Mittwoch, 10. August 2022
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Medizin

Erste Patientenleitlinie zu Long- und Post-COVID

Erste Patientenleitlinie zu Long- und Post-COVID
© DonkeyWorx - stock.adobe.com
Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen – 10 bis 15% der Patientinnen und Patienten klagen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 über mehr als 200 Symptome. Medizinerinnen und Mediziner bezeichnen diese Langzeitfolgen als Long- oder Post-COVID-Syndrom. Betroffene wissen häufig nicht, was sie tun sollen oder an wen sie sich wenden können. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) hat deshalb zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Betroffenen die neue Patientenleitlinie „Long-/Post-COVID-Syndrom“ veröffentlicht, die sich speziell an Betroffene und Angehörige richtet. Die Leitlinie gibt einen Überblick über aktuelle Symptome der Erkrankung und zeigt auf, was Erkrankte tun können, um mit den Beschwerden zurechtzukommen.

Patientenleitlinie „Long-/Post-COVID“ beantwortet Fragen von Betroffenen mit Long-COVID-Symptomatik

In Folge meiner Infektion leide ich unter Denk- und Konzentrationsstörungen. Was hat das zu bedeuten? Wird sich das wieder bessern? Was kann ich gegen Fatigue unternehmen? Seit meiner COVID-19-Erkrankung habe ich häufig Kopfschmerzen. Woher kommt das? Was kann ich gegen die Riechstörungen tun? An wen wende ich mich jetzt? Diese und weitere Fragen von Erkrankten beantwortet die neue Patientenleitlinie, die sich auf die ärztliche S1-Leitlinie „Long-/Post-COVID“ stützt. „An der Leitlinie waren nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch Betroffene und Selbsthilfegruppen beteiligt“, sagt Dr. med. Christian Gogoll, federführender Koordinator der Patientenleitlinie. „Das Ergebnis ist ein allgemeinverständlicher Überblick, der ganz explizit auf die Themen eingeht, die Long- beziehungsweise Post-COVID-Patienten und -Patientinnen beschäftigen.“

Unterschied zwischen Long- und Post-COVID liegt in der Dauer der Symptomatik

Neue beziehungsweise direkt nach einer COVID-19-Infektion entstandene und anhaltende Symptome werden als Long- oder Post-COVID bezeichnet. Laut Definition des Britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) werden als Long-COVID Beschwerden beschrieben, die mehr als 4 Wochen nach der akuten COVID-19-Erkrankung bestehen. Post-COVID hingegen beschreibt das Krankheitsbild ab der 12. Woche nach der ursprünglichen Infektion.
 
 

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Selbstkontrolle der Sauerstoffsättigung für Long-COVID-Patienten

Erschienen am 22.06.2021Viatom Technology, Spezialist für mobile medizinische Überwachungsgeräte, stellt mit dem O2ring Puls Oximeter ein tragbares Messgerät zur Langzeitkontrolle von Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz für Long-COVID-Patienten vor. Über die angebundene VIHealth-App werden die Gesundheitsdaten in Echtzeit abgespeichert und können so auch mit behandelnden Ärzten zur Bestimmung notwendiger Rehabilitationsmaßnahmen geteilt werden.

Erschienen am 22.06.2021undefined

©Andrey Popov / Fotolia.de

Nachsorgetermin nach COVID immer wahrnehmen

Personen, die sich Sorgen über ihren Gesundheitszustand im Zusammenhang mit COVID-19 machen, sollten – unabhängig davon, ob sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder nicht – einen Arzt, eine Ärztin, aufsuchen. Für Patientinnen und Patienten, die an COVID-19 erkrankt waren, empfiehlt sich generell ein Nachsorgetermin. „In erster Instanz sollten Patientinnen und Patienten immer eine Hausarztpraxis kontaktieren – idealerweise die, in der sie bereits bekannt sind und die ihre Krankengeschichte kennt“, so Gogoll. „Dieses Vorgehen verhindert, dass sich Betroffene bei unterschiedlichen Spezialisten vorstellen und, auf sich allein gestellt, von Termin zu Termin durchkämpfen müssen. Von der Hausärztin, vom Hausarzt, werden die Patientinnen und Patienten ausführlich körperlich untersucht und je nach Beschwerden, die bei Long- und Post-COVID vielfältig sind, gezielt weitere Untersuchungen wie erweiterte Lungenfunktionstests oder ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt beziehungsweise veranlasst.“ Wenn Fachärzte und -ärztinnen aus der Pneumologie, Kardiologie oder Psychosomatik aufgesucht oder Behandlungen in unterschiedlichen Ambulanzen, Physio- und Ergotherapie oder Rehamaßnahmen vorgenommen werden müssen, können die Hausarztpraxen dorthin überweisen.

Meist keine bleibenden Schäden nach COVID

Die DGP möchte mit der Patientenversion der Long-/Post-COVID-Leitlinie vor allem die Betroffenen selbst aufklären. „Patienten und Patientinnen sollten sich darüber bewusst sein, dass anhaltende Symptome auch nach einem milden und moderaten COVID-19-Verlauf möglich sind“, sagt Professor Dr. med. Torsten Bauer, Präsident der DGP. „Die Symptome bilden sich bei einem Großteil der Fälle im Verlauf einiger Wochen bis Monate vollständig zurück. Meist bleiben keine bleibenden Schäden“, ergänzt Professor Dr. med Claus Vogelmeier, Vorsitzender der DLS.
 
 

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Post-COVID-Syndrom: Fachübergreifende Rehabilitationskonzepte

Erschienen am 06.04.2021Die Langzeitfolgen einer COVID-Erkrankung können fast jede Stelle des Körpers betreffen – fast sämtliche Körperteile, Systeme und Organe können in Folge dieser Erkrankung Schäden aufweisen. Die Komplexität des Krankheitsbildes des sogenannten Post- oder Long-COVID-Syndroms stellt Mediziner daher vor besondere Herausforderungen. Gefragt sind fachübergreifende Konzepte, die die Gesamtheit aller Symptome berücksichtigen.

Erschienen am 06.04.2021undefined

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Patientenleitlinie zu Long-/Post-COVID ist eine Living Guideline

Die vollständige Patientenleitlinie steht auf der AWMF Website hier zum Download bereit. Bei der Leitlinie handelt es sich um eine Living Guideline – eine lebende Leitlinie, die basierend auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen laufend aktualisiert wird.

Quelle: DGP



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