Dienstag, 27. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Delstrigo/Pifeltro
Delstrigo/Pifeltro
Medizin
04. November 2020

Drei Jahre Cladribin-Tabletten in der MS-Therapie: Praxistest bestanden

Drei Jahre Cladribin-Tabletten in der MS-Therapie: Praxistest bestanden
© solvod - stock.adobe.com
Auf einer virtuellen Pressekonferenz wurden neue Daten zur Therapie der schubförmigen MS mit Cladribin-Tabletten (MAVENCLAD®) vorgestellt. Referenten waren Dr. Michael Hübschen, Darmstadt, und die MS-Spezialisten Professor Dr. Christoph Kleinschnitz, Essen, und Professor Dr. Mathias Mäurer, Würzburg. In ihren Vorträgen wurde deutlich, dass Cladribin-Tabletten die entzündliche Krankheitsaktivität rasch eindämmen (1) und langfristig wirksam sind (2). Letzteres geht aus einer topaktuellen Auswertung der CLASSIC-MS-Studie hervor, die vor kurzem auf der ECTRIMS-Jahrestagung vorgestellt wurde (2). Daten der Essener Kohorte bestätigen, dass Cladribin-Tabletten auch in einem sehr breiten Patienten-Kollektiv gut wirksam und verträglich sind und die jährliche Schubrate signifikant senken. Seit der Zulassung untermauern umfassende Analysen das positive Sicherheitsprofil (4, 5).
Anzeige:
Medical Cloud
Medical Cloud
 
Praxiseinsatz bestätigt die Ergebnisse aus klinischen Studien

Mittlerweile liegen Daten zu Cladribin-Tabletten auch aus der Routineversorgung vor. „In Deutschland wurden bislang über 4.000 Patienten behandelt“ (3), berichtete Dr. Michael Hübschen. „Sie nahmen die Therapie sehr gut an – 98,4% führten in den ersten beiden Behandlungsjahren die Behandlung mit Cladribin-Tabletten fort. Im dritten Jahr wechselte bislang keiner der 866 untersuchten Patienten die Therapie.“ Weiter habe sich gezeigt, dass Ärzte immer früher die orale Impulstherapie im Krankheitsverlauf einsetzen: So waren 57% der Patienten therapienaiv oder Restarter, und vorbehandelte Patienten hatten mehrheitlich lediglich eine Basistherapie erhalten (3).

63,3% benötigen median 10 Jahre nach letzter Gabe keine weitere Therapie

Hübschen berichtete unter anderem von der MAGNIFY-MS-Studie, in der die Zahl der im MRT sichtbaren Läsionen zu Studienbeginn sowie in 3 verschiedenen Zeiträumen nach Therapiestart dokumentiert wurde (Monate 1 bis 6, 2 bis 6 und 3 bis 6) (1). Die Zahl der CUAA-Läsionen nahm in allen Studienzeiträumen im Vergleich zu Baseline signifikant ab (um 61% im Zeitraum 1. bis 6. Monat; 77% 2. bis 6. und 87% 3. bis 6. Monat) (1). „Die Daten zeigen, dass Cladribin-Tabletten bereits nach dem ersten Monat und zudem sehr effektiv wirken“, sagte Hübschen (1).

In CLASSIC-MS sind 147 Patienten aus mehreren Phase-III-Studien eingeschlossen. Hübschen verwies auf eine aktuelle Zwischenauswertung, die im Rahmen einer Late-Breaker-Session auf der ECTRIMS-Jahrestagung vorgestellt wurde (2). Innerhalb des medianen Beobachtungszeitraums von 10 Jahren benötigten 94,6% weder einen Rollstuhl noch waren sie bettlägerig (EDSS ≥ 7, primärer Endpunkt) und 83,7% waren zu keinem Zeitpunkt auf eine Gehhilfe angewiesen (2). Ein weiteres Beispiel für die lang anhaltende Wirksamkeit von Cladribin-Tabletten: 63,3% der Patienten erhielten im medianen Zeitraum von 10 Jahren seit der letzten Dosis keinerlei weitere Therapie und 59,2% konnten ihrem Beruf nachgehen (2).

Zur Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin-Tabletten im Praxisalltag gibt es erste Daten aus einer Essener Kohorte, die Professor Dr. Christoph Kleinschnitz präsentierte. „Bei derzeit 127 Patienten ging die jährliche Schubrate unter Cladribin-Tabletten von median 0,89 im Jahr vor Behandlungsstart auf 0,09 bis 0,11 in den folgenden drei Jahren zurück und 79% der Patienten wiesen einen stabilen Krankheitsverlauf auf. Diese Daten belegen sehr gut die antiinflammatorische Wirkung der Cladribin-Tabletten, und sie zeigen, dass auch im dritten Jahr die Schubrate stabil niedrig blieb“, so Kleinschnitz.

