Donnerstag, 29. September 2022
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Medizin

Freie Sauerstoffradikale bei Rückenmarksverletzungen unerlässlich

Zellalterung, Krebs, Parkinson und Alzheimer – mit freien Sauerstoffradikalen werden meist Krankheiten in Verbindung gebracht. Die Moleküle scheinen jedoch auch positive Aufgaben zu besitzen: Bei Rückenmarksverletzungen spielen sie eine unerlässliche Rolle im Heilungsprozess. Das berichtet ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Di Giovanni vom Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, der Universität Tübingen und dem englischen Imperial College London. In der aktuellen Ausgabe von Nature Cell Biology beschreiben die Forscher, wie verletzte Nervenzellen gezielt ein Enzym aufnehmen, das freie Sauerstoffradikale bildet. Die entstehenden Radikale setzen anschließend Prozesse in Gang, die der Regenerierung der Zellen dienen. "Behandlungen, die nach einer Nervenverletzung darauf abzielen, die Produktion freier Sauerstoffradikale einzuschränken, könnten tatsächlich nachteilig sein", erklärt Di Giovanni. "Der genaue Zeitpunkt und die richtige Dosis müssen wohl berücksichtigt werden." Unklar bleibt, ob eine höhere Menge an freien Sauerstoffradikalen den Heilungsprozess noch verbessern kann.

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