Dienstag, 28. Juni 2022
Navigation öffnen
Anzeige:
Uro Push
Uro Push
Medizin

Hypertonie: Jeder sechste Bluthochdruck entsteht durch übermäßigen Alkoholkonsum

Hypertonie und Alkoholkonsum gehören zu den fünf wichtigsten Risikofaktoren in Westeuropa. Die Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und Hypertonie werden jedoch bislang sowohl in Fachkreisen als auch in der Bevölkerung zu wenig beachtet. Mit einer Reduktion des Alkoholkonsums kann dagegen der Bluthochdruck und das Risiko für entsprechende Folgeschäden gesenkt werden. Eine echte Win-win-Situation kann erreicht werden, wenn das Hypertonie-Management durch die Implementierung eines Alkohol-Screenings und (geeigneter) Interventionsmaßnahmen verbessert würde. Eine zentrale Position in der Gesundheitsförderung und Prävention kommt dabei dem Hausarzt zu. Der Hausärztebereich ist geradezu prädestiniert für ein verbessertes Hypertonie-Management auch und gerade bei riskant Trinkenden im Rahmen eines frühen Alkohol-Screening und einer entsprechenden Intervention.

Bei einer schwer einstellbaren Hypertonie sollte der Arzt hellhörig werden. Denn dahinter kann sich auch ein behandlungsbedürftiger Alkoholkonsum verstecken. Auch eine Erhöhung von Leberwerten und Triglyzeriden können weitere Hinweise sein. Ein verstärktes Engagement für ein Alkohol-Screening und die Behandlung würde bedeuten, die von der WHO im Mai 2013 festgelegten Ziele zur Reduktion des Alkoholkonsums (um mindestens 10%) und der Hypertonie-Prävalenz (um 25%) auch tatsächlich erreichen zu können.

Jedes Glas weniger zählt

Stellt sich heraus, dass der Patienten zu viel Alkohol trinkt und dies nicht eigenständig reduzieren kann, ist eine medikamentöse Unterstützung der Konsumreduktion sinnvoll. Eine frühzeitige Intervention vermindert das Risiko alkoholbedingter Schädigungen und hat somit positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine Reduktion des Alkoholkonsums kann zu einer signifikanten Senkung des Bluthochdrucks führen. So kann die Anzahl der Todesfälle aufgrund von Schlaganfall und KHK-Erkrankungen um 10-15% gesenkt werden. Eine medikamentöse Unterstützung der Konsumreduktion bietet Selincro® (Nalmefen), das bei alkoholabhängigen Erwachsenen angewendet wird, die auf hohem Risikoniveau trinken (Männer >60 g reinen Alkohol pro Trinktag (z.B. ca. 1,5 l Bier mit 5 Vol.-%) bzw. Frauen >40 g (z.B. ca. 0,4 l Wein mit 12,5 Vol.-%)). Das Medikament bewirkt eine schnelle und langfristige Reduktion des Alkoholkonsums um rund 60%.6,7 Nach einem Jahr verringerten sich die HDDs (Heavy Drinking Days) um 64% von 19 auf 7 Tage pro Monat und der TAC (Total Alcohol Consumption) um 67% von 100 g auf 33 g pro Tag und damit auch deutlich das gesundheitliche Risiko analog WHO-Risikoklassen.

Fazit für die Praxis

Das Tabu brechen, den Alkoholkonsum thematisieren und den Patienten motivieren, etwas zu ändern, so kann sich auch der Blutdruck reduzieren. Denn, das Schlimmste ist, nichts zu tun!

Infokasten
Drei Fragen identifizieren den "Problemlöser" Alkohol
 Schon ein kurzes Gespräch kann hier viel bewirken. Doch gilt es, den Patienten einfühlsam und zieloffen anzusprechen. Der Zugang zu diesem oft schwierigen Thema kann mit drei kurzen Fragen gelingen:
1) Haben Sie momentan viel Stress? / Sie haben ja viel um die Ohren. Wie schaffen Sie das alles?
2) Was machen Sie, um zu entspannen und um besser damit umgehen zu können? Beschreiben Sie gern einen typischen Tag.
3) Trinken Sie ab und zu auch ein Glas Wein oder Bier?

Wer dem Patienten und seinen alltäglichen Belastungen empathisch Interesse und Anerkennung entgegenbringt, schafft es, dass der Patient sich öffnet, sich verstanden fühlt.

Quelle: Lundbeck


Anzeige:
Clexane
Clexane
 

Stichwörter

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hypertonie: Jeder sechste Bluthochdruck entsteht durch übermäßigen Alkoholkonsum"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.