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Medizin

DGVS 2014: CED - Neuer Darm-selektiver Wirkmechanismus mit Vedolizumab

Prof. Axel Dignaß, Frankfurt, betonte im Rahmen des DGVS in Leipzig, dass bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) die Aktivierung des Mukosa-assoziierten Immunsystems zu der typischen Schleimhautschädigung führt sowie die Entzündung aufrechterhält. Zudem werden mittels rekrutierter Entzündungszellen Stenosen und Ulzera verursacht. Die therapeutischen Ansätze sind darauf ausgerichtet, Entzündungsmediatoren zu hemmen (Steroide, Ustekinumab) und Botenstoffe zu modulieren (anti-TNFalfa) sowie die Wundheilung voranzubringen und so die Barrierefunktion der Darmwand wiederherzustellen (Probiotika, Lecithin etc.). Nun gibt es mit Vedolizumab (Entyvio®) einen neuen vielversprechenden Ansatz, mit dem die Einwanderung von Entzündungszellen unterbunden wird.

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"Im Jahre 2014 definieren wir Therapieerfolg so, dass neben der Kontrolle der klinischen Erkrankungsaktivität und dem Erhalt von Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit auch Strukturschäden im Verdauungstrakt verhindert werden", sagte Prof. Daniel Baumgart, Berlin. "Die Mukosaheilung ist daher ein wichtiges Therapieziel."

Zum Einsatz kommen derzeit 5-ASA, Kortikosteroide, Azathioprin, MTX und TNFalfa-Antagonisten. "Diese Therapien haben das Leben der Patienten deutlich verbessert, allerdings sprechen nicht alle gleich gut darauf an und es treten zum Teil erhebliche Nebenwirkungen auf", sagte Baumgart. Ein bereits bei CED wie auch bei Multipler Sklerose eingesetzter Wirkstoff, Natalizumab, der an die alfa4beta1-Integrinrezeptoren bindent, hatte für Furore gesorgt, doch eine seltene ZNS-Nebenwirkung, die progressive multifokale Leukoenzephalopathie, limiert den Einsatz. alfa4beta1 ist neben dem Darm auch in Gehirn und Haut exprimiert, sodass diese Nebenwirkung im ZNS entstehen kann.

Vedolizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der als Integrin-alfa4beta7-Antagonist agiert. alfa4beta7 kommt auf den Lymphozyten im Darm vor, Vedolizumab bindet ausschließlich daran und verhindert so die Interaktion dieser Lymphozyten mit MAdCAM-1. So wird die Migration in das entzündete Darmgewebe eingeschränkt. Vedolizumab bindet hingegen nicht an andere Integrine oder das vaskuläre Zelladhäsionsmolekül VCAM-1. Es gibt keine systemische Immunsuppression und der Wirkstoff, der als 30-minütige Infusion verabreicht wird, ist hochselektiv auf die Darmwand gerichtet, was das günstige Nebenwirkungsprofil - am häufigsten kommen Nasopharyngitis, Kopfschmerzen und Arthralgien vor - begründet.

Die Zulassung von Entyvio® bezieht sich auf erwachsene Patienten mit mittel- bis schweren aktiven Formen von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, bei denen konventionelle Therapie oder TNFalfa-Antagonisten versagt haben, die unzureichend darauf angesprochen haben oder diese Biologika nicht vertragen. Wirksamkeit und Sicherheit sind in drei großen randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien, GEMINI I-III (I bei Colitis ulcerosa, II und III bei M. Crohn), nachgewiesen worden (1-3), in denen mit Vedolizumab signifikant häufiger klinische Remissionen erreicht wurden.

ab

Literaturhinweise:
(1) Feagan B et al., NEJM 2013; 369(8):699-710
(2) Sandborn W et al. NEJM 2013;369(8):711-721
(3) Sands BE et al. European Crohn´s and Colitis Organization, Congress 2013, abstract 11

Quelle: Media-Hotline-Session "Entyvio - Innovative Darm-selektive Therapieoption ermöglicht vielversprechende Behandlung von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn" Im Rahmen des DGVS, 19.9.2014, Leipzig


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