Dienstag, 28. Juni 2022
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Medizin

Hans und Ilse Breuer-Stiftung verleiht Alzheimer-Forschungspreis an Dieter Edbauer und Michael Heneka

Prof. Dr. Dieter Edbauer (DZNE-München) und Prof. Dr. Michael T. Heneka (Universität Bonn und DZNE-Bonn) haben den diesjährigen renommierten Alzheimer-Forschungspreis der Frankfurter Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten, der mit insgesamt 100.000 EUR dotiert ist und zwischen den beiden Wissenschaftlern geteilt wird. Der Preis wurde am 23. Oktober zum neunten Mal in Folge verliehen und ist die höchstdotierte Auszeichnung für Alzheimer-Forschung in Deutschland. Alzheimer und ähnliche Demenzen gehören zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Die Alzheimer-Erkrankung ist die häufigste Form der Demenz mit über 20 Millionen Betroffenen weltweit. Noch gibt es keine Heilung und die gegenwärtigen Behandlungen sind nur von geringer Effektivität. Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung hat sich daher zur Aufgabe gemacht, herausragende Forschung auf diesem Gebiet zu fördern.

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Mit Professor Dr. Dieter Edbauer (geb. 1976) erhält ein erfolgreicher Nachwuchswissenschaftler die begehrte Auszeichnung. Schon als Postdoktorand erforschte er biochemische Mechanismen der Alzheimer-Krankheit. Als Höhepunkt seiner Arbeit konnte ein Schlüsselenzym, die sogenannte gamma-Sekretase, erstmals molekular definiert werden. Damit gelang Dieter Edbauer ein bahnbrechender Erfolg, der international beachtet wurde. Seine kürzlich in "Science" erschienene Arbeit führte zu einem völlig neuem Konzept der Pathologie und der Mechanismen der Frontotemporalen Demenz (der zweithäufigsten Demenzerkrankung nach Alzheimer) sowie der Amyotrophen Lateral Sklerose (ALS).  Ein eigentlich als unmöglich geltender zellulärer Mechanismus konnte direkt in Patienten nachgewiesen werden. "Diese Arbeit trägt nicht nur grundlegend zum Verständnis der Frontotemporalen Demenz und ALS bei, sondern hat auch ein enormes Potential für zukünftige Therapien", so Professor Dr. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Kuratoriumsmitglied der Hans und Ilse Breuer-Stiftung.

Prof. Dr. Michael T. Heneka (geb. 1967) ist leitender Neurologe des interdisziplinären Klinischen Behandlungs- und Forschungszentrums (KBFZ) für neurodegenerative Erkrankungen am Universitätsklinikum Bonn und DZNE, Bonn. Er erhält den Forschungspreis in Anerkennung seiner Erfolge bei der Kombination von klinischer Forschung mit exzellenter Grundlagenforschung, denn die Förderung klinischer Forschung ist ein großes Anliegen der Breuer-Stiftung. Heneka ist weltweit führend auf dem Gebiet der Neuroinflammation und konnte erst kürzlich in einer spektakulären Publikation in dem Fachmagazin "Nature" zeigen, dass die Unterbindung einer Entzündungsreaktion im Gehirn von Alzheimer-Mäusen nicht nur die Pathologie in den Mäusen verhindert, sondern auch deren Gedächtnisverlust aufhält. Die Bedeutung dieser Ergebnisse ist unschätzbar, da alle menschlichen Alzheimer-Fälle Entzündungen im Gehirn zeigen -  ein Vorgang, der bisher viel zu wenig beachtet wurde. Seine Arbeiten haben ein hohes Potential für zukünftige therapeutische Ansätze.

Quelle: Hans und Ilse Breuer-Stiftung



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