Dienstag, 28. Juni 2022
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Medizin

HI: Praktische Therapieerfahrungen mit Sacubitril/Valsartan

Seit knapp 100 Tagen steht in Deutschland das neue Herzmedikament Entresto® zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion zur Verfügung. Erste Praxiserfahrungen zeigen, die Anwendung und Umstellung des Angio­tensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitors (ARNI) verlaufen unkompliziert: "Viele Patienten berichten schon kurz nach Umstellung auf Entresto von deutlichen Verbesserungen ihrer Symptome", referierte Prof. Dr. med. Rolf Wachter, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Göttingen.

Die Zulassung der Substanz basiert auf den Daten der PARADIGM-HF-Studie, die mit 8.442 Patienten die größte bislang durchgeführte klinische Studie zu Herzinsuffizienz ist. Ihre Daten zeigen, dass Entresto Patienten im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie mit ACE-Hemmern ein längeres und besseres Leben mit weniger Krankenhausaufenthalten ermöglicht(1). Für Herzinsuffizienz-Patienten in Deutschland bedeutet dies neue Hoffnung. Denn bislang verstarb die Hälfte aller Patienten, die von dieser schweren Erkrankung betroffen sind, trotz Standardtherapie innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung (2).

Die PARADIGM-HF-Studie markierte einen Meilenstein für die Herzinsuffizienz. Der in der Studie definierte primäre Endpunkt, kardiovaskulärer Tod oder erste Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz, konnte um 20%, die Gesamtsterblichkeit unter der Behandlung mit Sacubitril/Valsartan im Vergleich zu Enalapril um 16% gesenkt werden (1). Der Vorteil des ARNI gegenüber dem Vergleichspräparat Enalapril war konsistent über alle Risikogruppen. Das bedeutet, dass alle Patientengruppen, unabhängig von ihrem Risikoprofil, gleichermaßen von Entresto profitierten (1). Zurzeit werden vor allem Patienten mit Entresto behandelt, die trotz Therapie symptomatisch sind oder nach Dekompensation neu eingestellt werden.

Erste Erfahrungen mit Entresto im klinischen Alltag

"Nach mehr als 15 Jahren gibt es endlich eine neue Therapie für die systolische Herzinsuffizienz mit weiterer Verbesserung von Prognose und Lebensqualität der Patienten", freute sich Prof. Wachter. "Bereits zwei Monate nach Behandlungsbeginn lassen sich Veränderungen in den Werten der Patienten ablesen. Was wir in den klinischen Studien gesehen haben, sehen wir nun auch im Praxisalltag. Die - häufig schwerkranken - Herzinsuffizienz-Patienten profitieren innerhalb kürzester Zeit von Entresto. Menschen, die keine Treppen mehr steigen, nicht mehr zum Einkaufen oder Spazieren gehen konnten, können jetzt wieder aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Möglich wird dies vor allem durch die schnelle Symptomverbesserung, die die mit der Krankheit verbundenen Einschränkungen durch Kurzatmigkeit, rasche Erschöpfung oder geschwollene Knöchel lindert." Die zweimal täglich einzunehmende Tablette ist in verschiedenen Dosierungsgrößen verfügbar. Die Umstellung erfolgt nach einem einfachen Schema.

Umstellung und Titrationsschema von Entresto (3)
Die Filmtabletten werden 2x täglich gegeben und sind in folgenden Dosierungen verfügbar:
· Entresto® 24 mg/26 mg Filmtabletten
· Entresto® 49 mg/51 mg Filmtabletten
· Entresto® 97 mg/103 mg Filmtabletten.

Bei der Umstellung auf Entresto gilt es zu beachten, dass bei Patienten, die zuvor mit einem ACE-Hemmer behandelt wurden, nach dessen Absetzen eine Auswaschphase von 36 Stunden eingehalten werden muss. Bei vorheriger Behandlung mit einem AT1-Blocker kann direkt die Behandlung mit Entresto beginnen. Die empfohlene Anfangsdosis von Entresto beträgt eine Tablette mit 49 mg/51 mg zweimal täglich. Die Anfangsdosis des ARNI sollte nach 2 - 4 Wochen, sofern der Patient dies verträgt, verdoppelt werden, bis die Zieldosis von Entresto 97 mg/103 mg zweimal täglich erreicht ist. Bei einer Anfangs­dosis von Entresto 24 mg/26 mg sollte die Dosis nach 3 - 4 Wochen auf Entresto 49 mg/51 mg zweimal täglich erhöht werden. Nach weiteren 3 - 4 Wochen sollte die Dosis auf die Zieldosis von Entresto 97 mg/103 mg zweimal täglich erhöht werden (4).

Eine reduzierte Anfangsdosis von Entresto 24 mg/26 mg zweimal täglich empfiehlt sich bei Patienten, die
· nicht vorbehandelt wurden mit einem ACE-Hemmer oder einem AT1-Blocker
· nur eine niedrige Dosierung eines ACE-Hemmers oder eines AT1-Blockers erhielten
· schwere Nierenfunktionsstörungen (GFR <30 ml/min/1,73 m2) haben
· eine mittelschwere Leberfunktionsstörung Child-Pugh B oder AST/ALT-Werte von mehr als dem Zweifachen der Obergrenze des Normalwertes haben

Hinweise bei der Umstellung (4)

Für den Arzt gilt es bei der Verlaufskontrolle zu beachten, dass unter der Behandlung mit Entresto der kardiale Biomarker BNP gegenüber NT-proBNP an Aussagekraft verliert, da der Abbau von BNP durch Entresto gehemmt wird und nicht mehr mit dem durch die Krankheit hervorgerufenen Wert korreliert. "Gerade den Blutdruck sollte der behandelnde Arzt im Blick haben, wenn er seine Patienten auf Entresto umstellt. Zudem sollte er den Kreatinin- und Kaliumwert eine Woche nach Therapiebeginn bzw. nach jeder Dosissteigerung kontrollieren", berichtete Prof. Wachter.

Literaturhinweise:
(1) McMurray et al. Angiotensin-neprilysin inhibition versus enalapril in heart failure. In: New English Journal of Medicine 2014 Sep 11;371(11):993-1004.
(2) Roger et al. Heart disease and stroke statistics-2012 update: a report from the American Heart Association. Circulation 2012;125:e2-220.
(3) Entresto® Fachinformation, Stand: Februar 2016.
(4) Weitere Informationen zu Kontraindikationen und Warnhinweise entnehmen Sie bitte der Fachinformation Entresto®, Stand Februar 2016.

Quelle: Novartis


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