Montag, 5. Dezember 2022
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Medizin

„MH Corona Explorer“: Datenbank biomedizinischen Wissens

„MH Corona Explorer“: Datenbank biomedizinischen Wissens
©Laurent - stock.adobe.com
Am 1. August 2021 fiel der Startschuss für ein durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördertes Verbundprojekt des IT- Biotech-Unternehmens Molecular Health (MH) mit dem Universitätsklinikum Essen für eine ganzheitliche und evidenzbasierte Versorgung von COVID-19-Patienten und -Patientinnen. Unter Verwendung des MH Corona Explorers soll ein tiefergehendes Verständnis der Erkrankung generiert werden, das die molekularen Grundlagen mit dem klinischen Krankheitsverlauf verknüpft. Ziel ist es, innovative Ansätze für die Diagnostik und Therapie von COVID-19-Betroffenen zu ermöglichen und so ihre medizinische Versorgung zu verbessern.

Wissenslücke: COVID-19-Erkrankung auf molekularer Ebene

Die COVID-19-Pandemie lähmt die Welt seit 2020 mit mittlerweile mehr als 190 Millionen Infektionen und über 4 Millionen Todesfällen. Der Wissensstand zur Erkrankung ist jedoch immer noch unzureichend, gerade was das Verständnis der COVID-19-Erkrankung auf molekularer Ebene in Zusammenhang mit den verschiedensten klinischen Ausprägungen und Symptomen betrifft. Dieses Verständnis ist aber entscheidend, um Diagnose und Behandlung optimieren zu können.
 
 

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SARS-CoV-2-Pandemie: Virus – Impfstoffe – Medikamente

Erschienen am 12.01.2021Seit mittlerweile 16 Monaten hält die SARS-CoV-2-Pandemie die Welt in Atem, eine Zeit, in der Reisen und private Zusammenkünfte kaum möglich waren, während sich digitale Möglichkeiten wie Remote-Arbeiten in einer zuvor undenkbaren Schnelligkeit entwickelt haben. Während der 3. Welle gab es jeden Tag fünfstellige Infektionszahlen und Meldungen von knappen Intensivbetten. Momentan sind die Inzidenzen niedrig, es ist Sommer, doch die Delta-Variante wird in einigen Wochen wohl die 4. Welle bestimmen, wie ein Blick nach Großbritannien oder Israel zeigt – Was wissen wir über das Virus, wo stehen wir inzwischen hinsichtlich Impfstoffen und Medikamenten?

Erschienen am 12.01.2021undefined

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„Um diese Lücke zu schließen, haben wir bei Molecular Health auf Basis unserer kuratierten Wissensdatenbank („DATAOME“) ein erweitertes COVID-19-Krankheitsmodell („MH Corona Explorer“) entwickelt, das die unterschiedlichen Symptome der Erkrankung mit deren molekularen Abläufen vernetzt und darstellt. Wir freuen uns, dieses innovative Verbundprojekt gemeinsam mit den Experten und Expertinnen und dem klinischen Know-how der Universitätsmedizin Essen jetzt in die Umsetzung zu bringen“, erklärt Dr. Anna Laib, Molecular Health.

„MH Corona Explorer“: Internationale Datenbank biomedizinischen Wissens

Der In-silico-Ansatz des MH Corona Explorers als browserbasierte Anwendung stützt sich innerhalb der Datenbank von Molecular Health auf weltweit publiziertes biomedizinisches Wissen. Mithilfe dieses digitalen Modells werden die verschiedenen klinisch-molekularen Merkmale von COVID-19 identifiziert. Diese Vorgehensweise erklärt neben der Vielfalt an Symptomen auch den Langzeitverlauf der Krankheit und generiert gleichzeitig eine Hilfestellung für neue Behandlungsansätze.
 
 

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Mischimpfung verstärkt die Immunantwort

Erschienen am 06.09.2021Wie effizient der Organismus auf eine Kreuzimpfung aus Vektorimpfstoff und mRNA-Vakzin mit der Bildung von Antikörpern reagiert, konnte bislang kaum mit wissenschaftlichen Daten belegt werden. Eine Zwischenevaluation der heterologen Impfstudie an der Medizin Uni Innsbruck lässt nun den Schluss zu, dass die Kombinationsimpfung auch gegen die Delta-Variante besser schützt.

