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Medizin
21. April 2021
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©yodiyim / Fotolia.de

Hohes Erkrankungsrisiko von jungen Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler

Mehr als 90% der Kinder mit einem angeborenen Herzfehler (AHF) überleben heute dank der medizinischen Versorgung durch Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen bis in das Erwachsenenalter. Während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2021 wurde eine große Studie zum Langzeitverlauf dieser Patienten vorgestellt.
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Zunahme der Hospitalisierungsrate mit Schweregrad des Herzfehlers

Um die Probleme im Langzeitverlauf zu erfassen, wurden Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler (EMAH) über 15 Jahre lang beobachtet und untersucht. Alle Patienten hatten mindestens eine korrigierende oder palliative Herzoperation erfahren und waren zum Zeitpunkt der Untersuchung zwischen 27 und 60 Jahre alt. Von den insgesamt 249 Patienten hatten 21% einen einfachen, 60% einen mittelschweren und 19% einen schweren Herzfehler.

Im Verlauf der 15-jährigen Beobachtungszeit zeigte sich, dass mehr als die Hälfte (51%) dieser Patienten einen Krankenhausaufenthalt benötigte. Die Hospitalisierungsrate nahm mit dem Schweregrad des Herzfehlers zu. Am häufigsten mussten die Patienten mit einem Einkammerherzen nach einer Fontan-Operation, einer Transposition der großen Arterien nach einer Vorhofumkehroperation und einer Fallot-Tetralogie stationär behandelt werden. Dabei wurden u.a. erneute herzchirurgische Eingriffe (62%), katheterinterventionelle Prozeduren (83%) und elektrophysiologische Untersuchungen (45%) vorgenommen. Weitere behandlungsbedürftige schwere Erkrankungen waren die infektiöse Endokarditis und der Lungenhochdruck.
 
Angeborener Herzfehler führt bereits intrauterin zu Veränderungen des Gehirns
© magicmine - stock.adobe.com

Bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern können bereits im Mutterleib auch Veränderungen des Gehirns auftreten. In einer neuen Studie wollen DHZB-Forscherinnen mithilfe von MRT-Untersuchungen herausfinden, wie sich diese Veränderungen auf die kognitive Entwicklung auswirken und wie ihnen durch gezielte Fördermaßnahmen entgegengewirkt werden kann.
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Intensive und lebenslange Betreuung dringend erforderlich

Im Verlauf stieg die Zahl der Patienten, die medikamentenpflichtig wurden, deutlich an und verdoppelte sich z.B. für die Einnahme von Herz-spezifischen Medikamenten und Antikoagulantien. Davon waren wiederum die Patienten mit mittelschweren und schweren Herzfehlern vermehrt betroffen.
Die Studie zeigt, dass eine intensive lebenslange Betreuung dieser Patienten durch hochspezialisierte Ärzte und Kliniken (zertifizierte EMAH-Ärzte und EMAH-Zentren) dringend erforderlich ist. Die Ergebnisse belegen ferner, dass auch Patienten mit einfachen Herzfehlern im Erwachsenenalter an neuerlichen Herzproblemen erkranken können und deshalb ebenfalls der fachmedizinischen Langzeitbetreuung bedürfen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler


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