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Medizin
02. Juni 2021

Generelle Impfbereitschaft nutzen

Nicht nur auf COVID-19-Impfungen fokussieren
Generelle Impfbereitschaft nutzen
©Adam Gregor - stock.adobe.com
In der aktuell alles beherrschenden Corona-Pandemie sind andere Erkrankungen und ihre Vermeidung in den Hintergrund gerückt. Dabei kann das laufende Impfprogramm gegen COVID-19 gut genutzt werden, um auch Routineimpfungen zu aktualisieren.
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Der Impfstatus lässt vor allem bei vielen über 60-jährigen zu wünschen übrig (1), erklärte Dr. Jörg Ebels. Hausärzte sollten bei einem Patientenkontakt im Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung die Gelegenheit nutzen, das Thema anzusprechen und ggf. direkt Impftermine zu vereinbaren. Damit kommen sie auch den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) nach, anstehende Routineimpfungen bei über 60-jährigen gerade jetzt durchzuführen und nur bei akuten schweren Erkrankungen zu verschieben.

Gegen viele Infektionskrankheiten existieren keine wirksamen Impfstrategien - die Antworten des Immunsystems auf den Impfstoff fallen zu schwach aus. Forscher versuchen deshalb, das Immunsystem auszutricksen, indem sie Regulatorische T-Zellen abschalten, die ansonsten die Immunantwort dämpfen. Immunologen des Institut Curie, Paris, haben die Effekte beim Abschalten dieser Zellen unter Beteiligung des TWINCORE Instituts für...
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Alter: Risikofaktor für Infektion und Verlauf

Warum gerade ältere Menschen gegen schwere Infektionskrankheiten geimpft werden sollten, erläuterte Dr. med. Karin Anton, Berlin: Sie infizieren sich nicht nur leichter und häufiger, sondern sind dann zudem  schwerer betroffen als jüngere Menschen, d.h. entwickeln häufiger Komplikationen, werden häufiger hospitalisiert und haben ein größeres Risiko, die Infektionskrankheit nicht zu überleben (2). Immerhin sind Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache bei älteren Menschen und ihre Mortalitätsrate ist dabei 3-mal höher als bei jüngeren Erwachsenen, so Anton. Eine Ursache sei der Rückgang der Immunkompetenz  angesichts der mit zunehmendem Alter abnehmenden Zahl, Diversität und Funktionalität der Immunzellen.

Impfschutz empfehle sich z.B. gegen Herpes Zoster, eine Reaktivierung des Windpocken-Erregers, und seine gerade bei über 70-jährigen häufige und schmerzhafte Folgekomplikation, die Post-Zoster-Neuralgie. Auch weitere, oft schwer verlaufende und Ressourcen bindende Erkrankungen, wie Pneumokokken-Pneumonie, Influenza oder Pertussis sind durch eine Impfung vermeidbar. Für die Impfung gegen Herpes-Zoster z.B. steht ein Totimpfstoff zur Verfügung, der gut mit einer COVID-19-Impfung kombinierbar ist, erklärte die Allgemeinmedizinerin. Shingrix® (3) ist ausreichend sowohl als 10er wie auch in der 1-er Packung verfügbar (3) und kann über die Apotheke bestellt werden. Infomaterialien zur Patientenaufklärung sowie Details zur Verordnung und Abrechnung der Impfung gegen Herpes Zoster finden Ärzten unter www.shingirx.de (4).

Dr. Ute Ayazpoor

Quelle: Onlinesymposium „Impfen bei eingeschränkter Immunfunktion – Ein Booster fürs Immunsystem bei Immunoseneszenz und Immunschwäche“, 18.04.2021; Veranstalter: GSK

Literatur:

(1) RKI. Impfquoten bei Erwachsenen in Deutschland – Aktuelles aus der KV-Surveillance und der Onlinebefragung von Krankenhauspersonal OKaPII. EpiBul 47/2020: Impfquoten Erwachsene Deutschland.
(2) Dr. med. Karin Anton: Die STIKO-Empfehlungen ab 60 – Immunoseneszenz und Krankheitslast, Vortrag auf dem 127. Kongress der DGIM e.V. am 18.04.2021.
(3) PEI. Lieferengpässe von Humanimpfstoffen.
(4) Fachinformation shingrix, Stand August 2020.


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EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
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