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Medizin

18. Januar 2018 miRNAs als Zielmoleküle gegen Stoffwechselkrankheiten

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in den kommenden 2 Jahren das Projekt ComboMiR mit einer Million Euro. Ziel ist es, microRNAs als neue Ansatzpunkte für die Therapie von Stoffwechselkrankheiten zu nutzen.
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Die Wissenschaftler haben nun eine Gruppe sogenannter MikroRNAs (MiRs) identifiziert, die eine zentrale Rolle bei der Stoffwechselregulation spielen. MikroRNAs sind eine Klasse von Molekülen, die aus kurzen Abfolgen von RNA-Bausteinen bestehen. Anders als bei der Proteinsynthese wird die RNA aber hier nicht für den Aufbau von Molekülen benötigt. Im Gegenteil: viele MiRs sind in der Lage, den Aufbau von bestimmten Proteinen zu verhindern, indem sie die entsprechende Bauplan-RNA abbauen.

Die Ausschaltung einzelner solcher MiRs durch sogenannte Tough Decoys (TDs)* führte im Experiment bereits zur Senkung von Blutzucker beziehungsweise Blutfetten. Durch gezieltes Design der TDs können parallel mehrere MiRs mit einem TD Molekül blockiert werden. Hierzu werden die Forscher die TDs in biologisch abbaubare Transportvehikel verpacken, die es ermöglichen, MiRs organspezifisch zu beeinflussen.

Ebenfalls an dem Projekt beteiligt sind die Universitätskliniken in Leipzig und Heidelberg. Durch die Nähe zur angewandten Medizin soll die klinische Relevanz anhand gut charakterisierter Patientenkollektive unmittelbar im Projekt demonstriert werden.

„Auf diese Weise könnten zukünftig individuell auf Patienten zugeschnitten mehrere Stoffwechselwerte mit einem einzelnen biologischen Präparat eingestellt werden“, erläutert der Koordinator Prof. Dr. Stephan Herzig, Direktor des Instituts für Diabetes und Krebs am Helmholtz Zentrum München, das Projektziel. „Dadurch besteht die Möglichkeit, die Behandlung und die Vorbeugung von Diabetes und dessen Spätschäden substantiell zu verbessern.“

* Bei Tough Decoys (TDs) handelt es sich um neuartige RNA-Oligonukleotide, die mittels spezifischer Bindesequenzen Mikro RNAs (MiRs) neutralisieren können. Ihre spezielle räumliche Struktur erlaubt es, Antisense-Sequenzen für zahlreiche MiRs in einem TD-Molekül zu kombinieren und damit gleichzeitig mehrere dieser regulatorischen RNAs zu binden. Da TDs unempfindlich gegen Abbau durch Nukleasen sind, erlaubt ihr Einsatz die dauerhafte Inhibition spezifischer MiRs. Haraguchi et al 2009

Quelle: Helmholtz Zentrum München –Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwe


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