Mittwoch, 29. Juni 2022
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Medizin

Funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen im Fokus

Ursachen, Symptome und Therapie dyspeptischer Beschwerden standen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Symposiums der Gastro Liga e.V., das von Prof. Malfertheiner, Magdeburg, und Prof. Riemann, Ludwigshafen, geleitet wurde. Unter dem Titel „Ist dagegen immer noch kein Kraut gewachsen? – Evidenz-basierte Therapie funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen“ sprachen Experten unter anderem über die umfangreiche Studienlage von STW 5 (Iberogast®), die für das Phytotherapeutikum eine deutliche Überlegenheit gegenüber Placebo in der Behandlung von Reizmagen und Reizdarm zeigt. Im Anschluss an die Vorträge fand auch dieses Mal die Verleihung des Ludwig-Demling-Medienpreises 2012 in den Bereichen Print und Elektronische Medien statt.

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Für die funktionelle Dyspepsie gibt es bisher keinen Behandlungsstandard. Verschiedene Behandlungsoptionen wie die HP-Eradikation oder die Anwendung von PPI werden auf Grundlage von Erfahrungswerten beziehungsweise der vorliegenden Symptomatik eingesetzt. Häufig bleibt jedoch der gewünschte Behandlungserfolg aus. „Pharmakologische Therapiekonzepte müssen eine Überlegenheit gegenüber Placebo belegen und zudem einen pathophysiologischen, pharmakologischen und zellulären Erklärungsmechanismus bieten“ betont Prof. Hans-Dieter Allescher, Garmisch-Partenkirchen, in seinem Vortrag zu evidenzbasierten Therapiekonzepten. „Die Aussage, dass durch die Therapie eine Besserung eintritt, genügt nicht“, so Allescher weiter. Ein Therapeutikum, das die von ihm genannten Kriterien erfülle, sei die pflanzliche Mehrfachkombination STW 5.

Pflanzliches Multi-Target-Therapeutikum ist evidenzbasiert

Für die aus neun Pflanzenextrakten bestehende Iberis amara-Kombination wurde in vielen pharmakologischen und klinischen Studien belegt, dass sie aufgrund ihres Multi-Target-Wirkprinzips dem Ideal einer Multi-Target-Therapie sehr nahekommt und auf alle wichtigen Ursachen und Symptome funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen wirkt. Besonders beeindruckend sei die differenzierte regionenspezifische Wirkung auf die Magenmotilität. In diesem Zusammenhang berichtete Allescher über die Ergebnisse einer von Pilichiewicz et. al1 an der Universität Adelaide durchgeführten industrieunabhängigen Studie, die zeigte, dass STW 5 bereits innerhalb von nur zehn Minuten erste tonisierende Effekte am Antrum hervorruft und die Muskulatur im Fundus entspannt, was zu weniger Magendruck, weniger aufsteigender Magensäure sowie weniger Sodbrennen, Völlegefühl und Magenschmerzen führen kann.

Volkskrankheit Reizmagen und stressbedingter Reizdarm

Weniger als 50% aller auf den Oberbauch bezogenen Beschwerden sind organisch bedingt. Prof. Gerald Holtmann, Brisbane, und Prof. Paul Enck, Tübingen, legten in ihren Vorträgen mögliche Ursachen dar: Die These, dass Reizmagen auf Einflüsse der Zivilisation zurückzuführen ist, widerlegte Holtmann, indem er darauf hinwies, dass hierzu keine validen Daten vorliegen. In Einzelfällen würden gastrointestinale Symptome durch Umwelteinflüsse ausgelöst oder verstärkt, jedoch sei es bemerkenswert, dass Gesunde auf die gleichen Faktoren nicht mit gastrointestinalen Symptomen reagieren würden.

Enck referierte in seinem Vortrag über die Annahme, dass Stress ein Auslöser für das Reizdarmsyndrom sein könnte. Er wies darauf hin, dass sich seinen Beobachtungen zufolge zentral wirkende Therapien, wie zum Beispiel mit Antidepressiva, häufig positiv auf das Reizdarmsyndrom auswirken, was einen Zusammenhang nahelegt. Allerdings, so Enck, gebe es hierzu noch keine belastbaren Daten. In den S3-Leitlinien zum Reizdarmsyndrom werde ebenfalls keine eindeutige kausale Beziehung zwischen psychischem Stress und dem Reizdarmsyndrom hergestellt.

Im Rahmen des Symposiums wurde auch in diesem Jahr der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Ludwig-Demling-Medienpreis in den Kategorien Print und Elektronische Medien verliehen. Für seinen Beitrag „Problemfall Darm“ in der Apotheken Umschau vom 1. April 2012 erhielt Christian Krumm den Preis in der Kategorie Print. Die Jury lobte seine ausgesprochen fachkundige und laienverständliche Erläuterung zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

In der Kategorie Elektronische Medien erhielt die NDR-Redaktion des Gesundheitsmagazins „Visite“, vertreten durch Dr. Sigrun Damas, die Auszeichnung für den Beitrag „Dick oder Dünn – Darmtyp beeinflusst Risiko“, ausgestrahlt am 18. Oktober 2012. Die Jury hob hier die beeindruckenden Animationen und gelungenen Experteninterviews hervor, die die komplexen Zusammenhänge zwischen der individuellen Darmflora und der Ernährung darstellten.

Literaturhinweis:
Pilichiewicz AN et al. Effects of Iberogast® on proximal gastric volume, antropyloroduodenal motility and gastric emptying in healthy men. Am J Gastroenterol 2007; 102: 1-8

Quelle: Steigerwald


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