Montag, 27. Juni 2022
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Medizin

Morbus Parkinson: Patientenwohl und Praxisalltag sind vereinbar

Die individuelle Betreuung und Begleitung von Patienten mit Morbus Parkinson im Praxisalltag stellt eine besondere Herausforderung dar. Ein interdisziplinäres Expertengremium hat nun einen Praxisleitfaden entwickelt, der dem behandelnden Arzt Empfehlungen für eine fallspezifische multimodale Therapie an die Hand gibt. Zentrale Bestandteile dieses Therapiekonzepts sind die empathische Kommunikation mit dem Patienten, eine frühzeitige medikamentöse Therapie und das Einbeziehen geeigneter nicht-medikamentöser Begleitaspekte - dies jeweils für die verschiedenen Krankheitsphasen.

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Wie vermittelt man als Arzt einem Parkinson-Patienten die Diagnose? Was ist zu beachten, wenn die sogenannte Honeymoon-Phase zu Ende geht und erste Verschlechterungen eintreten? Ob bei der Diagnosemitteilung oder bei der Begleitung in späteren Phasen, stets ist es von zentraler Bedeutung, sich an den Belangen des Patienten zu orientieren, erinnert der neue Leitfaden. Dies gilt natürlich auch für die medikamentöse Therapie, denn der Behandlungserfolg steht und fällt mit der Adhärenz des Erkrankten. Das Ziel ist, ein "therapeutisches Bündnis" mit dem Parkinson-Patienten einzugehen. Gefährdet ist dieses jedoch, wenn die Parkinson-Behandlung zum Alltagsgeschäft wird. "Ähnlich wie in einer langjährigen Ehe schleicht sich da leicht eine vermeintlich sichere Routine ein", veranschaulicht Prof. Dr. Wolfgang Jost, Leiter des Fachbereichs Neurologie und Klinische Neurophysiologie an der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden.

Phasenorientierte Begleitung und Therapie

Morbus Parkinson verläuft chronisch progredient - dies aber individuell sehr unterschiedlich. Im Kontakt mit den Patienten gilt es, eine empathische und inhaltlich an die Anforderungen der jeweiligen Krankheitsphase angepasste Gesprächsführung, die zu diesem Zeitpunkt bestmögliche medikamentöse Therapie sowie für den betreffenden Patienten geeignete Allgemeinmaßnahmen zu finden.
Eine nicht ganz leichte Aufgabe, wie auch Dr. phil. Andreas Loh, Psychologe am Universitätsklinik Freiburg einräumt. Eine Online-Befragung von rund 300 Neurologen zeigt, dass 80% sich gerne in der empathischen Patientenführung weiter schulen würden (1),

Über die Medikamentenwahl die Adhärenz erleichtern

Grundlage der Medikamentenwahl sind natürlich die Leitlinien (S2-Leitinie zum Parkinson-Syndrom der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, DGN). Unter den Dopaminagonisten stehen dabei verschiedene Alternativen mit mehrmals täglicher oder einmal täglicher Applikation zur Wahl. Generell gilt: Je mehr Tabletten, umso schwieriger die Therapie und umso geringer die Adhärenz (2). Nach Studien (3-4) hält sich nur einer von zehn Parkinson-Patienten an die empfohlenen Einnahme-Schemata. "Die tägliche Einmalgabe, wie sie z.B. mit dem retardierten Non-Ergot-Dopaminagonisten Pramipexol möglich ist, kann die Adhärenz fördern. Zudem können die gleichmäßigen Wirkspiegel der Retardformulierung das Nebenwirkungsrisiko reduzieren", so Prof. Jost. Auch lässt sich der Verlauf der physiologischen Dopaminspiegel mit einer Absenkung auf etwa die Hälfte während der Nacht damit besonders gut imitieren. Begründen Sie die Medikamentenauswahl auch gegenüber den Patienten, rät der Leitfaden. Dies beugt Verunsicherungen vor.

Individuelles Training fördert den Behandlungserfolg

Einen hohen Stellenwert in der Parkinson-Behandlung räumt der Leitfaden auch nicht-medikamentösen Maßnahmen ein. So lässt sich über geeignete Sportarten das Herz-Kreislaufsystem, aber auch die Koordination trainieren und der Erfolg gegenüber einer rein medikamentösen Behandlung verbessern, unterstreicht Dr. Stefan Ries, niedergelassener Neurologe Erbach/Groß-Umstadt. Konzentrations- und Gedächtnisübungen sind ebenfalls hilfreich.

Dankbar sind die Patienten zudem für Tipps zu Ernährung und weiteren seriösen Hilfsangeboten, etwa im Internet, oder zu sozialmedizinischen Aspekten.

Für diese Bereiche enthält der neue Leitfaden hilfreiche Empfehlungen. Er kann gratis per Fax (formlos mit Name, Adresse und gewünschter Stückzahl unter: 06132/728155) sowie auf http://www.boehringer-interaktiv.de angefordert bzw. heruntergeladen werden. Nach Login (mittels Boehringer Ingelheim oder DocCheck-Account) finden Sie den Leitfaden unter Services/Servicematerial/Morbus Parkinson.


Literaturhinweise:
(1) Umfrage unter 300 Neurologen auf www.esanum.de
(2) Claxton et al. Clin Ther 2001; 23:1296-310
(3) Leopold et al. Mov Disord 2004;19:513-7
(4) Grosset et al Mov Disord 2009; 24:826-832

Quelle: Boehringer Ingelheim


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