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Medizin

Mehr Sicherheit für Patienten mit Anämie bei Operationen

Ein Programm zum Blutmanagement bei Operationen, mit dem Blut möglichst sparsam eingesetzt und gleichzeitig die Patientensicherheit erhöht wird, ist Preisträger des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2016 des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e. V. (APS). Der mit 10 000 Euro dotierte Preis geht an das Projekt "Patient Blood Management" einer Studiengruppe um Professor Dr. med. Dr. Kai Zacharowski vom Universitätsklinikum Frankfurt. Mit dem zweiten Preis wurde das Königin Elisabeth Herzberge Krankenhaus (KEH) in Berlin für sein Konzept zur Vermeidung postoperativer Verwirrtheitszustände ausgezeichnet. Den dritten Preis sprach die Jury zwei Projekten zu, die sich jeweils der Optimierung der Notfallversorgung widmen.

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Etwa 15 Millionen Patienten werden hierzulande jedes Jahr operiert. Rund ein Drittel dieser Patienten leidet unter Anämie mit verminderter Konzentration an Hämoglobin. Eine Anämie führt zu einem erhöhten Risiko für Komplikationen im Rahmen des Eingriffs und der Nachversorgung. "Die bisher in solchen Fällen übliche Gabe von Fremdblutkonserven kann zusätzliche Komplikationen wie etwa Nierenschädigungen verursachen", erläutert Prof. Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Frankfurt. Bei dem verbesserten Blutmanagementsystem werden jene Patienten identifiziert, die ein erhöhtes Risiko einer Anämie haben. Ihre Hämoglobinwerte werden vor der Operation erhöht. "Dadurch lassen sich bis zu 10% der Bluttransfusionen verringern, das Risiko akuter Nierenschädigungen vermindern und Kosten senken", ergänzt Prof. Dr. med. Patrick Meybohm, Leitender Oberarzt der Klinik. An der Studiengruppe um Professor Zacharowski und Professor Meybohm beteiligten sich Vertreter aus den Universitätskliniken Frankfurt, Bonn, Kiel und Münster. Die Gruppe hat ihre Studie mit fast 130 000 Patienten kürzlich beendet.

Das "Patient Blood Management" überzeugte die Jury durch eine konsequente und erfolgreiche Umsetzung in über 100 Kliniken deutschlandweit: "Damit wird auch die Fehlerhäufigkeit bei einer Bluttransfusion erheblich gesenkt und lebensbedrohliche Zwischenfälle werden verhindert", erläutert Prof. Dr. med. Hartmut Siebert, stellvertretender APS-Vorsitzender, eines der mit diesem Projekt erreichten Ziele.

Eine deutliche Abnahme unerwünschter Ereignisse erreichte auch das zweitplatzierte Konzept "Demenz-Delir-Management am KEH". Das Programm wurde für seine beispielgebende Konzeption, Umsetzung und Evaluation ausgezeichnet und zeige zudem, dass auch außerhalb universitärer Einrichtungen nachahmenswerte Projekte mit messbarem Erfolg umgesetzt werden können, so die Juryvorsitzende und Vorsitzende des APS, Hedwig François-Kettner.

Auf den dritten Platz wählte die Jury zwei Projekte, die sich das Preisgeld von 3500 Euro teilen. Mediziner der Dresdner Universitätsklinik und des Universitätsklinikum der RWTH Aachen hatten Konzepte eingereicht, die die Patientenversorgung in Notfällen sicherer macht.
"Wir freuen uns, in diesem Jahr wieder vier Initiativen auszeichnen zu können, die dem Vereinsgedanken, die Sicherheit in der Gesundheitsversorgung zu erhöhen, besonders erfolgreich Rechnung tragen", fasst Siebert zusammen.

Quelle: Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V.


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