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Medizin

Erste Erfahrungen mit inhalativem Mannitol bei Mukoviszidose sind vielversprechend

Das Mukolytikum Bronchitol® (inhalatives Mannitol) stellt einen wichtigen Fortschritt in der Therapie der Mukoviszidose dar, so das Fazit der Referenten des Pharmaxis-Symposiums auf der 15. Deutschen Mukoviszidose-Tagung in Würzburg. Gut ein halbes Jahr nach der europäischen Zulassung von inhalativem Mannitol zur Behandlung der Mukoviszidose bei Erwachsenen (ab 18 Jahren) zusätzlich zum besten Therapiestandard wird das Mukolytikum in der Praxis bereits erfolgreich zur Sekretmobilisation eingesetzt. „Eine wichtige Voraussetzung für die Therapie mit inhalativem Mannitol ist das erfolgreiche Absolvieren des Bronchitol Initiationsdosis Assessment (BIDA) und eine gute Schulung der Patienten hinsichtlich der richtigen Inhalationstechnik“, so Dr. Christina Smaczny aus Frankfurt. „Erfahrungsgemäß können Patienten schnell und anhaltend von der Therapie mit inhalativem Mannitol profitieren“, betonte auch PD Dr. Joachim Riethmüller aus Tübingen.

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„Mit Bronchitol® steht seit dem 1. Juni 2012 eine neue Behandlungsoption zur Sekretmobilisation bei Mukoviszidose zur Verfügung, die früher als viele andere Therapien in die pathophysiologische Krankheitskaskade eingreift und die mukoziliäre Clearance verbessert“, eröffnete PD Dr. Jochen Mainz aus Jena die Veranstaltung im Rahmen der Mukoviszidose- Tagung. Das sprühgetrocknete Mannitol hat eine Partikelgröße von etwa 3 μm und unterscheidet sich in seiner Struktur stark von handelsüblichem Mannitol. Durch die Inhalation mit Hilfe eines handlichen Trockenpulverinhalators kann eine optimale Lungendeposition des Wirkstoffs erreicht werden (1). „Über einen osmotischen Gradienten stellt die mukoaktive Substanz die physiologischen Eigenschaften der Solschicht wieder her, erhöht die Zilienschlagfrequenz, führt zu einer Verflüssigung und geringeren Viskosität des zähen Schleims und einem produktiven Husten“, erklärte Mainz den innovativen Wirkmechanismus von inhalativem Mannitol. Der positive Effekt auf die mukoziliäre Clearance tritt in der Regel innerhalb von 60 Minuten ein und wird maßgeblich durch den produktiven Husten unterstützt (2).

Die Wirksamkeit von 400 mg Bronchitol® zweimal täglich wurde bereits in zwei klinischen, doppelblinden Phase-III-Studien über 26 Wochen nachgewiesen (3, 4). Bei den 341 erwachsenen Patienten zeigte sich der Benefit in einer schnellen und anhaltenden, signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion (Erhöhung des FEV1 um 99,5 ml vs. Kontrolle über 26 Wochen, p<0,001) (5) und einem Trend zu weniger Exazerbationen bei den mit inhalativem Mannitol behandelten Patienten (6). Weiter, führte PD Dr. Jochen Mainz aus, wurden beide Zulassungsstudien nach rhDNase-Gabe stratifiziert. Die Subgruppenanalyse hat gezeigt, dass die Studienteilnehmer unabhängig von einer gleichzeitigen Therapie mit rhDNase von inhalativem Mannitol profitieren. Inhalatives Mannitol wurde gut vertragen und zeichnete sich durch ein akzeptables Sicherheitsprofil aus (5).

Die Bronchokonstriktion/bronchiale Hyperreagibilität ist eine bekannte Begleiterscheinung inhalativer Therapien. Mit Hilfe des Bronchitol® Initiationsdosis Assessments (BIDA), das vor der Dauertherapie mit inhalativem Mannitol zu absolvieren ist, wird die Verträglichkeit getestet und Mukoviszidose-Patienten mit einer bronchialen Hyperreagibilität für die Therapie ausgeschlossen. „Neben dem Ausschlussverfahren bietet der BIDA die Möglichkeit, die Patienten hinsichtlich der richtigen Inhalationstechnik zu schulen und somit die bestmögliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie zu schaffen“, erklärte Dr. Christina Smaczny. Zudem könne den Patienten bereits im Rahmen des BIDA gezeigt werden, wie sie den während der Therapie auftretenden, irritativen Husten, z. B. durch langsame Inspiration und das Trinken von Wasser zwischen einzelnen Inhalationskapseln, unter Kontrolle bringen können. Dies sei wichtig und fördere mitunter auch die Compliance der Betroffenen, so die Expertin weiter.

Damit die Partikel in die unteren Atemwege gelangen können und eine optimale Lungendeposition des Wirkstoffs erreicht wird, sollte die Substanz möglichst langsam, mit ein wenig nach hinten geneigtem Kopf inhaliert werden. Direkt nach der Inhalation kann es zunächst zu einem Abfall der Lungenfunktion kommen. Deshalb sollten die Patienten während des BIDA solange überwacht werden, bis ihr FEV1 wieder den Ausgangswert erreicht hat (6).

Auch PD Dr. Joachim Riethmüller betonte die Relevanz des BIDA sowie die Notwendigkeit einer Vorbehandlung mit Bronchodilatatoren wie Salbutamol, um Obstruktionen zu vermeiden. Wenn der BIDA erfolgreich absolviert wurde, was in den Phase-III-Studien bei über 90% der erwachsenen Patienten der Fall war (5), steht einer Therapie mit inhalativem Mannitol nichts mehr im Wege. „Erfahrungsgemäß kann im Schnitt bei Patienten unter inhalativem Mannitol eine anhaltende Verbesserung der Lungenfunktion um drei bis vier Prozentpunkte erreicht werden“, berichtete Riethmüller. In einem Einzelfall konnte sogar eine Steigerung des FEV1 um 10% gemessen werden. Insgesamt sei die Verträglichkeit von inhalativem Mannitol sehr gut. Die Patienten schätzen vor allem die Mobilität und die zeitliche Flexibilität, die mit der neuen inhalativen Therapie einhergeht. Die Applikation des Trockenpulvers über einen kleinen, handlichen Trockeninhalator, der nicht gereinigt werden muss, und eine Inhalationsdauer von unter fünf Minuten fördere die Adhärenz der Patienten. Dies in Kombination mit der gezeigten Wirksamkeit auf eine verbesserte Lungenfunktion mache die Substanz zu einer weiteren Therapieoption neben NaCl und/oder rhDNase, so das Fazit der Experten.

Literaturhinweise:
(1) Glover W et al. Int J Pharm 2008; 349: 314-322.
(2) Robinson et al. Eur Respir J 1999; 14: 378-385.
(3) Bilton D et al. Eur Respir J 2011; 38: 1071-1080.
(4) Aitken ML et al. Am J Respir Crit Care Med. 2012; 18(6): 645-652.
(5) Bilton D et al. J Cystic Fibrosis 2011; Suppl 20 (A78).
(6) Bronchitol® Fachinformation, Stand Mai 2012.

Quelle: Pharmaxis



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