Erschienen am 06.09.2021undefined

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Keine Forschungsförderung sondern Förderung der Zukunft der Medizin

Um die Entschlüsselung der Krankheit systematisch voranzutreiben, werden klinische Daten von bis zu 2.000 in der Universitätsmedizin Essen behandelten COVID-19-Betroffenen analysiert und mit dem digitalen Modell verknüpft, um neue Arzneimittelziele und Biomarker zu identifizieren. Erkenntnisse aus dem auf rund 1 Jahr angelegten Verbundprojekt können zudem definierte Prädiktoren für das Fortschreiten hin zu einem schweren Krankheitsverlauf oder auch für die Langzeiterkrankung durch COVID-19 („Long Covid“) sein. „Hier geht es nicht nur um Forschungsförderung, sondern um die Förderung der Zukunft der Medizin – mit dieser Perspektive bietet das Verbundprojekt der Universitätsmedizin Essen und Molecular Health eine Investition in die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“, kommentierte Nick Schneider, Referatsleiter im Bundesministerium für Gesundheit.

Prädikativer und prognostischer Einsatz geplant

Die Relevanz des Projekts unterstreicht PD Dr. Adalbert Krawczyk, Laborleiter der Infektiologie und Projektleiter aufseiten des Universitätsklinikums Essen: „Wir verfügen nicht nur über einen umfangreichen klinischen Datensatz von COVID-19-Betroffenen, sondern auch über einen großen Bioprobensatz zur Kontrolle möglicher Biomarker – diese möchten wir für die frühe und zuverlässige Risikoeinschätzung von COVID-19-Betroffenen erfassen, um sie prädiktiv oder prognostisch einsetzen zu können.“
 
 

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COVID-19: Quo vadis, Impfung und Arzneimitteltherapie?

Erschienen am 01.06.2021Seit Beginn der Corona-Pandemie werden Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus SARS-CoV-2 erforscht und entwickelt. Die COVID-19-Impfungen weltweit gehen voran, allerdings wird es noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bis eine ausreichende Durchimpfung erreicht werden kann. Vor allem in der Hochrisikogruppe der älteren Patienten ab 70 Jahren können vermehrt schwere COVID-19-Verläufe auftreten, die eine Sauerstoffgabe bzw. Beatmung erfordern. Für deren Therapie steht momentan kein wirksames Medikament zur Verfügung. In der OSCAR-Studie (Otilimab in Severe COVID-19 Related Disease) wird derzeit die Wirksamkeit und Sicherheit des monoklonalen Anti-GM-CSF-Antikörpers Otilimab zusätzlich zur Standardversorgung mit Kortikosteroiden, Remdesivir und Rekonvaleszenzplasma bei Erwachsenen mit schwerer COVID-19-bedingter Lungenerkrankung untersucht. Otilimab ist der bisher einzige monoklonale Antikörper, der eine signifikante Wirksamkeit in diesem Patientenkollektiv zeigen konnte. Prof. Dr. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, erläutert die Impfstrategie, die Arzneimittelentwicklung und die Therapiemöglichkeiten bei COVID-19.

Erschienen am 01.06.2021undefined

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Prof. Dr. med. Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie und des Westdeutschen Zentrums für Infektiologie und Projektleiter seitens des Universitätsklinikums Essen, blickt dem gemeinsamen Projekt gespannt entgegen: „Durch die Kooperation kann unser klinisches Wissen aus der Praxis zusammen mit dem tiefgehenden COVID-19-Krankheitsmodell direkt für Ärzte und Ärtzinnen bei der Patientenversorgung nutzbar gemacht werden. Perspektivisch hoffen wir, durch die Vernetzung von Informationen zu neuen Virusvarianten und sich entsprechend ändernden Krankheitsverläufen stets am Puls der Pandemie bleiben zu können: Entstehende anpassbare Behandlungsstrategien könnten als Schlüsselfunktion in der Versorgung dienen und so einen Beitrag zum Management dieser Pandemie leisten.“ Erste Ergebnisse des Modellprojekts sollen im Rahmen eines Workshops im kommenden November vorgestellt werden.

Quelle: Molecular Health



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