was zu weiteren Fehlalarmen führt. Dies ist ein klassisches Problem bei der Datenerfassung. Die Systemgenauigkeit kann nur dann verbessert werden, wenn eine große Anzahl von Menschen diese Apps nutzt. Aufgrund der Datenschutzprobleme, die ihnen mitgeteilt wurden, sind die Benutzer jedoch immer noch nicht bereit, sie zu verwenden. Mit dem Beginn der Urlaubszeit und der zunehmenden Mobilität werden die Länder jedoch möglicherweise Einschränkungen auferlegen und die Menschen im Urlaub verfolgen, um sicherzustellen, dass sie in Europa das Virus nicht lokal verbreiten.

Akzeptanz noch unklar

Man denke an das Online-System für ärztliche Beratungen, das ursprünglich niemand nutzen wollte. Während der Epidemie waren die Menschen jedoch gezwungen, Videoanrufe zu benutzen, um mit ihren Hausärzten in Kontakt zu treten. Solange die Bürger also nicht einsehen, welchen Mehrwert solche Apps bieten und wie genau sie in Bezug auf die Erkennung sind, wird sich niemand auf Vorteile der Apps verlassen wollen. Es ist also noch zu früh, um die Akzeptanz zu erkennen, es sei denn, die Regierungen in ganz Europa sind sich einig und fordern jeden auf, die App herunterzuladen und wie die 1-Meter-Regel zu nutzen!“

Quelle: Institute for Cyber Security, City University of London


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