In Bezug auf die Sicherheit von Cladribin-Tabletten liefert die fortlaufende Nutzen-Risiko-Evaluation PBRER eine solide Bewertungsgrundlage. Eingeschlossen sind 18.463 Patienten aus verschiedenen Ländern, die die orale Impulstherapie seit der Zulassung erhalten haben (4, 5). Sämtliche bisherigen PBRER-Berichte wurden von der EMAB als positiv bewertet, das Nutzen-Risiko-Profil gilt als unverändert (4, 5). „Damit zeigt sich, dass Cladribin-Tabletten endgültig in der Routineversorgung angekommen sind“, resümierte Kleinschnitz.

Das volle Potenzial von Cladribin-Tabletten ausschöpfen

Professor Dr. Mathias Mäurer verwies darauf, dass die orale Impulstherapie mit Cladribin-Tabletten sehr gut planbar sei. Zudem profitierten Patienten auch dann von der Therapie, wenn im ersten Jahr Schübe auftreten, wie eine aktuelle Studie zeige (6). Von den Patienten, die unter der Cladribin-Therapie im ersten Jahr einen oder mehrere Schübe hatten, blieben bei fortgesetzter Therapie im zweiten Jahr 61,7% schubfrei (6). „Das unterstreicht, dass es extrem wichtig ist, die Behandlung auch im zweiten Jahr durchzuführen“, sagte Mäurer und appellierte an seine Kollegen, Patienten an die Termine zu erinnern. Dabei kann die adveva® App von Merck wertvolle Unterstützung leisten. Sie begleitet Patienten während der gesamten MS-Therapie und erinnert unter anderem an wichtige Termine.

Quelle: Merck

Literatur:

(1) De Stefano, ACTRIMS-ECTRIMS 2020 (v1.0)
(2) Giovannoni G et al. ACTRIMS-ECTRIMS 2020; Poster LB1229 (v1.0).
(3) IQVIA LRx/Source of Business, Stand August 2020.
(4) PBRER Jan19-Jul 19_PSUR 4 MAVENCLAD (v1.0).
(5) MAVENCLAD EMA Assessment Report EMA4357312017 (v1.0).
(6) Yamout et al._2020_Poster/Oral_MS-Portugal (v1.0).
 


Anzeige:
Trelegy
Trelegy

Das könnte Sie auch interessieren

10 populäre medizinische Irrtümer des Volksmundes

10 populäre medizinische Irrtümer des Volksmundes
©Halfpoint - stock.adobe.com

Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich der gesündeste? Müssen wir tatsächlich jeden Tag mindestens 2 Liter Wasser trinken? Wachsen nach dem Tode Haare und Nägel weiter? Wissenschaftler aus USA und Deutschland haben eine Reihe von medizinischen Mythen unter die wissenschaftliche Lupe genommen. Ergebnis: Bei vielen populären Empfehlungen, die selbst viele Ärzte weitergeben, handelt es sich in Wahrheit um Märchen.

StattHaus Offenbach bietet Basisqualifizierung für Alltagsbegleiter

StattHaus Offenbach bietet Basisqualifizierung für Alltagsbegleiter
©Halfpoint - stock.adobe.com

Das Demenzzentrum StattHaus Offenbach der Hans und Ilse Breuer-Stiftung bietet in Kooperation mit der Stadt eine Basisqualifizierung für Menschen an, die im Rahmen  von Unterstützungsangeboten im Alltag nach §45 a SGB XI tätig werden wollen. Angesprochen sind Personen mit und ohne pflegerische Erfahrung, Pflegehilfskräfte, Neu- und WiedereinsteigerInnen ins  Arbeitsleben, interessierte Angehörige und ehrenamtlich Engagierte.

Endoprothesenregister Deutschland veröffentlicht erstmals Patienteninformation

Endoprothesenregister Deutschland veröffentlicht erstmals Patienteninformation

Die Publikation enthält zentrale Ergebnisse der Datenauswertung aus dem Jahresbericht 2020 – kurz und patientenverständlich zusammengefasst. Totalendoprothesen (vollständiger Ersatz des Gelenkes) stellen die am häufigsten verwendete Prothesenform bei Hüft- und Knieimplantationen dar. Bei künstlichen Kniegelenken wird zunehmend die Rückfläche der Kniescheibe ersetzt. Patientenbezogene Faktoren wie Alter, BMI oder Vorerkrankungen beeinflussen das Risiko für eine Wechseloperation deutlich.

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen
© Nenov Brothers / Fotolia.com

Rezeptfreie Schmerzmittel sind wirksam und sicher. „Sie sollten jedoch – wie alle anderen Arzneimittel – strikt nach Packungsbeilage eingenommen werden“, sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH). Er reagiert damit auf den Fernsehbeitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 13.09.2017, der rezeptfreie Schmerzmittel als gefährlich darstellt.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Drei Jahre Cladribin-Tabletten in der MS-Therapie: Praxistest bestanden"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)