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Medizin

09. Januar 2013 diabetesDE kritisiert IQWIG-Urteil zu Linagliptin: "Von DPP4-Hemmern profitieren hier 650 000 Menschen"

diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und ihre Mitgliedsorganisationen sehen in der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 mit Linagliptin klare Vorteile gegenüber vergleichbaren Medikamenten. In einer Stellungnahme widersprechen sie jetzt der erneuten Nutzenbewertung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Dessen Urteil besagt, dass der Wirkstoff Linagliptin keinen Zusatznutzen bietet. Laut diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe ist das Medikament sehr therapiesicher und weise ein geringes Risiko auf, dass Patienten - womöglich lebensbedrohlich - unterzuckern. Sollte sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem IQWIG-Entscheid anschließen, wäre eine Kostenerstattung für das Medikament vom Tisch. Dies bedeutete voraussichtlich das Aus für Präparate dieser Klasse, die DPP4-Hemmer. Davon wären rund 650 000 Patienten in Deutschland betroffen.

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Der Wirkstoff Linagliptin, ein DPP4-Hemmerr in Tablettenform zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2, biete für die Therapie keinen Zusatznutzen, so das IQWIG. Der Alltag tausender Patienten zeichne eine anderes Bild, sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe aus Hannover: „Heute behandeln Ärzte mit den DPP4-Hemmern mehr als eine halbe Million Patienten in Deutschland, damit diese sicherer und unbeschwerter mit Diabetes leben können“, so der Diabetologe vom Kinderkrankenhaus auf der Bult.
 
Die Bewertung des IQWiG sei nicht nachvollziehbar, kritisiert diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe mit seinen Mitgliedsorganisationen Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD) und Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M). Denn die Therapie mit den weit verbreiten Sulfonylharnstoffen oder Insulin birgt die Gefahr von Unterzuckerungen. „Aus unserer Sicht sind Hypoglykämien gefährliche und potenziell tödliche Behandlungszwischenfälle“, führt Danne aus. Bei schwerem Verlauf fügen Sie dem Patienten erhebliches Leid zu. Zudem ziehen sie vermeidbare Behandlungskosten nach sich. „Viele Patienten brechen nach einer Hypo sogar die Therapie ab, weil sie das Vertrauen darin verlieren“, so der Diabetologe. Dass DPP4-Hemmer das Risiko mindern, belegen Vergleichsstudien. Einen Zusatznutzen sehen die Experten auch im Schutz für das Herz-Kreislaufsystem. Zudem ist Linagliptin leicht dosierbar und damit noch sicherer: Der Patient nimmt eine Standarddosis ein.
 
DPP4-Hemmer sind europaweit verbreitet. „Ein Rückzug vom deutschen Markt würde uns Ärzte zwingen, auf andere Therapieformen auszuweichen“, befürchtet Professor Danne. Dies gefährde Patienten, vor allem ältere und nierenkranke aber auch berufstätige - sei es im Straßenverkehr, beim Bedienen von Maschinen oder in Aufsichtsfunktionen. Hier kann eine durch Unterzucker verursachte Schwäche nicht nur das Leben des Betroffenen in Gefahr bringen. „DPP4-Hemmer stellen eine sicherere und verträgliche Alternative zu den billigeren Sulfonylharnstoffderivaten dar“, folgert Danne.
 
Falls sich der Gemeinsame Bundesausschuss dem IQWiG-Urteil anschließen würde, könnte dies das Aus für die gesamte Substanzklasse bedeuten, befürchtet diabetesDE - Deutsche Diabetes Hilfe. Mehr als eine halbe Million Patienten müsste dann auf unsicherere Medikamente umstellen.

Quelle: diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe


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