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Medizin

ERS 2014: Inhaliertechnik bei Asthma und COPD-Patienten dringend weiter ausbauen/ICS plus Beta2-Agonist verhindert COPD-Exazerbationen

"Leider gilt die Regel, dass die Inhaliertechnik des Patienten fehlerhaft ist - bis zum Beweis des Gegenteils", sagte Helen Reddel, Sydney. Die Gründe für Fehler beim Inhalieren sind vielschichtig, hohes Alter oder geringere Bildung des Patienten spielen eine Rolle, doch auch die Tatsache, dass sich Inhalieren nicht aus einem Faltblatt korrekt herauslesen lässt und dass es komplexere Handlungsabfolgen sind, die den Patienten überfordern können. In Studien wie ELIOT liegt nun erstmals der Fokus auf den Inhaliergeräten anstatt wie bisher auf den zu inhalierenden Substanzen, so David Price, Aberdeen.

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Viele Asthma-Patienten sind überzeugt, richtig zu inhalieren, weil der kurzwirksame Beta2-Agonist bei ihnen wirkt. Wichtig ist es, im Vorfeld abzuklären, ob der Patient schon ein Inhaliergerär besitzt, ob er zuhause oder eher unterwegs inhaliert, ob er Hilfe dabei benötigt, und ob Angehörige diese Hilfestellung geben können, bevor man ihm ein bestimmtes Device verschreibt, betonte Reddel.

In den aktuellen Real-Life-Studien ELIOT (Easy Low Instruktion over Time) sollen die Auswirkung der korrekten Inhaliertechnik auf das Asthma untersucht werden sowie die Qualität der Schulung gesteigert werden, die Patienten erhalten dafür entweder Spiromax oder Turbohaler als Inhaliergeräte. Eine weitere Studie, HCP-ELIOT, testet, ob sich die Schulungsqualität bei den drei Berufsgruppen Arzt, Krankenschwester und Apotheker 4 Wochen und 6 Monate nach dem Unterweisen aufrechterhalten lässt.

COPD: Erhöhtes Pneumonie-Risiko nur bei Fluticason

Maarten van den Berge, Groningen, betonte, dass inhalative Glukokortikoide (ICS) bei schwerer COPD, die mit erhöhtem Risiko für akute Exazerbationen einhergeht, weiter empfohlen werden: ICS reduzieren nicht nur die Anzahl akuter Exazerbationen um 30% (Calverley P et al. 2003), sondern wirken auch gegen die Enzündungsprozesse in den Atemwegen durch Senkung der CD8-Zellen und Makrophagen. Das bisher angenommene erhöhte Pneumonie-Risiko unter ICS muss revidiert werden dahingehend, dass es sich um keinen Klasseneffekt zu handeln scheint, sondern um eine Fluticason-spezifische Nebenwirkung. Dies hat die PATHOS-Studie gezeigt (Janson C et al. 2013), in der die Kombination Fluticason/Salmeterol gegenüber Budenosid/Formoterol getestet wurde. Die TORCH-Studie (Calverley P et al. 2007) hatte ebenfalls für Fluticason/Salmeterol im Vergleich zu Salmeterol allein oder Placebo ein um 60% erhöhtes Pneumonie-Risiko gezeigt.

Die Pathophysiologie der Exazerbationen, wie in der COSMIC-Studie gezeigt, hält noch bis zu 8 Wochen nach der Exazerbation an, und die Symptome bauen sich vorher auch erst langsam auf, sodass eine zweiwöchige Behandlung mit oralen Glukokortikoiden und Antibiotika als Maßnahme nicht auszureichen scheint, sagte van den Berge. Kombinationsbehandlungen aus inhalativen Steroiden und Beta2-Agonisten sind gegenwärtig die beste Behandlung, um akuten Exazerbationen vorzubeugen, schloss er.
ab

Quelle: TEVA Respiratory-Symposium im Rahmen des ERS, "Inhaler technique: Human error or Design Challenge?", München, 8.9.14


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