Dienstag, 28. Juni 2022
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Medizin

Forscher identifizieren erstmals Stammzellen des Magens

Ein aus Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und des Hubrecht Institute for Developmental Biology and Stem Cell Research im niederländischen Utrecht bestehendes Team hat eine wichtige Grundlage für den Kampf gegen Magenkrebs geschaffen. Ihnen gelang die Beschreibung der Stammzelle, die sich in unterschiedliche, in diesem Verdauungsorgan vorhandene Zellformen entwickeln kann. Unter dem Titel "Differentiated Troy+ Chief Cells Act as Reserve Stem Cells to Generate All Lineages of the Stomach Epithelium" wurden die Forschungsergebnisse in der angesehenen Zeitschrift "Cell" veröffentlicht (doi: 10.1016/j.cell.2013.09.008).

Mit ihrer Fähigkeit, sich zu verschiedenen Zellen eines Organismus weiterzuentwickeln, lassen sich Stammzellen zum Beispiel zum Heilen von Knochendefekten nutzen. Doch durch ihre große Variabilität und schnelle Teilung bergen sie auch das Risiko, sich zu Tumoren zu entwickeln. Deshalb ist es in der Krebsmedizin wichtig, die jeweiligen Stammzellen vor allem derjenigen Organe zu kennen, in denen sich häufig bösartige Tumore bilden.

Während die Vorläuferzelle des Darmgewebes seit 2007 bekannt ist, lies sich mittels des MarkerGens "Troy" erst jetzt die Stammzelle des Magens identifizieren. Erstautor der wissenschaftlichen Veröffentlichung zur Magen-Stammzelle ist Dr. Daniel Stange, der als Arzt und Wissenschaftler an der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) des Uniklinikums tätig ist. Der junge Forscher wechselte mit dem 2012 neu berufenen Direktor der VTG, Prof. Jürgen Weitz, nach Dresden. Zuvor forschte er am Hubrecht Institute for Developmental Biology and Stem Cell Research, wo in den vergangenen Jahren auch die wesentlichsten Schritte der jetzt publizierten Forschungen unter der Leitung von Prof. Hans Clevers stattfanden.

Der Weg von der Identifikation der Stammzelle bis zum ersten therapeutischen Einsatz ist noch weit. Das zeigt das Beispiel der Darmstammzelle: Bereits vor sechs Jahren identifiziert, sind Forscher immer noch damit beschäftigt, die möglichen Entwicklungen dieser Zellen bei der Entwicklung zum Darmkrebsgewebe zu verfolgen. Erst sind es in der Regel harmlose Mutationen. Daraus können sich Vorstufen von Tumoren und in der Folge dann bösartiges Krebsgewebe entwickeln. In diesen Forschungsphasen sind es vor allem Mäuse, an denen die Vorgänge beobachtet werden.

Wie schnell sich die Erkenntnisse der deutsch-niederländischen Forschergruppe wissenschaftlich weiter verfolgen lassen, hängt auch von der weiteren Finanzierung ab. Die aus Medizinischer Fakultät und Universitätsklinikum bestehende Hochschulmedizin Dresden ist bereit, auch an diesen Projekten mitzuarbeiten. Das Know-how und die Infrastruktur ist vorhanden: Das von Prof. Weitz geleitete Dresdner Forscherteam verfügt über neu eingerichtete Labors im Altbauflügel des Diagnostisch-Internistisch-Neurologischen Zentrums. Dort arbeiten die Ärzte und Wissenschaftler auch an Forschungsprojekten in deren Mittelpunkt der Darmstammzelle steht.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


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