Samstag, 31. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
FSME
FSME
Medizin
08. Mai 2019

Hepatitis-C: Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir erhöht Lebensqualität

Eine pangenotypische 8-Wochen-Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir (G/P; Handelsname Maviret®) erzielt bei therapienaiven Hepatitis-C-Patienten ohne Zirrhose sehr hohe Heilungsraten – auch bei Betroffenen mit typischen Komorbiditäten wie einer Opioid-Substitutionstherapie oder einer psychiatrischen Erkrankung (1,2). Das unterstreicht eine aktuelle Auswertung von Daten aus dem Deutschen Hepatitis C-Register. Erstmals wurden nun auch DHC-R-Daten zur Auswirkung der Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir auf die Lebensqualität analysiert (1). Hierbei zeigt sich gerade bei Patienten mit zusätzlichen Herausforderungen, wie einer Opioid-Substitutionstherapie oder einer psychiatrischen Erkrankung, ein positiver Einfluss auf die psychische Komponente der Lebensqualität (1).
Anzeige:
Tresiba
 
Ergebnisse der Effektivitätsanalyse

Insgesamt gingen 998 Patienten der Genotypen (GT) 1-6, die mit Glecaprevir/Pibrentasvir behandelt wurden, in die Effektivitätsanalyse ein (1). Die größte Gruppe stellten therapienaive Patienten ohne Zirrhose dar, die eine 8-Wochen-Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir erhielten (1). Subanalysen erfolgten zu Patienten mit Substitutionstherapie, psychiatrischen Begleiterkrankungen, HCV-HIV-Koinfektion, Alkoholabusus und aktivem Drogengebrauch (1). „Diese wichtigen Komorbiditäten sind in der klinischen Praxis anzutreffen und haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass eine Behandlung aufgeschoben wurde“, erklärt Prof. Dr. med. Markus Cornberg. Im Ergebnis zeigt die Behandlung mit Glecaprevir/Pibrentasvir eine SVR12-Rate von 99,5% (modified Intent-to-treat, mITT) in der Gesamtpopulation (1). Es fanden sich keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Subgruppen (1). In der mITT wurden Patienten aufgrund eines nicht virologischen Versagens ausgeschlossen, beispielsweise solche, die aufgrund eines frühzeitigen Therapieabbruchs keine SVR12 erreicht hatten, bei denen eine Reinfektion vorlag oder deren Therapie nach Behandlungsende nicht dokumentiert werden konnte.

Zunahme an Lebensqualität

Die Auswertung der Lebensqualität durch Fragebögen zum Gesundheitszustand (Short Form 36, SF-36) zeigte eine deutliche Zunahme der psychischen Komponente der Lebensqualität (1). Insbesondere Patienten unter Opioid-Substitutionstherapie und Patienten mit psychiatrischen Komorbiditäten profitierten hiervon (1). „Die Therapie mit G/P ist hocheffektiv und hat bei Hepatitis-C-Patienten mit typischen Komorbiditäten zu einer deutlichen Verbesserung des physischen und psychischen Befindens beigetragen“, so Cornberg weiter. Damit stehen die neuen Daten im Einklang mit den Leitlinienempfehlungen, dass bei Patientengruppen mit typischen Herausforderungen keine Therapierestriktionen erfolgen sollten (3).

Eliminierung des Hepatitis-C-Virus im Fokus

Trotz der therapeutischen Erfolge bleibt bis zur geplanten Eliminierung des Hepatitis-C-Virus im Jahr 2030 noch viel zu tun. Dieses Ziel hatte die Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2016 gesteckt (4). AbbVie engagiert sich in starken Projekten für ein Leben ohne Hepatitis C, beispielsweise im Rahmen der PLUS-Gesundheitsinitiative Hepatitis C (5). Dieses Mikroeliminationsprojekt will Drogenkonsumenten, Substituierte und Abstinenzwillige erreichen und deren regionale Gesundheitsversorgung durch eine umfassende Betrachtung der Lebensumstände nachhaltig und strukturell verbessern (5). PLUS wurde 2015 vom Caritasverband für Stuttgart e.V., der Deutschen Leberhilfe e.V. und AbbVie Deutschland in Stuttgart ins Leben gerufen; mittlerweile wird das Konzept bereits in 8 Städten und Regionen mit regionalen Partnern umgesetzt. 

Quelle: AbbVie

Literatur:

(1) Cornberg M, et al., EASL The Liver Meeting. Wien, April 10.-14., 2019. Oral Presentation GS-07.
(2) Fachinformation Maviret, Stand März 2019.
(3) Sarrazin C, et al. Z Gastroenterol. 2018; 56: 756-838.
(4) World Health Organization. Global Hepatitis Report, 2017.
(5) Plus-Initiative. Letzter Zugriff: 17.04.2019. Verfügbar unter: https://www.hcvversorgungplus.de/


Anzeige:
Trelegy
Trelegy

Das könnte Sie auch interessieren

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Der „World Brain Day“ widmet sich am 22. Juli dem Thema Migräne. In Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung von Migräne betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Doch viele werden nicht diagnostiziert und ärztlich behandelt – sie therapieren sich stattdessen lieber selbst. Nicht selten führt das zu Chronifizierung und neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie...

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen
© closeupimages / Fotolia.com

Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Vorhofflimmern tritt bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auf. Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Vorhofflimmern ist auch eine häufige Herzrhythmusstörung bei Diabetikern, die Schätzungen zufolge ein um 34% erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben.

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz
© deagreez / fotolia.com

Mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zur Arbeit? Für viele Migränepatienten ist das Alltag. Ein Großteil der 900.000 an Migräne leidenden Deutschen schleppt sich trotz starker Schmerzen zur Arbeit – aus Angst einen schlechten Eindruck bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten zu hinterlassen. Denn wer über Kopfschmerzen klagt, trifft immer noch auf Vorurteile. Nicht selten wird Migräne belächelt und als Ausrede abgetan. Zum Tag der Arbeit berichten Migränepatienten und Nutzer der Kopfschmerz- und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hepatitis-C: Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir erhöht Lebensqualität"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)